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Schweißschlackenverarbeitung an Beispiel des Kolosses von Lützingen.
Bei dem Koloss handelt sich um ein einziges Stück, das aus den Schweißschlacken des Gipfelbereichs des Herchenberges abgelöst wurde.
Schweißschlacke ist ein älterer, terminologisch nicht korrekter Begriff für eine spezielle Form der pyroklastischen Ablagerung. Sie besteht aus ausgeschleuderten, im Gegensatz zur Wurfschlacke glutflüssigen Lavafetzen, die auf dem Kraterrand zusammenkleben, also „zusammengeschweißt“ werden, und so zu dessen Aufbau und Wachstum beitragen. Der Begriff "-schlacke" ist aber irreführend, da er nichts mit Restprodukten einer Verbrennung zu tun hat.
In der neueren Terminologie der Pyroklasten bzw. der Pyroklastischen Ablagerungen gehört die Schweißschlacke zu den Agglomeraten, da sie zu über 75 % aus vulkanischen Bomben besteht.

Die Schlackenkegel, die häufigsten Vulkane auf der Erde, bestehen aus einem Wall, einem Krater und den Außenflanken. (Siehe Abbildung oben, 2- Schlackenwall, 3-Hangrutschzone)
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Eruption von Lavafetzen am Beispiel des Mauna Ulu Krater, Hawaii
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Sie entstehen dann, wenn sehr heißes und dünnflüssiges basaltisches Magma aus Spalten oder rundlichen Schloten in Fetzen ausgeworfen wird . In der direkten Umgebung des Schlots werden die noch heißen Lavafetzen zu einem kompakten Gestein verschweißt, den Schweißschlacken. ln diesen festen, aber meist noch porösen verschweißten Gesteinen kann man einzelne, oft meterlange Lavafetzen voneinander unterscheiden. Derartige kompakte Gesteine werden oft als Lavaseen fehlinterpretiert. In größerer Entfernung vom Schlot baut sich ein Ringwall aus häufig länglichen bis rundlichen Schlackenfetzen auf, den eigentlichen Bomben, die eingebettet sind in Bombenbruchstücke oder kleinere blasige Partikel. Größere Bruchstücke von Bomben sind in eckige Lapilli eingebettet, die im äußeren Teil eines Kegels überwiegen.
Der Außenmantel besteht häufig aus kleinen Lapilli oder Bombenbruchstücken, die im Spätstadium der Eruption am steilen Vulkanhang abgerutscht sind und sich am Vulkanfuß angehäuft haben. Im Allgemeinen sind die Ablagerungen des eigentlichen Kegels nur schwach geschichtet und grobkörnig; feinkörniges Material (Asche) fehlt weitgehend. In der Steinindustrie der Eifel wird der Begriff Lava, für diese Ablagerungen verwendet.
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Das Förderzentrum der Agglutinate des Rockeskyller Kopfes lag rechts im Bild.
In Schicht 3 sind die verschweißten Schlacken gut zu erkennen, die links stark verschweißt,
rechts jedoch schwächer verschweißt und als einzelne Fetzen zu erkennen sind
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Der Kraterbereich der basaltischen Vulkanbauten wird durchzogen von Gängen, die in seltenen Fällen auch direkt mit Lavaströmen verbunden sein können, die häufig erst im Spätstadium eines Schlackenkegels ausbrechen und Teile des Schlackenkegels huckepack mit sich transportieren.
Beim „Koloss von Oberlützingen" handelt es sich um das letzte vorhandene Zeugnis eines jahrhundertealten Mühlsteinbruches, der mittlerweile dem Lava-Abbau zum Opfer gefallen ist. Dieser Koloss wurde Mitte März 2001 in Burgbrohl-Oberlützingen aufgestellt und kann hier auf dem Dorfplatz besichtigt werden.
 
Im Bereich 1 sind noch Verarbeitungsspuren des ausgelösten Mühlsteines zu erkennen. Diese Stelle wurde von den Arbeitern für die Mühlsteinfertigung ausgesucht.
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