Düna ist so bedeutend, dass hier ein Cache selbstredend her muss. Und neben dem Cache gibt es auf Düna noch reichlich junges Gemüse.
Zur Geschichte: Von Aufenthalten mittelsteinzeitlicher Jäger und Sammler und jungsteinzeitlicher Siedler zeugen Funde im Bereich südwestlich der Domäne. Im 1. Jh. v. Chr. beginnt die Besiedlung südlich der Domäne. Bedeutend ist die Verhüttung Iberger und Lerbacher Eisenerze. Bis zum 10. Jh. bestehen mehrere Gehöfte, an denen seit ca. 300 aus Oberharzer Erzen Silber und aus Rammelsberger Erzen Kupfer gewonnen wurde. Aus spätrömischer Zeit gibt es römische Funde. Zerstörungen der Siedlung sind nachweisbar, vermutlich auch während Auseinandersetzungen der Sachsen und Thüringer.
Wohl schon zu Beginn des 10. Jh. beginnt die Errichtung eines repräsentativen Steingebäudes, wohl auf Reichsbesitz. Um dieses konzentriert sich die Siedlung, daneben besteht ein „Gewerbegebiet“, in dem Oberharzer und Rammelsberger Erze verhüttet werden, aber auch Messing hergestellt wird.
Im 10./11. Jh. brannte das Steingebäude, möglicherweise bei den Sachsenaufständen. Daraufhin wird dieses samt Drainagemaßnahmen neu errichtet und zu den ungeschützten Seiten hin mit Graben und Palisade umgeben. Weiterhin sind Siedlung und Metallgewinnung nachweisbar. Im 12. Jh. wird das Steingebäude um einen Küchenanbau erweitert, die Befestigung erneuert. Die bisher konzentrierte Siedlung verteilt sich auf mehrere Siedlungsstellen, an denen jeweils auch Metall verarbeitet wird.
Im 13. Jh. wird zumindest die Siedlung durch Brand zerstört. Die nun einsetzenden Urkunden erwähnen für 1286 eine Kapelle und in der Folgezeit verschiedene Besitzer, darunter die Grafen von Lauterberg. Im 14. Jh. fällt Düna bis zur Wiederbebauung im 16. Jh. wüst. Vom Kirchhof finden sich noch Spuren unter der heutigen Dorfstraße. Über Jahrhunderte war in Düna sodann ein Vorwerk des Herzberger Schlosses, das zeitweise der Amtsschreiber bewirtschaftete.
Bis 1934 war Düna noch staatliche Domäne, dann erwarb die Hannoversche Siedlungsgesellschaft das Gut. Für Düna begann eine neue Ära. Die Ländereien wurden auf 22 junge Landwirte aufgeteilt, die aus der weiteren Umgebung kamen. Die jungen Landwirte waren froh, aus der Arbeitslosigkeit herauszukommen. Mit dem Richtfest der neuen Siedlungsbauten am 20. Mai 1935 feierten die neuen Siedler auf Düna im Schafstall der Domäne ihr erstes gemeinsames Fest.
Für die neue Dorfstraße mußte eines der größten und ältesten Gutsgebäude weichen: der Schafstall. Er stand gegenüber vom "Cache-Schuppen". Die Zuteilung der Hofstellen und Flächen erfolgte durch die Siedlungsgesellschaft. Nach dem Bau der Wohnhäuser errichteten die Siedler ein Spritzenhaus. Nach wenigen Jahren neigte sich der "schiefe Turm von Düna", die Fundamente versackten, denn man hatte auf dem weitgehend verlandeten alten Dorfteich gebaut. Mit öffentlichen Mitteln wurde ein neues Feuerwehrhaus gebaut. Dafür mußte der alte Backofen fallen, in dem die Dünaer Siedlerfrauen samstags Butterkuchen gebacken hatten.
Noch lange vor der Aufsiedlung Düna’s zum freien Bauerndorf 1935 war die damals noch unbefestigte Straße vom Eiskeller nach Düna von mächtigen Eschen gesäumt. Auch bei den häufigen Schneeverwehungen konnte man so den Weg nicht verfehlen. Immer verzweifelter kämpfte 1944 die deutsche Wehrmacht, zu der auch etliche frischgebackene Dünaer Siedler bzw. ihre Söhne eingezogen waren. Viele kehrten nicht mehr heim. Alles wurde geopfert, mit und ohne strategischem Verstand, und so fiel die herrliche Eschenreihe. Düna gehörte damals zu Hörden, und der Bürgermeister verkloppte die schönen Bäume an eine Gewehrkolbenfabrik. Damit wurde der Endsieg auch nicht mehr errungen.
1947 entstand der Rezess und danach unter Übernahme kommunaler Aufgaben der Realverband Siedlergemeinschaft Düna, der maßgeblich an Aufbau und Pflege der dörflichen Infrastruktur Anteil hat: eigene Wasserversorgung, Friedhof, Wegebau, Waldbewirtschaftung u.a. In den 1960ern öffnete die ehemalige Gaststätte zur Jettenhöhle, sie war ein beliebtes Ausflugsziel gewesen. Heute wird eine Dorfkneipe oder besser noch: ein Hofcafé allseits vermisst. Bei dem attraktiven landschaftlichen Umfeld würde es sicherlich schwarze Zahlen schreiben!
Der Charakter des Dorfes hat sich dem Strukturwandel in der Landwirtschaft folgend geändert. Nur sehr wenige Höfe produzieren noch. Die meisten der 120 Menschen auf Düna sind in der Industrie oder im Handwerk tätig oder im Ruhestand.
Heute ist Düna Ausgangspunkt für Wanderungen durch das angrenzende Gipskarstgebiet Hainholz und ein vielbesuchtes Exkursionsziel am überregionalen Karstwanderweg Südharz. Jahrzehntelange Bemühungen um die Erhaltung dieses einzigartigen Naturkleinods waren erfolgreich und haben zur Investition von fast 7 Mio. DM Bundes-, Landes- und Kreismittel in die Landschaft um Düna geführt. Nutznießer dieser Maßnahmen der Landschaftspflege und Renaturierung waren die Landbewirtschafter auf Düna und in den Nachbarorten Hörden und Schwiegershausen.
Informationen über die Gipskarstlandschaft Hainholz-Beierstein vermitteln die Erläuterungstafeln entlang der z.T. Wanderwege. Für detailliertere Angaben siehe im Internet unter www.karstwanderweg.de
Der Eigentümer sieht die Cacher mit Wohlwollen. Naturgemäß ist etwas vermuggelt hier. Selbst wenn kein Mensch (oder Hund) auf der Straße ist, hinter den Fenstern...