Die Sage vom Karla- Born
Als es noch keine Städte wie Freital und Dresden gab und als die Gegend hier fast ausschließlich aus waldbedeckten Hügeln bestand, soll sich Folgendes zugetragen haben:
Auf den Dölzschener Anhöhen stand an der Stelle der heutigen Jochhöh die Burganlage Thorun. Die dort herrschende Fürstenfamilie lebte exzessiv und ging dabei sehr schlecht mit ihren Vasallen und Bediensteten um. Nicht nur die Eltern, auch der heranwachsende Sprössling, waren wegen ihrer Demütigungen und ungerechter Entlohnung bekannt.
Die drei Lehnsherren hörten von einer mysteriösen Quelle, ganz in der Nähe ihres Gutes, deren Wasser das Leben verlängern sollte. Gezeichnet von dem Genuss von „Wein, Weib und Gesang“ war das Interesse am Born sehr groß. Da die Befürchtung bestand, dass das Gerücht nur eine Finte ist um sie vergiften zu wollen, nahmen sie auf ihrer Suche im Wald die kleine Vasallentochter Karla mit. Es dauerte nicht lange und das Plätschern des Wassers verriet den Ort der Quelle. Sie befahlen dem Mädchen das Wasser vorzukosten und es ihnen als Mundschenk zu überreichen. Karla tat wie ihr aufgetragen. Von einem Zaubertrank war zunächst bei keinem etwas zu spüren. Auf dem Nachhauseweg sollen dann sonderbare Dinge passiert sein. Karla kam allein zurück zum Lehngut und war so verstört, dass es ihr die Sprache verschlagen hatte. Erst im hohen Alter von über 90 Jahren brach sie ihr Schweigen und berichtete, wie der Lehnsfamilie auf dem Rückweg eine sonderbare Wandlung widerfuhr. Sie sollen unweit des Bornes zu drei Bäumen erstarrt sein.
Ob das Wasser der Quelle wirklich nur denjenigen zu einem langen Menschenleben verhilft, der ein reines Gewissen hat und ob die drei Bäume immer noch grünen, kann jeder selbst herausfinden.