Ein mittelalterlicher Stein des Anstoßes
Eine der ältesten Grenzmarkierungen des Landkreises steht wieder am ursprünglichen Platz. Lange war er ein Stein des Anstoßes. Denn die Grenze war hart umkämpft. Der Stein steht an einer historischen Grenzlinie zwischen dem brandenburgischen Gottow, dem sächsischen Schönefeld und der Magdeburger Gemarkung Dümde. Der Heimatverein Jüterboger Land und die Kreisverwaltung haben sich um die Wiederherstellung des Grenzsteins gekümmert.
Mit Gesang und in historischen Gewändern feiert der Heimatverein Jüterboger Land die Wiederherstellung des Grenzsteins.
Gottow. Er hat wieder seinen Platz. Genau dort, wo ihn Ende des 16. Jahrhunderts der sächsische Vermesser Matthias Öder gesetzt hat, steht seit Sonnabend wieder einer der ältesten Grenzsteine des Landkreises. Lange war er ein Stein des Anstoßes. Denn die Grenze war hart umkämpft. Der Stein steht an einer historischen Grenzlinie zwischen dem brandenburgischen Gottow, dem sächsischen Schönefeld und der Magdeburger Gemarkung Dümde. Der Heimatverein Jüterboger Land und die Kreisverwaltung haben sich um die Wiederherstellung des Grenzsteins gekümmert.
Am Sonnabend begutachteten ihn die Kurfürsten von Brandenburg und Sachsen, der Erzbischof zu Magdeburg, Ritter Hake zu Stülpe, der Abt des Klosters Zinna (zumindest ihre als solche kostümierten Stellvertreter) und die Leiterin des Kreiskatasteramtes gemeinsam mit interessierten Bürgern. Tief hinein ging es in den Wald zwischen Gottow und Schönefeld. Gerhard Maetz erläuterte den historischen Hintergrund. Zwischen 1594 und 1595 vermaß Matthias Öder die Grenzen der sächsischen Herrschaft Baruth. "Hier zwischen Gottow und Schönefeld wurde die Grenze mit Mahlhäufen gekennzeichnet", sagte Maetz. In unregelmäßigen Abständen wurden entlang der Grenzlinie Basaltsäulen von bis zu 1,20 Metern Länge aufgestellt. Die Grenze geriet in Vergessenheit. Dabei hat sie noch heute eine Bedeutung. Bis 1815 war sie Staatsgrenze, später Kreisgrenze, heutzutage handelt es sich um eine Gemarkungsgrenze. Die Steine trotzten allen historischen Ereignissen, verloren aber Winter 1950 ihren Platz.
"Die sowjetische Armee legte eine Telefonleitung", erzählt Günter Rademann aus Gottow, der sich noch an den strengen Winter erinnern kann. Damals und beim späteren Verlegen eines Nachrichtenkabels wurden die Basaltsäulen aus der Erde gerissen und lagen seitdem achtlos im Wald.
Einem Zufall ist es zu verdanken, dass nun ein Grenzstein als historisches Denkmal wieder seinen ursprünglichen Platz zurück erhalten hat. Werner Nietschmann aus Kummersdorf-Gut hat den Stein entdeckt ‒ dabei war er eigentlich auf der Suche nach einem Panzer. "Jemand sagte mir, in dem Waldstück läge versteckt ein Panzer aus dem Zweiten Weltkrieg. Ich bin sofort los", berichtet er. Das Kriegsfahrzeug fand er nie, dafür stieß er auf den Grenzstein.
"Dieser über 400 Jahre alte Basaltblock hat heute noch Bedeutung", betonte Anett Thätner, Leiterin des Kreis-Vermessungsamtes. Auf einer Karte von 1899 sind die Grenzsteine noch eingezeichnet. Bei der Errichtung eines Radweges 2011 wurde die Karte zu Hilfe genommen. Und auch anhand dieser Karte wurde der ursprüngliche Platz des Steins ermittelt. Dafür benötigten die Mitarbeiter des Katasteramtes ein hochmodernes GPS-Gerät. Thätner baute das globale Navigationssatellitensystem auf und erläuterte, wie damit die Koordinaten des Grenzsteins gefunden wurden.
Quelle: Märkische Allgemeine, Montag, 05.08.2013
Der Cache befindet sich etwas abseits des Grenzsteins.
Den Cache findet man über Start, eine Station und Final. Am Start gibt es außer den Koordinaten für die nächste Station noch zwei Zahlen zur Berechnung des Finals, also bitte notieren.
Und nun: Viel Erfolg