Die kleine Hexe Walburga hatte gerade ihr 1. Hexendiplom abgeschlossen und nun zog es sie hinaus in die Welt auf der Suche nach Abenteuern - und ihrem eigenen kleinen Hexenhaus.
Doch wohin, die Welt ist doch sooooo groß!
"Hm…. dann schaue ich doch vielleicht erst mal nach, ob das kleine Häuschen meiner Großmutter noch steht."
Dachte sich Walburga und auf ging’s auf den Besen Richtung Weilburg.
Über Weilburg wurde sie aber nun doch ratlos…
„Da ist das Schloss mit seiner Kirche, dort die Lahn, hier ist das Jagdschlösschen – wie hieß es nochmal? – ahja, Windhof… aber wo war noch gleich das Hexenhaus? Verflixt, ich kann mir so was einfach nicht behalten!“
Walburga hatte nämlich keinen besonders guten Orientierungssinn. Auf dem Flug nach Weilburg war sie gleich zwei Mal in Wetzlar gewesen…
„Ah, Besen halt… So finden wir nie irgendetwas. Ohne einen Navigationsspruch werden wir uns noch gründlich verirren." "NE0BI AIB, E00HAF FFH" murmelte die Hexe. Und siehe da, sie wurde fündig: "Dieses Haus dort unten kommt mir bekannt vor.
Großmutter hat mir erzählt, dass dort ihre Freundin Ingeborg wohnt. Sie kann die tollsten Märchen weit und breit erzählen!“
Rasch flog Walburga hinunter zum Märchenhaus, wobei sie ihre ganz eigene Orientierung nutzte - keine allzu hochmoderne Zauberei - doch was war das? Das Haus lag verschlossen vor ihr. War die Märchentante wieder einmal unterwegs? Nein – das Haus sah irgendwie ziemlich verlassen aus.

Neugierig wanderte Walburga in der Gegend herum und als sie auf eine junge Frau stieß fragte sie diese:
„Entschuldigung! Können Sie mir sagen, ob die Märchentante Ingeborg noch hier wohnt?"
Die Antwort machte die kleine Hexe ein wenig traurig, so war die lebenslustige alte Dame schon vor einigen Jahren gestorben.
Doch ein Verein war gegründet worden und gedachte der Bekannten der Großmutter und ihrer Märchen.
Walburga überlegte.Wo sollte sie nun hin? Sie überlegte. Und nach und nach fiel ihr wieder die Geschichte ein:
Ingeborg und ihre Freundin hatten sich als kleine Mädchen vom Märchenhaus aus auf den Weg gemacht, um einen Schatz zu verstecken. Walburga machte sich nun ebenfalls auf und folgte den Erzählungen ihrer Großmutter.
Zuerst ging sie ein Stück des Weges entlang.

Der Weg bog zwischen zwei Steinen hindurch rechts ab, direkt auf den Wald zu. Walburgas Herz pochte schneller. Kurz versicherte sie sich, dass sie auch wirklich niemand beobachtete, waren hier in der Umgebung doch häufiger kleine Muggel unterwegs.

Walburga ging weiter auf den Wald zu und sah auf der rechten Seite einen mächtigen Baum, der hier sicher schon länger stand.

"Wie hat sie immer gesagt: 'Wenn du vor der großen Eiche stehst, wende deinen Blick nach links dem Hügel zu."
Gesagt, getan. Walburga machte sich auf ins Unterholz...
....Und fand schon bald den beschriebenen Zwillingsbaum, der ihre Großmutter und ihre Freundin Ingeborg immer an ihre unzertrennliche Freundschaft erinnern sollte.

"An seinen Wurzeln sollst du suchen, so wirst du finden, was hier allezeit ruht...." flüsterte Walburga leise die Worte der Großmutter.