Das Gnadenbild von Beurig, eine sogenannte "Madonna lactans", eine stillende Madonna, wurde der Legende nach von einem Müllerburschen gefunden. Er entdeckte die Figur in den Ästen eines Eichenbaumes, der im Saarhochwasser flussabwärts getrieben war. Nach dieser Legende erklärt sich auch der Name des Stadtteils "Beurig", was im örtlichen Dialekt früher "bei er Eich" - "bei der Eiche" hieß. Dies soll im Jahr 1304 geschehen sein, das damit auch als Ursprungsjahr der Wallfahrt gilt. Die Statue selbst entstand vermutlich so um 1300. Die ersten Pilger kamen schon, unmittelbar nachdem sich die Nachricht von dem Fund des Marienbildes herumgesprochen hatte. Die erste Kapelle war ein kleines Bauwerk aus Lehm und Holz, doch angeregt durch zahlreiche Mirakelberichte, pilgerten die Menschen selbst aus Lothringen und Luxemburg nach Beurig. Im Jahre 1479 lässt der Erzbischof und Kurfürst Johann II. von Baden die schlichte Holzkapelle durch eine Kapelle aus Stein ersetzten.
Im Jahre 1512 lädt Kaiser Maximilian die Kurfürsten und Würdenträger Europas zum Reichstag nach Trier ein. Anlässlich dessen lässt der Trierer Kurfürst Erzbischof Richard von Greiffenklau für 23 Tage den Hochaltar des Domes öffnen und viele Christen können die erste Ausstellung des Heiligen Rockes erleben. Das war auch für den Erzbischof Anlass, das Gnadenbild der Madonna von Beurig auszustellen. Das kleine Kapellchen fasste den großen Pilgerstrom nicht und somit veranlasste der Erzbischof den Bau der zweischiffigen spätgotischen Kirche (1516-1529).
1622 wurde von der Familie von Warsberg der Gnadenaltar aus Sandstein, Marmor und Alabaster gestiftet. Der Künstler, Johannes Manternach, gehörte zu der Werkstatt des Trierer Bildhauers Rupprecht Hoffmann. Der Altar ist für das Gnadenbild geschaffen worden und erinnert in seiner Form des Lebensbaumes an die Wallfahrtslegende.
Zu Beginn des 17. Jahrhunderts (zu dieser Zeit war die Figur züchtig bekleidet) nahmen die Wallfahrten nach Beurig zu, der Pfarrer war mit der Pilgerbetreuung überlastet. Zu seiner Unterstützung übernahmen 1609 die Franziskaner der Kölner Ordensprovinz die Wallfahrtsseelsorge und bauten 1614-28 ein Kloster (es dient heute als Pfarrzentrum und Pfarrhaus). Bis 1802 blieben die Franziskaner in Beurig, dann wurde das Kloster im Zuge der Säkularisation aufgehoben.
Durch den Weggang der Patres verödete die Wallfahrt, die Klostergüter wurden von Franzosen öffentlich versteigert, die Kirche kam durch eine Schenkung Napoleons in den Besitz der Gemeinde Beurig. Um die Mitte des 19. Jahrhunderts lebte die Wallfahrt langsam wieder auf, gelangte aber erst in jüngster Zeit, besonders nach dem Zweiten Weltkrieg, zu neuer Blüte. 1954 wird die Figur restauriert und seitdem wieder in ihrer ursprünglichen Form, als stillende Madonna, gezeigt. Die Kirche selbst wird 1970-74 umfassend instandgesetzt.
2012 feierte Beurig 500 Jahre Marientracht. Das Wort "Tracht" kommt in dem Zusammenhang von "tragen" und bedeutet, dass im Jahr 1512 erstmalig das Gnadenbild aus der Kirche heraus getragen wurde, da die Steinkapelle die vielen Pilgerinnen und Pilger nicht mehr fassen konnte. Heute wird die Marienstatue einmal im Jahr festlich geschmückt durch Beurig getragen, und zwar am Sonntag nach dem 2. Juli (Mariä Heimsuchung).
Quellen: www.marientracht.de, www.roscheiderhof.de und
der Führer der Pfarr- und Wallfahrtskirche St. Marien
Foto: *B'Elanna*
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Wichtige Hinweise:
Zur Beantwortung der Fragen müsst ihr das Innere der Kirche aufsuchen.
Bitte beachtet, dass es sich hierbei um eine Kirche handelt, und verhaltet euch angemessen, besonders wenn ihr nicht allein seid (hier kommen Ortsansässige oft auch außerhalb der Veranstaltungen her, um vor dem Marienbild zu beten) !
Die Kirche hat tagsüber geöffnet, allerdings bitte keine Besuche während der Gottesdienste oder sonstiger kirchlicher Veranstaltungen.
Den jeweils gültigen Veranstaltungskalender (genannt Pfarrbrief) findet ihr hier.
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Und jetzt zu dem Fragen/Aufgaben. Es sind meistens nur "Zähl-Aufgaben", die euren Blick auf das eine oder andere Detail der Kirche lenken sollen. Trotzdem dürft ihr auch jenseits der zu zählenden Dinge euren Blick schweifen lassen - es lohnt sich! Los gehts mit unserem kleinen Kirchenrundgang:
Nachdem ihr durch die schwere Holztür in den Vorraum/Windfang getreten seid, entdeckt ihr dort A Weihwasserbehälter. Geht weiter durch die Glastüren und ihr steht im hinteren Teil des Hauptschiffs. Als erstes fallen euch die B Beichtstühle an der gegenüberliegenden Wand auf. Über ihnen seht ihr große (80-100cm) hölzerne Heiligenfiguren. Sie sind die einzigen Überbleibsel des ursprünglichen, barocken Hochaltars aus der Mitte des 17. Jahrhunderts. In der ganzen Kirche sind davon C zu finden. D davon sind nicht allein, sondern haben noch eine weitere Person bei sich. In der Figur des heiligen Sebastian direkt über euch stecken E Pfeile mit und ohne Befiederung.
Schaut nach rechts: Ihr seht einen niedrigen Bereich mit einem Kreuzgewölbe, das auf F Säulen ruht und die Empore mit der Orgel und dem Chorgestühl trägt. Geht ein paar Schritte Richtung Altar, dann könnt ihr einen Blick zurück auf die Orgel werfen. Die drei mittleren Felder des Orgelprospekts stammen noch aus dem 18. Jahrhundert - die beiden äußeren mit jeweils G Pfeifen kamen später dazu.
Geht weiter Richtung Altarraum. An der hinteren Wand sind H hornförmige Kerzenhalter angebracht. Darüber seht ihr die Fenster des Chorraumes: Sie sind – wie alle Kirchenfenster – vom Trierer Künstler Jakob Schwarzkopf geschaffen und zeigen im unteren Bereich die I Tore der heiligen Stadt, des neuen Jerusalems, über denen I Engel die Menschen dazu einladen, ihr ewiges Ziel nicht aus den Augen zu verlieren. Über dem Altar aus hellem Sandstein vom Trierer Bildhauer Willi Hahn hängt an zwei Ketten zu je J schwarzen Kettengliedern das Symbolkreuz mit Christus, dem Lamm Gottes (Agnus dei) in der Mitte, um ihn herum gruppieren sich die vier Evangelisten Matthäus (Menschengesicht), Markus (Löwe), Lukas (Stier) und Johannes (Adler). Die Streben enden in Blättern und Früchten des Baumes des Lebens, ein weiteres Bild für Christus und unser fruchtbringendes Leben als Christen.
Wendet euch nach links. Ihr seht den Taufbrunnen, von demselben Künstler geschaffen wie der Altar, der eine Säule der Kirche ersetzt und damit den Symbolgehalt der Taufe für den christlichen Glauben betont. Wenn die Pumpe angestellt wird, läuft das Taufwasser aus der Säule durch K kleinere Becken, bevor es ins eigentliche Taufbecken gelangt. So wird auch der Glaube von Generation an Generation durch die Taufe weitergegeben.
Geht weiter ins Seitenschiff und betrachtet den Marienaltar. Im Zentrum des Altars steht sowohl inhaltlich als auch optisch das Gnadenbild von der stillenden Madonna. Auf ihrem Sockel stehen L lateinische Wörter. Links und rechts von Maria stehen die Apostel Petrus (Schlüssel des Himmelreiches) und Paulus (Schwert als Symbol für seinen Märtyrertod unter Nero). Sie werden eingerahmt von insgesamt M marmornen Säulen. Weitere Szenen auf dem Marienaltar erzählen vom Leben Marias: Oben links die Geburt Marias, rechts die Ankündigung des Engels, unten links die Anbetung der Hirten in Bethlehem, und rechts die Anbetung der Könige. Ganz oben zentral die Begegnung zwischen Maria und Elisabeth, aus der das Ave Maria hervorging. Ganz unten links und rechts neben dem Tabernakel das jüdische Passahmahl als Vorbild und das christliche Abendmahl als seine Erfüllung.
Schaut an die Wand links vom Marienaltar, wo eine kleine Steinplatte in die Wand eingelassen wurde, auf der sich folgender Text findet: „Lob und Dank sei Dir, o Du gütige Jungfrau, für Deinen gnädigen Schutz beim Fliegerangriff auf Beurig 2.Februar 191N“.
Auf einem abschließenden Rundgang durch die Kirche könnt ihr noch den Kreuzaltar am großen Pfeiler zwischen Marienschiff und Hauptschiff mit der Kreuzigungsszene (unten) und der Pietá (oben) betrachen, und den Kreuzweg, der aus O quadratischen, goldgerahmten Malereien auf Holz besteht.
Haltet noch einen Moment inne und macht euch dann auf zum Final, der liegt bei
N 49° [I+J+O-E+1] . [10*C*D+A+B+F+G+K+L] und
E 006° [3*I-B] . [N+1] [M] [H-G] (Punkt vor Strich!).
Auch dort bitte dem Ort angemessen verhalten und Vorsicht vor Muggeln.
Die Dose ist eine kleine Small, aber für eine Coin ist immer Platz. BYOP - Bring Deinen eigenen Stift mit.
Bitte alles wieder so verstecken wie vorgefunden. Danke.