Das Entstehungsdatum des alten Friedhofes der Gemeinde Mehlis ist ubekannt. Erstmals schriftlich erwähnt wird ein haus auf dem Gottesacker im Jahre 1657. Es wurde 1758 zu einer kleinen Kirche "mit Kanzel und Bänken" ausgebaut, 1849 aber wegen Baufälligkeit eingerissen. Anstelle eines "Bahrhäuschen" ist 1883 eine kleine klassizistische Leichenhalle errichtet worden. 1934 erfolgte eine Geländeverkleinerung wegen Straßenverbreiterung.
Der Bau eines Zentralfriedhofes für die Stadt Zella-Mehlis (Waldfriedhof) nach dem Zweiten Weltkrieg führte zur Schließung des alten Mehliser Gottesacker am 30.06.1951. Zu Beginn der 1970er Jahre wurde die Leichenhalle abgerissen und alle Gräber beseitigt.
Hier befanden sich ortsgeschichtlich und kunsthandwerklich bedeutsame Einzel- und Familiengrabmale von Mehlis Frabrikantenfamilien wie Louis Anschütz, Johannes Bolte, Fritz Reuß, Max Schilling und von den Ecksteins.
Erhalten blieb das Denkmal "Denkmal der Märzgefallenen" zum Gedenken an die während des Kapp-Putsches 1920 in Gotha und Suhl gefallenen Zella-Mehliser Arbeiter. 1920 eingeweiht, ist es im März 1960 erneuert und vergrößert worden. Nach dem Abriss der Leichenhalle erfolgte die Umsetzung des Denkmals auf deren Fundamente.