Schloss Wasserberg

Der Cache führt euch zum Schloss Wasserberg in der Gaal.
Die Anfänge des Schlosses reichen zurück bis ins 10. Jahrhundert. Zu dieser Zeit haben die Erzbischöfe des Erzbistums Salzburg an der Stelle des späteren Schlosses einen Wehrbau errichten lassen und mit Salzburger Dienstmannen besetzt. Diese Burg bewachte die Verzweigung der zahlreichen Saumwege zwischen dem Aichfeld und dem Liesing-, Palten- und Pölstal. Anlässlich der Gründung des Bistums Seckau im Jahr 1218 wurde das Gebiet um Wasserberg schließlich an den Bischof von Seckau übergeben. So kam es, dass um 1260 der Bischof Bernhard von Seckau auf dem Schenkungsgut eine Burg baute, die den Namen der Gegend enthielt ("Seccoburg"). Dieser Name konnte sich jedoch nicht durchsetzen. Die Verwaltung des Wehrbaus fiel Burggrafen zu, aber es hielten sich v.a. auch die Seckauer Bischöfe hier auf. Unter dem streitbaren Bischof Matthias Scheit, der Wasserberg zu seiner Lieblingsresidenz erkor, erfolgte der Ausbau zu einer Schlossanlage. Wasserberg wurde vor politischen und kriegerischen Ereignissen nicht verschont. 1649 beispielsweise wurde Wasserberg von den Nachwehen des Dreißigjährigen Krieges betroffen, als rund 40 Soldaten über längere Zeit versorgt werden mussten. Nach fast 600 Jahren in bischöflichem Besitz wurden Herrschaft und Schloss Wasserberg 1844 an Maximilian Seßler aus der damals wichtigsten Gewerkenfamilie des Mürztales verkauft. Ab diesem Zeitpunkt erfuhr das Schloss zahlreiche An- und Umbauten und wechselte öfters den Besitzer. Im Jahr 1913 ging das Schloss zum ersten Mal in den Besitz des Stifts Heiligenkreuz, wechselte einige Zeit später wieder zweimal den Besitzer. Seit 1950 befindet sich das Schloss nun wieder im Besitz des Stifts Heiligenkreuz bei Wien. Heute sind im Schloss die Forstverwaltung Wasserberg sowie Wohnungen untergebracht.
Sagen um Schloss Wasserberg
Entstehung des Schlosses Wasserberg
Das ganze Ingeringtal war einmal ein See. Nur ein Hügel ragte heraus. Dies war der Hügel, auf dem heute das Schloss Wasserberg steht. Darum hat das Schloss später auch seinen Namen bekommen.
Das heimliche Gericht zu Schloss Wasserberg
Im Schloss Wasserberg soll einst ein heimliches Gericht bestanden haben, bei dem Ritter aus der Umgebung an jedem siebenten Vollmond hier zusammen kamen und sich im Schlosshof auf Steinsitze setzten, um über Verbrecher, die man in den Turm des Schloss geworfen hatte, Gericht zu halten. Alle Ritter waren schwarz gekleidet und hatten Larven vor dem Gesicht, so dass man sie nicht erkannte, unter ihnen auch ein vornehmer Herr von Seckau. Alle Verbrecher wurden einzeln vorgeführt und keiner wurde verschont. Die Todesstrafe wurde durch die eiserne Jungfrau, ein aus einem Kasten mit scharfgeschliffenen Messern bestehendes Marterwerkzeug, vollzogen. Als einmal das Schloss umgebaut wurde, fand man eine Grube mit Mordwerkzeugen. Diese, wie auch die eiserne Jungfrau, wurden später stückweise aus dem Schloss verschleppt und aus der Grube selbst mehrere Wagen voll Menschengebeine, die Überreste der Hingerichteten, nach Gaal überführt und dort auf dem Friedhof in geweihter Erde bestattet. Noch heute wird in der Schlosskapelle zu Wasserberg einmal im Jahr ein heiliges Messopfer für die Toten dargebracht. Es wurde von Bewohnern berichtet, dass zuweilen um Mitternacht eine schwarze Kutsche auf der Straße daher gefahren kam, mit Schlag zwölf Uhr in den Schlosseingang fuhr, wo schwarze Gestalten mit Fackeln das Tor öffneten und schlossen und die Gefangenen in Empfang nahmen. Diese schwarze Kutsche, auf welcher vorne eine, hinten zwei schwarze vermummte Gestalten saßen, soll nach Angaben der vielen Beobachter in das Schloss eingefahren, aber nie wieder herausgekommen sein. Man glaubt, dass der Teufel selbst solche Bösewichte, die trotz böser Gräueltaten nicht vom Arm der Gerechtigkeit aufgegriffen werden konnten, dem heimlichen Gericht zu Wasserberg überlieferte, um alsbald deren Seelen in Empfang zu nehmen.
Quelle: Brunner/Brunner/Burböck/Jäger: Gaal. Geschichte des Lebensraumes und seiner Bewohner, Eigenverlag der Ortsgemeinde Gaal, 2000.

Vor dem Schloss standen lange Zeit zwei große, unter Naturschutz stehende Berg-Ahorn-Bäume (siehe Bild). Im Jahr 2013 wurde das Schloss anlässlich der Feier zum 100-jährigen "Besitzjubiliäum" des Stifts Heiligenkreuz neu renoviert - bei diesen Arbeiten im Innenhof stieß man übrigens auf einen alten, mit einer Betonplatte abgedeckten, bislang unbekannten Brunnenschacht, der im Zuge dessen ebenfalls restauriert wurde und nun gerne betrachtet werden darf. Kurz vor der Einweihungsfeier des Innenhofs (bei der ca. 1200 Leute teilnahmen) stürzte einer der beiden erwähnten Berg-Ahorn-Bäume um. Laut an der Feier verlesenen Chroniken zufolge sogar der Baum, an dem früher mehrfach Todesstrafen durch Erhängen vollzogen wurden. Aus Dankbarkeit, dass es zu keinen Personenschäden kam und der Baum vorher fiel, wurde 2015 die Klementi Kapelle am in der Nähe gelegenen Ingeringsee errichtet, bei der u.a. das Holz des Berg-Ahorns verarbeitet wurde. Darüber hinaus besitzt der derzeitige Abt des Stifts Heiligenkreuz, Maximilian Heim, ein Brustkreuz aus dem Holz des umgestürzten Baumes.
Und nun: Viel Spaß beim Suchen! 
P.S.: Der Cache wurde mit ausdrücklicher Genehmigung des Abts von Heiligenkreuz platziert. Danke an Legolas Grünblatt, der einen "Beta-Test" durchgeführt und sich als erster (aber kein FTF) im Logbuch verewigt hat. Besonders freue ich mich schließlich über das Angebot von Sarumanat, diesen Cache im Notfall zu warten und ohne den eine Veröffentlichung nicht möglich gewesen wäre! Vielen Dank!