Öffnungszeiten Tierparkkasse
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Öffnungszeiten
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Einlass bis
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09:00 - 17:30 |
16:00 Uhr |
| April |
09:00 - 18:30 Uhr |
17:00 Uhr |
| Mai - August |
09:00 - 19:00 Uhr |
18:00 Uhr |
| September |
09:00 - 19:00 Uhr |
17:00 Uhr |
| Oktober |
09:00 - 18:00 Uhr |
17:00 Uhr |
| November - Februar |
09:00 - 17:00 Uhr |
16:00 Uhr |
| 24. & 31.12. |
09:00 - 14:00 Uhr |
13:00 Uhr |
Die Kasse an der Messehalle ist saison- und wetterabhängig geöffnet. Im Herbst und Winter nur samstags und sonntags von 10.00 - 16.00 Uhr.
Auskunft zu den Öffnungszeiten erhaltet ihr unter: 0355 - 75 42 372.
Ihr befindet euch hier im Lausitzer Tertiärwald.
Der Tertiärwald stellt eine wissenschaftlich belegte Nachgestaltung der Flußlandschaft der Ur-Elbe dar, wie sie vor 10 Millionen Jahren in der Niederlausitz vorhanden war.
Grundlage dafür bildeten mehrere Tausend Blättertonplatten von Wischgrund (ehemaliger Ortsteil von Kostebrau bei Lauchhammer, 45 km südwestlich von Cottbus), die innerhalb des Flußsystems der Ur-Elbe (miozäne Raunoer Schichten der Klettwitzer Hochfläche) in einem ruhigen Altwasserarm abgelagert worden sind, wo sich Pflanzenteile wie Samen, Früchte, Zapfen, Holz und vor allem Blätter und Nadeln, die von den Gewächsen der Umgebung ins Wasser gelangt sind und sich sehr gut erhalten haben.
Da die Bildung des Wischgrund-Tones während eines gemäßigten Klimas erfolgte, ist die in ihm eingeschlossene Pflanzenwelt ideal für eine Nachgestaltung mit heutigen Gehölzen geeignet.

Rekonstruktion der fossilien Flora von Wischgrund (Zeichnung: R. Striegler)
http://www.nvn-cottbus.de/th_tertiaerwald.htm
Auf einem kleinen Rundweg gibt es Informationstafeln, die die entsprechende Zone im Tertiärwald beschreibt und die artverwandten Pflanzen, wie sie heute existieren und in welcher Region sie zu finden sind.

Herbst im Tertiärwald
Bestandteil ist auch das Kohlemoor, in dem die Pflanzen wuchsen, aus denen über Jahrtausende die Braunkohle entstand. Diese Pflanzen wuchsen vor 17 Mio. Jahren.
Die Moorentwicklung begann mit Sumpfwald, in dem die Wasserfichte, eine Verwandte der Sumpfzypresse, wuchs. Der von diesem Moortyp gebildete Torf wurde zum Substrat für das folgende Buschmoor, ein dichtes immergrünes Moorgebüsch mit Magnolien und Heidekrautgewächsen. Wo der Boden fest genug war, wuchsen auch Eichen mit schmalen ganzrandigen Blättern, Spießtanne und Mammutbaum. Absenkung des Untergrundes und dadurch bedingter höherer Wasserstand führte zu einem Riedmoor (Grasmoor) mit Seggen und Wollgras, auf offenen Wasserflächen Seerosen und auf festeren Standorten Gagelsträucher. Bei Verlandung entwickelte sich daraus ein Kiefern-Waldmoor mit Fächerpalmen, Sicheltannen, Heidekrautgewächsen und Gagelsträuchern. Bei weiterer Verlandung folgte ein Schirmtannen-Hochmoor.
Diese verschiedenen Moortypen können sich in Abhängigkeit vom Wasserstand auch nebeneinander entwickeln, wie es in diesem Kohlemoor dargestellt wird.
Ein besonderer Zeuge dieser Zeit ist ein Stubben eines Mammutbaumes, der 1982 im Tagebau Klettwitz im 1. Lausitzer Flözhorizont gefunden wurde.

Stubben des Mammutbaumes
Der Stammdurchmesser beträgt 3,20 m und sein Gewicht über 20 t. Er wurde zunächst im Branitzer Park vor dem Marstall ausgestellt. Leider wurde er durch Brandstiftung 1998 beschädigt und deshalb in der Folge in den Tertiärwald umgesetzt und überdacht. Er ist nach wie vor sehr beeindruckend.
Wie konnte aus dem Tertiärwald Braunkohle werden?
Wer heute durch den Wald geht, sieht Bäume verrotten, weil sie von einer Vielzahl von Insekten, Pilzen und Mikroben besiedelt werden. Keine Chance auf Kohle!
Durch einen hohen Grundwasserspiegel, der durch Absinken des Festlandes entstand, bestanden im Tertiär ausgedehnte Torfmoore und Moorwälder. Abgestorbene Pflanzen versanken, wurden von Wasser und Sedimenten überdeckt und somit der Zersetzung in der Atmosphäre entzogen. So entstanden großflächige Horizonte an Biomasse. Diese wurde durch Inkohlung in Braunkohle gewandelt. Das geschieht in zwei Phasen.
Biochemische Phase (Vertorfung)
Zunächst beginnt die mechanische Zerkleinerung des Biomaterials durch Insekten und andere Tiere. Parallel beginnt die biochemische Umwandlung durch zunächst aerobe Bakterien, soweit die Sauerstoffvorräte reichen. Danach beginnen anerobe Bakterien und niedere Pilze in mehreren Schritten Zellulose und Lignin in Huminstoffe umzuwandeln. Die biochemische Phase wird durch Verschlechterung der mikrobiologischen Lebensbedingungen infolge zunehmender Bodensenkung und damit verbundener Sedimentbedeckung sowie ansteigenden Temperaturen durch die geochemische Phase abgelöst.
Geochemische Phase
Durch die zunehmende Überdeckung mit Sedimenten erhöht sich der Druck, der zu einer Komprimierung, damit zur Verringerung des Porenraumes führt und folglich zu einer weiteren Verringerung des Wassergehaltes. Das charakterisiert auch den Übergang vom Torf zur Weichbraunkohle.
Die jetzt laufenden chemischen Prozesse werden hauptsächlich durch einsetzende Temperaturerhöhung beeinflußt. Durch Absenken der Erdschichten erhöht sich der Einfluß der Erdwärme – die Temperatur steigt und alle chemischen Prozesse werden beschleunigt bzw. auch neue in Gang gesetzt, eine Vielzahl von Stoffumwandlungen findet statt. Daß die Zeit einen geringeren Einfluß hat zeigt sich daran, daß beispielsweise die Braunkohle aus dem Raum Tula aus dem Unterkarbon (Entstehungszeit der Steinkohle) stammt und die Hartbraunkohle (Vorstufe zur Steinkohle) in Oberbayern und bei Kassel aus dem Tertiär stammt, aber starkem Druck ausgesetzt war.
Das Braunkohlestadium ist abgeschlossen, wenn Zellulose und Lignin abgebaut ist. Danach werden zunehmend Harze und Wachse in die chemischen Prozesse einbezogen, wodurch einerseits erhebliche Gasmengen entstehen und die Kohlenstoffgehalte weiter steigen. Weitere Stadien sind dann die Steinkohle, Anthrazitkohle und letztes Stadium Graphit, was reiner Kohlenstoff in Ringstruktur bestehend aus sechs Kohlenstoffatomen ist. Das führt natürlich auch zum Schrumpfen des Volumens auf ca. 1/10 des Ausgangsvolumens
Da die Braunkohle nicht bis zum Endstand inkohlt wurde, weist sie beispielsweise einen niedrigen Energiegehalt als Steinkohle auf, enthält mehr Schwefel und besitzt eine geringere Festigkeit als Steinkohle. Man erkennt es auch daran, daß Xylite und Baumstümpfe in der Braunkohle zu finden sind.
Herbst im Sumpfwald
Was ist nun eure Aufgabe?
Für mich ist das wichtigste, daß ihr euch hier in Ruhe umschaut und dieses Stück nachgebildete Natur genießt, die vor allem im Frühling und Herbst besonders attraktiv ist. Außerdem werden euch die Informationen auf den Infotafeln helfen.
Es gehört aber zu einem Earthcache, daß auch eine kleine Kontrollarbeit zu schreiben ist. Deshalb einige Fragen:
1. Wie alt wurde der Mammutbaum, von dem der Stubben noch zu sehen ist?
Wie wurde das ermittelt?
2. Welche vermutete Höhe erreichte dieser Baum?
Vor wievielen Jahren wuchs er?
3. Handelt es sich beim dem Stubben um Braunkohle oder versteinertes Holz?
Woran ist das erkennbar?
4. Schön wäre es, wenn ihr interessante Fotos aus dem Tertiärwald eurem Log anhängen würdet
(– eine rein freiwillige Leistung von euch)
Die Antworten schickt an mein Profil. Loggen könnt ihr unabhängig davon. Bei Fragen melde ich mich.
Bei weiterreichendem Interesse könnt ihr meine Quellen nutzen:
http://www.geodz.com/deu/d/Inkohlung
http://de.wikipedia.org/wiki/
http://www.nvn-cottbus.de/th_tertiaerwald.htm
Brockhaus ABC - Chemie