Der Saarbrücker Stadtteil Dudweiler – insbesondere der südliche Teil der ehemaligen Stadt Dudweiler – ist auf Buntsandstein gebaut. Dies kann man an vielen Stellen des Stadtwaldes an zahlreichen freigelegten Buntsandsteinfelsen sehen.
Ganz deutlich wird das – und war es in meiner Kindheit noch mehr als es heute noch ist – um den Bereich der Hochhäuser in der Richard-Wagner-Straße und um das Studentenwohnheim Guggelsberg.
Beim Bau dieses Hochhauses war ich im zarten Vorschulalter und kann mich noch sehr gut an die unzähligen Sprengungen erinnern, die zum Aushub der Baugrube unumgänglich waren. Eine Hupe warnte damals vor der bevorstehenden Sprengung und so mussten alle Anwohner der näheren Umgebung ihre Wohnung aufsuchen, Fensterläden schließen und die Detonation und den folgenden Steinregen abwarten, bevor das Haus wieder verlassen werden durfte.
Selbstverständlich war diese Baustelle bei uns Kindern ein sehr beliebter Spielplatz. Und so trafen sich alle Kinder der Umgebung beinahe täglich nach Beendigung der Bauarbeiten an diesem so interessanten Ort und die Mutigsten von uns sprangen aus den Fenstern der immer weiter in die Höhe wachsenden Etagen in die riesigen, weichen Sandhaufen am Fuße des Gebäudes, wo wir dann bis an den Po im Sand versanken. Eine wahre Mutprobe, deren Ausgang nicht immer glimpflich verlief. Doch alle hatten ihren Spaß dort.
Und nicht nur an der Baustelle. Nein, auch an dem Buntsandsteinfels, der ganz in der Nähe seinen „Kopf“ aus der Erde streckte und über den damaligen Bolzplatz am Fuße dieses Felsens wachte, auf dem sowohl wir Kinder uns in der Kunst des Fußballspielens übten, als auch die Erwachsenen sich zum Fußballspiel trafen.
Doch den Kleinen hatte es der Felsen angetan. Wann immer wir konnten – und Hammer und Meißel aus Papas Werkzeugkiste stibitzen konnten – ging es dem Fels an den Kragen. Wir trugen Schicht um Schicht des Sandsteines ab und waren stolz, wenn wir einmal große Platten aus dem großen Brocken lösen konnten. Wie Ihr Euch denken könnt, schrumpfte der einst so mächtige Fels mit der Zeit immer mehr und ist heute leider nur noch ein Winzling gegenüber Früher. Zudem trug die natürliche Erosion einen gehörigen Teil zum Abbau des einstigen Giganten bei. Von der Macht, die uns Kinder damals immer anlockte, ist leider nur noch wenig übrig.
Viele werden sich wohl nicht mehr daran erinnern aber vielleicht ist der dort versteckte Cache ja auch für „Outsider“ trotzdem einfach zu finden.