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Runsen und Schwemmfächer EarthCache

Hidden : 9/22/2013
Difficulty:
3 out of 5
Terrain:
2.5 out of 5

Size: Size:   not chosen (not chosen)

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Geocache Description:

Ein Cache über merkwürdige Gräben im Wald und deren Herkunft! Der Cache ist eine Rundwanderung mit einer Länge von etwa 3,5 km. Gut 100 Höhenmeter sind dabei zu überwinden. Anschliessend wird noch im Aartal geforscht und vermessen.

! Das Gebiet ist reich an Wild. Der Cache darf weder abends noch nachts besucht werden !


Was sind Runsen?

Vielerorts in den Wäldern der deutschen Mittelgebirge findet man tiefe Gräben, deren Herkunft ein Rätsel zu sein scheint. Lange Zeit glaubte man, es seien Relikte aus der letzten Eiszeit. Forschungen des ausgehenden 20. Jahrhunderts haben jedoch ergeben, dass diese Hohlformen deutlich jünger sind. Nicht etwa abschmelzende Gletscher waren es, die diese Grabensysteme geschaffen haben, sondern der Mensch und sein seit jeher unbedachter Umgang mit der Natur. Man bezeichnet diese tiefen Einschnitte in der Landschaft als Tilken, Sieken, Gullies oder Runsen.

Runse
Eine Runse.

Entstehung von Runsen am Beispiel des westlichen Taunus

Als im 17. Jahrhundert die Michelbacher Hütte ihren Betrieb aufnahm, benötigte man Unmengen Kohle zum Verhütten des Eisenerzes, das in Hahnstätten abgebaut wurde. Hemmungslos wurden die Wälder der Umgebung weiträumig gerodet und zu Holzkohle verarbeitet. Noch heute sieht man vielerorts im Wald ebene Flächen mit einem Durchmesser von etwa 10 Meter, an denen einst ein Kohlemeiler stand. Statt wieder aufzuforsten, nutzte man die frei gewordene Fläche als Ackerland. Nun war der Boden dem Wetter und den erosiven Kräften der Natur ausgesetzt. Abfließendes Wasser spülte mehr und mehr Erdreich fort und in den Senken kam es bei Starkregen zu Sturzbächen, die sich immer weiter ins Erdreich gruben und tiefe Gräben hinterließen.

Runse
Schematische Darstellung der Entstehung von Runsen.

Bodenschichten

Bei der Entstehung der Runsen werden die einzelnen Bodenschichten angeschnitten und freigelegt. So können die Schichten leicht untersucht und den zeitlichen Perioden ihrer Entstehung zugeordnet werden. In unserem Falle liegt eine eiszeitliche Lösslehmschicht (10.000 J.) auf dem, in den oberen Lagen schon stark verwitterten, Tonschiefer (Devon, 350-400 mio. J.), der den Untergrund des Taunus größtenteils bildet. Auf der Lössschicht hat sich durch nacheiszeitlichen (holozän) Bewuchs eine humushaltige Bodenschicht gebildet. Sobald bei der Runsenbildung die Tonschieferschicht angeschnitten wird, schreitet die Erosion noch schneller fort, da der Schieferschutt das Regenwasser nicht aufhält sondern es im Gegenteil dazu noch schneller abfliessen lässt.

Boden
Darstellung der Bodenschichten

Typisierung von Hohlformensystemen

Man unterscheidet drei Arten von Hohlformen mit mind. 2 Meter Tiefe.

  • Runsen
  • Erosiv übertiefte Bachsysteme
  • Hohlwege

Hohlwege sind nichts anderes als durch andauernde Nutzung vertiefte Wege, diese interessieren uns hier jedoch nicht. Einen interessanten Cache zu diesem Thema findet ihr hier: http://coord.info/GC2VD1F.

Runsen und übertiefte Bachsysteme sind, was die Entstehung betrifft, das gleiche, unterscheiden sich vor allem aber dadurch, dass bei Bachsystemen ein permanentes Gerinne (Bach) vorhanden ist, bei Runsen jedoch nur periodisch (bei Regen) Wasser abfließt. Nun gibt es aber auch eine Besonderheit: Ein übertieftes Bachsystem kann in einzelnen Fällen gerade deshalb einen Bach enthalten, weil eine entstehende Runse den Grundwasserspiegel angeschnitten hat und somit eine Quelle entstanden ist.

Schwemmfächer

Das an den steileren Hangabschnitten fortgeschwemmte Bodenmaterial wird im Talbereich abgelagert. So entstand im Aartal unterhalb des Runsensystems, das wir hier untersuchen, der zugehörige Schwemmfächer. Schon im Mittelalter hat man darauf sog. Krautstücke, also kleine Gärten, angelegt, da der mehrere Meter hohe Schwemmbereich nicht von Überschwemmungen der Aar betroffen, der Boden zudem sehr nährstoffreich ist. Zum Nachweis der Mächtigkeit (Dicke) des Schwemmfächers braucht man nur durch eine Bohrung die unterschiedlichen Schichten miteinander zu vergleichen. Der Schwemmfächer, der auf dem Auelehm des Aartales aufliegt, beinhaltet zu einem guten Teil sowohl Tonschieferstücke als auch Holzreste. Der Auelehm hingegen ist nahezu völlig „skelettfrei“. Bei der Vermessung des Schwemmfächers hat man herausgefunden, dass sein Volumen etwas mehr als die Hälfte des Volumens der Runsen beträgt, aus deren Schuttmaterial er besteht.

Schlussbemerkung

Die Rodung der Wälder und die landwirtschaftliche Übernutzung der Freiflächen hatten vor ein paar hundert Jahren schon die Umwelt nachhaltig zerstört. Die Michelbacher Hütte musste geschlossen werden. Eisen war noch vorhanden, aber schon bald keine Holzkohle mehr. Vielerorts waren Ackerflächen durch die Runsenbildung zerstört worden. (Augenzeugenbericht 30.Mai 1813, Gemarkung Hausen ü.A.: "... ferner ist die Schäferswies 1/2 Morgen ruiniert und mit einem mannstiefen Graben durchschnitten".). Der kurzsichtige Umgang mit der Natur ist also nicht erst eine Unart unserer modernen Kultur. Weltweit werden Regenwälder gerodet und Ressourcen rücksichtslos ausgebeutet. Die Runsen waren der Anfang...

Eure Aufgabe:

Ihr sollt den Schwemmfächer untersuchen und eine Wanderung zu den Runsen unternehmen.

Wir haben beim Erstellen direkt auf dem Schwemmfächer geparkt, das ist wohl nicht verboten, aber auch nicht ganz unproblematisch, vor allem wegen der Überquerung der Aarstraße. Wer das aus Gründen der Sicherheit ablehnt, dem sei empfohlen, von Rückershausen aus zunächst die Runsen zu erwandern und später von Hausen ü.A. den Schwemmfächer aufzusuchen. Es gibt eine alte Eisenbahnbrücke, über die man auf die andere Seite der Aar gelangt.

Wie bei Earthcaches üblich, müsst ihr ein paar Fragen beantworten und uns per PN (Profil) oder per Mail an earthcache ät ccolli.de senden. Ihr dürft sofort loggen, ggfs. Melden wir uns.

Die Fragen:

  1. Bei Stage 2 (15.347 E8 02.757) treffen mehrere Runsen aufeinander. Wie viele sind es?
  2. Bei Stage 4 (15.189 E8 02.814)
    1. nenne uns mind. zwei Unterschiede zur Runse bei Stage 1.
    2. Welcher Hohlformentyp liegt hier vor?
    3. wenn Du bergauf schaust, siehst Du rechts am Rand der Runse, vom Weg aus noch gut erreichbar, die Wurzeln eines Baumes aus der Erde schauen. Zu welcher Schicht gehört das die Wurzel umgebende Bodenmaterial?
  3. Beim Schwemmfächer:
    1. Suche am Ufer der Aar nach einer Stelle, an der Du die angeschnittenen Bodenschichten gut sehen kannst. In welcher Höhe (oben oder unten) sind mehr Steine zu sehen?.
    2. Warum ist das so?
    3. Messe die Breite des Schwemmfächers in Höhe des Weges der die Bahn quert.
  4. Das Volumen des Schwemmfächers beträgt etwa 51% des Volumens der Runsen. Versuche eine Erklärung zu finden, wo der Rest des Schuttmaterials geblieben ist.

Es wäre nett, wenn Ihr unseren Earthcache nach Belieben mit Fotos und/oder FP’s aufwertet.

Wir wünschen viel Spaß bei einer schönen Wanderung zur Erkundung der Runsen.

Quellennachweis

  • Christian Stolz (2005): Historisches Grabenreißen im Wassereinzugsgebiet der Aar zwischen Wiesbaden und Limburg. Eine Dissertation, einsehbar hier: http://ubm.opus.hbz-nrw.de/volltexte/2005/703/
  • Plakat zur o.g. Dissertation von C.Stolz
  • C.Stolz (2005): Historische Bodenerosionsforschung im Taunus anhand kolluvialer Ablagerungen und Bodendenkmäler, in: Sonderdruck: Siedlungsforschung. Archäologie - Geschichte – Geographie, S.227 – 252
  • C.Stolz (2003): Erosionsschluchten aus geschichtlicher Zeit im mittleren Aartal bei Aarbergen-Hausen ü.A., in: Jahrbuch des Nassauischen Vereins für Naturkunde, Band 124

Additional Hints (Decrypt)

Sentr Fgntr 4: rvare qre Hagrefpuvrqr vz Jvagre xnhz fvpugone.

Decryption Key

A|B|C|D|E|F|G|H|I|J|K|L|M
-------------------------
N|O|P|Q|R|S|T|U|V|W|X|Y|Z

(letter above equals below, and vice versa)