Wulkaprodersdorf/Vulkaprodrštof
Geografie
Die Gemeinde liegt im nördlichen Burgenland nahe der Landeshauptstadt Eisenstadt. Die Gemeinde Wulkaprodersdorf ist eine Talsiedlung in der Wulkaebene. Geographisch liegt der Ort Wulkaprodersdorf zwischen dem Neusiedler See im Osten, dem Rosaliengebirge im Westen und wird vom Ödenburgergebirge im Süden und vom Leithagebirge im Norden begrenzt.
Die höchste Erhebung (Föllik) erreicht eine Höhe von 243 m und bietet sogar einen Blick zum Neusiedler See. Der tiefste Punkt (Pieler Mühle) beträgt 162m. Die Gesamtfläche von Wulkaprodersdorf umfasst 12,22 km.
Auf den Rieden des Fölliks, der unteren Weide und des Sandackers wachsen auch ausgezeichnete Weine.
Geschichte
Durch die günstige verkehrsgeographische Lage ist Wulkaprodersdorf ein bedeutender Verkehrsknotenpunkt. Das Gebiet um Wulkaprodersdorf war bereits zur Jungsteinzeit (5.000 v. Chr.) besiedelt. Vor Christi Geburt war das Gebiet Teil des keltischen Königreiches Noricum und gehörte zur Umgebung der keltischen Höhensiedlung Burg auf dem Schwarzenbacher Burgberg.
Später unter den Römern lag das heutige Wulkaprodersdorf dann in der Provinz Pannonia. Zur Römerzeit (Chr.Geb.- 400 n. Chr.) lag der Ort an einer wichtigen Landstraße (Vicinalstraße). An mehreren Stellen im Gemeindegebiet lagen römische Gutshöfe, ein römischer Friedhof lag beim Bahnhof, wo beim Bahnbau 1879/80 viele römische Gräber zerstört wurden. Wulkaprodersdorf wurde erstmals im Jahre 1292 urkundlich erwähnt. Eine lateinische Urkunde aus dem Jahre 1292 ist der älteste schriftliche Beleg für Wulkaprodersdorf.
Die Türkenkriege von 1529 und 1532 trafen den Ort so schwer, dass eine Nachbesiedlung mit Kroaten vorgenommen werden musste. Bereits um 1530 ließen sich die ersten Kroaten in Wulkaprodersdorf nieder. Ab diesem Zeitpunkt gab es eine permanente Zunahme von kroatischen Ansiedlern.
Der Ort gehörte wie das gesamte Burgenland bis 1920/21 zu Ungarn (Deutsch-Westungarn). Seit 1898 musste aufgrund der Magyarisierungspolitik der Regierung in Budapest der ungarische Ortsname „Vulkapordány" verwendet werden. Obwohl „Vulkapordany“ historisch und staatsrechtlich zu Ungarn gehörte, war die Bevölkerung sprachlich und wirtschaftlich nach Österreich hin orientiert. Nach dem Ende des zweiten Weltkrieges sprach sich die Bevölkerung in einer geheimen Abstimmung mehrheitlich für ein autonomes Deutschwestungarn aus.
Nach Ende des ersten Weltkriegs wurde nach zähen Verhandlungen Deutsch-Westungarn in den Verträgen von St. Germain und Trianon 1919 Österreich zugesprochen. Der Ort gehört seit 1921 zum neu gegründeten Bundesland Burgenland.
In der Zwischenkriegszeit und auch während des 1. Weltkrieges war die wirtschaftliche Lage der Gemeinde sehr schlecht. In der Folge begann sich das Leben im Dorf nur langsam wieder zu normalisieren. Die wichtigsten Projekte waren die Errichtung der Wasserleitung und der Bau der Kanalisation.
Heute ist Wulkaprodersdorf Sitz des Wasserverbandes Wulkatal. Um vor allem die junge Bevölkerung von einer Abwanderung abzuhalten, wurden neue Wohnhausanlagen geschaffen. Im Zuge der Feierlichkeiten für das 700-jährige Bestehen wurde der Gemeinde Wulkaprodersdorf am 21. Juni 1992 das Recht zur Führung der Bezeichnung „Marktgemeinde“ verliehen.
Wulkaprodersdorf ist im Laufe seiner Geschichte zu einer aufstrebenden Gemeinde gewachsen, die auf zahlreiche Erfolge auf kommunalem, kulturellem und wirtschaftlichem Gebiet verweisen kann.
-
Stift bitte selbst mitbringen!
-
Bitte mit dem Cachebehälter sorgsam umgehen und sorgfältig wieder deponieren!