
Zwischen Quedlinburg und den Orten Warnstedt bzw. Weddersleben an der K2356 befindet sich ein Aufschluss, der die sogenannte Salzberg- Formation zeigt. Diese geologische Einheit ist auf das Gebiet von Sachsen- Anhalt begrenzt und kann eine maximale MĂ€chtigkeit von etwa 200 Metern aufweisen.
An den Koordinaten befindet ihr euch am Salzberg, der namensgebend fĂŒr diese Formation ist. Er markiert die sĂŒdliche Flanke des Quedlinburger Sattels. Hier sind rund 25 Meter der Salzberg- Formation aufgeschlossen.
Lithologie:
Die Formation ist hauptsĂ€chlich aus sandigen Mergeln aufgebaut, zu denen auch der Salzbergmergel zĂ€hlt. Daneben existieren auch kalkig zementierte Feinsandsteine, die in bis zu 30 cm mĂ€chtigen KalksandsteinbĂ€nken auftreten können. Diese gebankte Struktur ist am Aufschluss auch einigermaĂen gut zu erkennen.
Am Aufschluss ist zu dem eine weitere geologische Struktur zu erkennen, das Dachbankprofil. Im englischen wird dieses als coarsening- up(ward)- Zyklus bezeichnet. Es wird durch eine nach oben hin grobkörniger werdende Sedimentfolge charakterisiert. Am Aufschluss sind diese Zyklen etwa 5 â 10 cm mĂ€chtig. Die Basis bilden dabei die feinkörnigen Mergel (<63 ”m). DarĂŒber folgen dann Feinsandsteine (63 ”mâ 0,2 mm), Mittelsandsteine (0,2 mm â 0,63 mm) und dann die Grobsandsteine (0,63 mm â 2 mm). Darauf liegt dann wieder ein neuer Zyklus auf.
Am Salzberg treten zu dem dĂŒnne Konglomeratlagen auf, die Sedimente aus der Trias und Ă€lteren Kreide beinhalten.
Entstehung:
Die Salzberg- Formation hat sich zur Zeit des Santonium (85,8 - 83,5 Millionen Jahre) gebildet. Dieses ist eine Stufe der Kreidezeit. WÀhrend der Kreidezeit war das Klima allgemein sehr warm. Daher waren die damaligen Pole eisfrei, was weltweit in einem erhöhten Meeresspiegel resultierte. Unter Geologen wird ein Meeresspiegelanstieg auch als Transgression bezeichnet.
Zu dieser Zeit war das heutige Quedlinburg eine KĂŒstenregion. Sie wurde als Teil der Harzscholle aus dem Wasser gehoben. Die Bereiche um Halberstadt und Blankenburg waren Mulden, die einen Golf vor der Quedlinburger KĂŒste bildeten. In den flachen KĂŒstengewĂ€ssern konnten sich viele Organismen ansiedeln. Nach Absterben fielen die Kalkreste und -skelette auf den Meeresgrund und wurden teilweise mit neuem Sediment bedeckt. So konnten die Organismen als Fossilien erhalten werden. Durch Tektonik oder Erosion (Abtragung) können diese Fossilien wieder an die OberflĂ€che gelangen und sind an AufschlĂŒssen zu entdecken.
Vor allem fĂŒr PalĂ€ogeographen sind diese Fossilien sehr interessant. Mit ihrer Hilfe kann rekonstruiert werden, wie die Erde zu frĂŒheren Zeiten ausgesehen hat.
OberflĂ€chennahe Bereiche, wie an AufschlĂŒssen, sind jedoch stark der Subrosion (Auslaugung) ausgesetzt. Leicht lösliche Gesteine, wie Salze und Kalke, werden durch Sickerwasser gelöst. Dies geschieht meist entlang von KlĂŒften, kann aber auch auf der OberflĂ€che stattfinden. Dies kann zur Entfestigung des Gesteins und zum Absinken darĂŒber liegender Schichten fĂŒhren. Die Subrosion nimmt aber mit der Tiefe ab.
Besonderheiten:
Da sich die Salzberg- Formation in einer Zeit mit Meeresspiegelhochstand gebildet hat, ist sie sehr fossilreich. Die Makrofauna besteht aus:
- Brachipoden (ArmfĂŒĂer)
- Bryozoen (Moostierchen)
- Serpuliden (KalkröhrenwĂŒrmer)
- Bivalven (Muscheln)
- Gastropoden (Schnecken)
- Dentalien (KahnfĂŒĂer)
- Belemniten (KopffĂŒĂer)
- Ammoniten (KopffĂŒĂer)
- Nautiliden (Perlboote)
- Krebsresten
Von diesen Leitfossilien treten Bryozoen, Serpuliden und Bivalven am hÀufigsten in der Salzberg- Formation auf. Die anderen Fossiliengruppen sind dagegen selten bzw. sehr selten zu finden.
Aufgrund des Fossilienreichtums ist der Salzberg als Naturdenkmal geschĂŒtzt.
Im April 2015 hat der Geopark nun auch hier eine Infotafel errichtet.
Quellen:
BUNDESANSTALT FĂR GEOWISSENSCHAFTEN UND ROHSTOFFE (2006): Lithostratigraphische Einheiten Deutschlands, Salzberg- Formation. (Zugriff: 24.03.2014)
FRIEDEL, C.-H., GĂLDNER, T., BORNEMANN, A. & VOIGT, T. (2012): Ein neues Querprofil durch die Harzaufrichtungszone östlich Blankenburg â Konsequenzen fĂŒr Lithologie, Stratigraphie und Tektonik.- Hallesches Jahrbuch, H. 28: 26 â 29.
MURAWSKI, H. & MEYER, W. (2010): Geologisches Wörterbuch.- 12. Aufl.: Heidelberg.
Aufgaben:
Um diesen Earthcache loggen zu können, möchte ich euch bitten, folgende Fragen zu beantworten. Dazu muss der Aufschluss nicht betreten werden:
1. Welche Fossilien könnt ihr am Aufschluss entdecken? (hier reichen auch die deutschen Bezeichnungen)
2. Wo befinden sich die Fossilien im Aufschluss?
3. Beschreibe mit eigenen Worten das Gestein am Aufschluss hinsichtlich seiner Eigenschaften (Farbe, KorngröĂe, Festigkeit,...).
Freiwillig könnt ihr noch folgende Aufgabe erfĂŒllen:
Es ist keine Logbedingung, jedoch freue ich mich ĂŒber jedes Foto, das ihr von euch mit dem Aufschluss, Fossilien oder einer interessanten Stelle, die ihr gefunden habt, macht und Eurem Log anhĂ€ngt.
Schickt eure Antworten an mein Geocachingprofil. Danach könnt ihr sofort loggen. Falls ich noch Fragen an euch haben sollte, melde ich mich noch mal umgehend bei euch.

Salzberg near Quedlinburg

Between Quedlinburg and the two villages Warnstedt and Weddersleben at the road K2356 you can explore an outcrop, which shows the âSalzberg- Formationâ. This geological unit is restricted to the area of Saxony- Anhalt and can reach a maximum depth of stratum of 200m. At the coordinates you are at the Salzberg, which is eponymous for this formation. It marks the southern flank of the âQuedlinburger Sattelâ. At this point the outcrop is 25m thick.
Lithology:
The formation is mainly constructed from sandy marl, which includes the Salzberg- marl. In addition there are calcareous cemented fine sandstones, which occur in up to 30cm mighty limestone beds. This bedded structure can also be seen at the outcrop.
At the outcrop there is another geological structure you can explore. Itâs called coarsening upward cycle. It is characterized by an upwardly increase of the grain size in the sedimentary sequence. At the outcrop one cycle is between 5 and 10 cm thick. At the base there are fine- grained marls (<63 micron). Above there are fine sandstones (63 micron â 0.2 mm), middle sandstones (0.2 mm â 0.63 mm) and on top there are coarse sandstones (0.63 mm â 2 mm). Over that there starts a new cycle.
At the Salzberg occur layers of conglomerate, too, which consist of sediments of the Triassic an Early Cretaceous.
Formation:
The âSalzberg- Formationâ has been formed at the time of the Santonian (85.8 - 83.5 million years ago). This is an age of the Cretaceous. During the Cretaceous the climate was generally warm. Because of that the former poles were free of ice, resulting in an increased global sea. Among geologists sea level rise is also known as transgression.
At this time the current Quedlinburg was a coastal region. She was raised as part of the âHarzscholleâ from the water. The areas around Halberstadt and Blankenburg were depressions that formed a bay in front of the Quedlinburg coast. In the shallow coastal waters many organisms could settle. After death any skeletons fell to the ocean floor and were partially covered with new sediment. Thus, the organisms could be preserved as fossils. By tectonics or erosion (ablation) these fossils can return to the surface and now they can be discovered in outcrops.
Especially for the paleogeography these fossils are very interesting. With the help of fossils it can be reconstructed how the earth looked at earlier times.
But near-surface areas, such as in outcrops, could be destroyed by Subrosion (leaching). Easily soluble rocks such as limestone and salts are dissolved by percolate water. This usually happens along joints, but can also occur on the surface. This can lead to softening of the rock and to a decrease of overlying layers. However, the Subrosion decreases with depth.
Special:
As the âSalzberg- Formationâ has formed at a time with high sea level, it is very rich in fossils. The macrofauna consists of:
- Brachiopod
- Bryozoa (moss animals)
- Serpulidae
- Bivalvia (molluscs)
- Gastropoda (snails, slugs)
- tusk shells, scaphopods (molluscs)
- Belemnitida
- Ammonites
- Nautiloids
- remains of crustaceans
Of these index fossils occur bryozoans, bivalves and serpulids most prevalent in the âSalzberg- Formationâ. The other fossil groups, however, are rare and very rare present.
Due to the wealth of fossils the Salzberg is protected as a natural monument.
In April 2015 the Geopark has built an information board here.
Sources:
BUNDESANSTALT FĂR GEOWISSENSCHAFTEN UND ROHSTOFFE (2006): Lithostratigraphische Einheiten Deutschlands, Salzberg- Formation. (Zugriff: 24.03.2014)
FRIEDEL, C.-H., GĂLDNER, T., BORNEMANN, A. & VOIGT, T. (2012): Ein neues Querprofil durch die Harzaufrichtungszone östlich Blankenburg â Konsequenzen fĂŒr Lithologie, Stratigraphie und Tektonik.- Hallesches Jahrbuch, H. 28: 26 â 29.
MURAWSKI, H. & MEYER, W. (2010): Geologisches Wörterbuch.- 12. Aufl.: Heidelberg.
Tasks:
To log this Earthcache, you have to answer the following questions. The outcrop need not to be entered:
1. Which fossils do you explore at the outcrop?
2. Where you can find the fossils in the outcrop?
3. Describe the rock at the outcrop regarding its properties (colour, grain size, strength,...).
Voluntary you can achieve the following task:
It's not a condition, but I'm happy about every photo of you with the outcrop, fossils or a place, which you find interesting, and attach it to the log.
Please send your answers to my Geocaching- Account. After that you can log this cache. If there are any questions, I'll contact you again.
