Vom Wasserschloss zur Grundschule

Die ehemalige Wasserburg Neuhof befindet sich inmitten dem gleichnamigen Ort, wo der Fluss Kemmete in die Fliede fließt. Nachdem die Burg 1958 großzügig abgebrochen wurde, entstand hier eine Schule, die das ehemalige Gelände der Anlage vollständig einnimmt. Ein hufeisenförmigen Bau, bestehend aus mindestens drei Gebäuden prägt heute das Bild der alten Anlage.

Von dem alten Wasserschloss sind nur die vier Stümpfe der Außentürme erhalten geblieben, die das 90 auf 100 m messende Grundstück einrahmten. Sie erhielten im Zuge der Restauration Dächer und Aufsätze aus Holz. Heute beherbergen sie räumliche Funktionen der Schule.
Über einen Rundweg gibt es die Möglichkeit das Grundstück zu umrunden und sich den Türmen bis auf wenige Meter zu nähern. Hierbei fallen zahlreiche kleine Details auf, wie z.B. Schießschartengroße Öffnungen, Überreste abgehender Wehrmauern und halb vergrabene Fenster auf. Eine Inschrift am Westturm deutet mit dem Jahre 1519 auf das Entstehungsdatum, bzw. einen Ausbau der Türme hin. Beim Nordturm lassen sich unter anderem ältere Fundamente bzw. Grundmauern erkennen, die auf einen Umbau oder nachträglichen Aufbau hinweisen. Bei der Restauration wurde der Westturm anscheinend von der Rückseite her zugemauert. Es kann sich folglich um einen Schalenturm gehandelt haben, der eventuell zur Rückseite hin offen oder nur mit Holz verschlossen war um ein Verschanzen der Feinde zu vermeiden.
Neben den vier Türmen sind teilweise Überreste der alten äußeren Wehrmauer zu erkennen, die zum Teil in das Schulgelände eingearbeitet wurden. Man stößt beispielsweise an der Nordwestseite auf Überreste einer Wehrmauer, die in der Rückseite der Turnhalle integriert wurde. Der alte Graben, der die Burg einst umgab und wahrscheinlich durch die beiden Flüsse gespeist wurde, lässt sich heute noch ansatzweise erkennen. Halb vergrabene Fenster weisen darauf hin, dass das Bodenniveau, also der Graben mehrere Meter tiefer gewesen sein muss als heute.

Geschichte
Die erste urkundliche Erwähnung des Namens Neuhof erfolgte im Jahr 1165. Der Name wurde durch die Fuldaer Fürstäbte gegeben (Nuwenhof). Gründer des Schlosses war der Fürstabt Heinrich IV. von Erdthal. Im Jahre 1597, als in Deutschland die Pest wütete, zogen Regierung und das Oberhaupt des Hochstifts Fulda nach Neuhof. Beim wiederholten Ausbruch der Pest 1611 nutzte man die Burg ein zweites Mal als Residenz. Grund hierfür war anscheinend die abgelegenen Lage inmitten vieler Wälder. Das Schloss lag trotz der Abgeschiedenheit zur nächsten großen Stadt an einer der damalig wichtigsten Handelsstraßen, genannt die "Reiche Straße". Dieser führte von Frankfurt nach Leipzig. In späteren Jahren errichtete man hier eine Postkutschenstation. Die sich hier bildende Stadt profitierte schnell von der günstigen Lage. 1958 wurde die alte Wasserburg zum Teil abgebrochen, nur die Türme sind geblieben
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Quelle: http://www.burgenarchiv.de und http://www.schloss-schule-neuhof.de/
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