Weihnachten ist immer die Zeit der Märchen und Sagen. Hier der passende NC in Verbindung mit einer Sage in unser kleinen Residenzstadt.
Der schwarze Hund beim Schulhof zu Neu-Strelitz.
Da, wo mal in Neu-Strelitz das Gymnasium war, befand sich in alter Zeit ein Friedhof, und bei der Legung des Fundaments wurden noch viele Gebeine aus- und in einer Ecke des Gartens wieder eingegraben. Neben dieser Grube soll seitdem zur Zeit des Vollmonds ein schwarzer Hund mit feurigen Augen gesehen worden sein, und es mochte Niemand spät
Abends den am Schulhofe vorbeiführenden Gang von der Glambecker- und Mühlenstraße passiren. Eine alte Wartfrau im Hause meiner Großeltern, genannt Mutter Rudolph, ermahnte häufig ihre Pflegebefohlenen, wenn sie jemals über den Schulhof gehen müßten und den Hund erblickten, sogleich schweigend umzukehren, in welchem Falle ihnen nichts
geschehen würde; sollten sie aber ruchlos und verwegen genug sein, an dem schwarzen Hunde vorbeizugehen, denselben anzurufen, oder gar mit Steinen zu werfen, so würden sie die Kopfrose, wenn nicht Schlimmeres, davontragen.
Fräulein
W. Zimmermann
in Neu-Strelitz
(Quelle: Karl Bartsch: Sagen, Märchen und Gebräuche aus Meklenburg 1. Band)