Der Langenberg als Teil der Harznordrandverwerfung
Hinweis
Um diesen EarthCache loggen zu können muss man den Steinbruch nicht betreten!
Hier kann es zu Gefahren aufgrund von Steinschlag kommen.
Einleitung
Der Langenberg bei Harlingerode im niedersächsischen Landkreis Goslar ist ein bis etwa 304m hoher Höhenzug des Nördlichen Harzvorlandes und ein Teil der Harznordrandverwerfung. Der Berg gehört in der naturräumlichen Haupteinheitengruppe Nördliches Harzvorland, in der Haupteinheit Harzrandmulde. Er beherbergt im Westen einen mittlerweile stillgelegten Steinbruch, der Ende der 1990er Jahre geschlossen wurde. Die riesigen, langgestreckten Abbauwände des Steinbruches schließen einen bedeutsamen Einblick in die erdgeschichtliche Entwicklung des Harzes auf. Zudem sind vor allem die Kalksteine ungewöhnlich reich an Fossilien. Auch wenn der Langenberg nur ein kleiner Teil der Harznordrandverwerfung ist, ist er doch einer bedeutsamsten Aufschluss und Zeitzeuge.

© http://www.dinopark.de/ Ausblick auf den ehemaligen Steinbruch am Langenberg
Die Harznordrandverwerfung
Die Harznordrandverwerfung ist eine klassische geologische Störung. Diese entstand am Rande des gesamten nördlich gelegenen Harzvorlands und dem „Schollengebirge“ Harz. Die Variszische (Erdaltertum) Gebirgsbildung, ist eine vom Devon bis gegen Ende des Perm (ca. 419 – 252 Mio. Jahren) dauernde Phase einer Gebirgsbildung, in der auch zahlreiche Gebirge in Mittel- und Westeuropa angelegt wurden. Beim variszischen Gebirge handelt es sich um ein kompliziert gebautes Decken- und Faltengebirge. Faltengebirge entstehen, wenn mindestens zwei Platten der Erdkruste zusammenstoßen, was dazu führt, dass die Kruste an der entsprechenden Stelle, sozusagen der „Knautschzone“, unter enormem Druck aufgefaltet und empor gedrückt wird. Bleibt den Landmassen nicht genügend Platz oder wirken die plattentektonischen Kräfte zu stark, dass sich das Gebirge nicht einfach nur empor hebt, so kann es zu starken Verfaltungen und internen Überschiebungen kommen. So wie auch hier geschehen.

Faltenentstehung bei der Gebirgsbildung
Die Harznordrandverwerfung wurde in der Unterkreide (ca. 145 – 100 Mio. Jahren) aktiviert und anschließend wurde der Harz an dieser Störung steil herausgehoben. Der Harz wurde auf die Schichten des Subhercynen Beckens (nördl. Harzvorland) überschoben. Dabei bedeckte er nicht nur einen Teil dieser Schichten, sondern stellte an der Bruchkante (Störungslinie) diese Schichten auf. Deshalb finden sich am gesamten Harzer Nordrand Berglinien, die all ihren Ursprung im selben Ereignis haben, aber sich aufgrund unterschiedlicher Beschaffenheit bis heute entwickelt haben. Wesentliche Unterschiede zwischen diesen „Bergketten“ ist die geologische Beschaffenheit. Einige von Ihnen werden bereits in eigenen Earthcaches beschrieben, neben dem Butterberg ist die Teufelsmauer sicherlich eines der bekanntesten Vertreter. Hier am Langenberg hingegen bekommt man durch den zum Teil abgetragenen Berg einen tieferen Einblick in den Aufbau des Höhenzuges, auch ist das hier aufgeschlossene Kalkgestein eine Besonderheit, da dieses Gestein nicht zu den typischen Gesteinen des Harzes gehören. Dieser besteht überwiegend aus Steinen vulkanischen Ursprungs, während sich hier im Steinbruch mit dem Kalkstein ein Sedimentgestein finden lässt. Durch den „einschneidenden“ Einfluss des Menschen konnten hier am Langenberg Gesteinsschichten freigelegt werden, die einen geologischen Einblick in die Mächtigkeit aufzeigen, mit der eine solche Gebirgsbildung von statten geht. Schön zu sehen sind hier steilgestellte kalkige Gesteinsplatten, die zum Teil sogar überkippt wurden. Das bedeutet, dass sie aus ihrer fast waagerechten Stellung soweit gehoben wurden, dass sie einen steileren Winkel als 90° erreicht haben. Die intensivste Phase der Heraushebung ereignete in einem Zeitraum von etwa 2 Millionen Jahren vom Mittelsanton bis zum Untercampan. Der Abschluss der Heraushebung zeigt sich daran, dass die hier befindlichen Gesteine der Oberkreide mit einem viel flacherem Winkel einfallen als die Gesteine der Unterkreide, und diese an einigen Stellen auch unregelmäßige Aufeinanderliegen. Die Heraushebung hält bis heute an. Im Westteil der Verwerfung wurde der Harz um mindestens 5 bis 7 km herausgehoben, auch wenn er heute „nur“ noch 1141m NN hoch ist. Im Steinbruch Langenberg sind Gesteine aus 350 Mio. Jahre der Erdgeschichte aufgeschlossen. Eine weitere Besonderheit dieses Steinbruchs ist der Reichtum an Fossilien einiger Gesteine. Neben Seeigeln, Brachiopoden fand man auch Überreste einer neuen Gattung der sauropoden Dinosaurier, der Europasaurus holgeri. Die am Langenberg entdeckten Überreste sind die bisher einzigen dieser neu entdeckten Gattung.
Schemazeichnungen der Harzhebung
Begebt euch an die angegebenen Koordinaten und beantwortet durch eure Beobachtungen vor Ort die folgenden Fragen und schickt uns hier die Antworten. Ihr dürft gleich loggen, wenn es Probleme gibt dann melden wir uns.
Vom Standort aus seht ihr eine Gesteinsscholle, die den „besten Beweis“ für die Harzhebung liefert.
1. Wurde die Gesteinsscholle „nur“ aufgerichtet oder sogar überkippt?
2. Um wie viel Grad wurden die Schichten aufgerichtet?
Am Wegesrand lassen sich einige große Gesteinsbrocken entdecken. Diese bestehen aus demselben (Kalk-) Gestein, wie die aufgerichteten Schollen.
3. Untersucht das Gestein am Wegesrand und geht insbesondere auf seine äußerliche Beschaffenheit ein.
a) Wie fühlt es sich an?
b) Welche Farbgebung hat es?
c) Wie ist es um die Festigkeit bestellt?
Quellen / Bilder / weitergehende Informationen:
Mohr: Die klassische Quadratmeile der Geologie
Mohr: Geologie und Minerallagerstätten des Harzes
Murawski / Meyer: Geologisches Wörterbuch
http://de.wikipedia.org/wiki/Harznordrandverwerfung
http://de.wikipedia.org/wiki/Langenberg_(Bad_Harzburg)
http://www.dinopark.de/
http://www.harzregion.de/geopark/3.html
http://www.nickolai.de/Lichtenberg/Geschichte/Erdgeschichte/Karbon/
Happy Hunting wünschen

