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Gegen das Vergessen Multi-Cache

Hidden : 1/8/2014
Difficulty:
2 out of 5
Terrain:
1.5 out of 5

Size: Size:   micro (micro)

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Geocache Description:

English version available as pdf via e-mail. Feel free to contact me.


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Ein Mensch ist erst vergessen,
wenn sein Name vergessen ist.

Gunter Demnig, Künstler

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Dieser Cache entlang der Saarburger Stolpersteine soll die Erinnerung an die Verbrechen wachhalten, die die Nazi-Diktatur an früheren Saarburger Bürgern beging - den Opfern zur Ehre, den Nachgeborenen zur Mahnung - denn so etwas darf nie wieder passieren!

All denen, die hier mehr als nur den Statistikpunkt suchen, möchte ich die Broschüre "Zweiunddreißig Stolpersteine für Saarburg" ans Herz legen, erhältlich für 2,50 Euro in der Touristen-Information, unweit von Gedenkort 1. Darin sind alle 32 Lebensgeschichten mit Hintergründen und Bildern aufgeführt, und bringen die Menschen, deren Gedenkorte wir heute besuchen wollen, ganz nah.

 

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Wenn wir die Inschriften auf den Stolpersteinen lesen,
so verbeugen wir uns gleichzeitig
vor den Ermordeten und Geflüchteten.


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Gedenkort 1: Familie Kahn: N 49° 36.498 - E 006° 32.899

Wir stehen hier vor dem ehemaligen Kaufhaus Salomon, in dem Alfred Kahn ab 1922 als Geschäftsführer arbeitete, bevor er es 1924 erwarb.
Mit seiner Frau Meta und den beiden Töchtern Hilde und Margot lebte er hier unter schwieriger werdenden Bedingungen, bevor die ganze Familie 193A getrennt nach Frankreich floh.  Alfred Kahns Bruder Heinrich, der ebenfalls im Kaufhaus Salomon arbeitete, wurde etwa zeitgleich durch eine Intrige der SA inhaftiert und 1942 deportiert, was er nicht überlebte.

 

Gedenkort 2: Familie Wolf / Saarburg: N 49° 36.491 - E 006° 32.950

Hier stehen wir vor dem ehemaligen Wirtshaus Wolf, wo die drei Geschwister Alice, Selma und Julius einen gut gehenden Gastbetrieb führten. Sie waren beliebt in der Stadt und das Wirtshaus war gut besucht - auch von Nationalsozialisten. Später wurde ihr Gasthaus zunehmend boykottiert und in der Reichspogromnacht zerstört. Die Geschwister wurden nach Trier zwangsumgesiedelt und 1943 nach Auschwitz deportiert, wo sie am B.B.194B ermordet wurden.

 

Gedenkort 3: Familie Königsfeld: N 49° 36.503 E 006° 32.996

Hier befand sich das Kaufhaus Haymann/Kohlhagen, das von Jenny Königsfeld von 1925 bis 1936 geleitet wurde. Nach dem Verkauf des Hauses zog Jenny Königsfeld mit ihrer unehelichen Tochter Inge zur Familie Wolf in Beurig (s. Stage 7) und arbeitete von dort aus als Vertreterin. 1939 wurden beide nach Trier zwangsumgesiedelt und 1941 nach Lodz deportiert. Dort wurde Jenny am 17.11.1942 ermordet, Inge am 14.C.1944

 

Gedenkort 4: Die ehemalige Synagoge von Saarburg:  N 49° 36.481 E 006° 33.084

An dieser Stelle befand sich das Bethaus der jüdischen Gemeinde Saarburg. 1885 kauften die jüdischen Familien von Saarburg, Beurig und Wiltingen ein 1716 erbautes, dreigeschossiges Haus am Schlossberg, in dem im Erdgeschoss ein Betsaal (Synagoge) eingerichtet wurde. Die Räume in den Obergeschossen wurden für Wohnzwecke benutzt. 
      
Beim Novemberpogrom 1938 wurde der Betsaal geschändet und die Inneneinrichtung auf dem Marktplatz verbrannt. Das Gebäude kam später in Privatbesitz, zuletzt in den Besitz des Landkreises. 1962 wurde das Gebäude wegen Baufälligkeit abgebrochen und an seiner Stelle ein Büro-Wohnhaus erstellt. Eine kleine Gedenktafel wurde 198D an diesem Gebäude angebracht.   

 

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Hier folgt jetzt ein etwas längerer Spaziergang auf die andere Saarseite nach Beurig; am besten geht ihr weiter den Schlossberg hinauf, haltet euch an der VG-Verwaltung links durch einen Torbogen, und folgt dann der Straße bis zum Kreisel, geht anschließend durch den Altstadt-Tunnel, über die Altstadt-Brücke, und dort dann geradeaus durch die Unterführung am Bahnhof und hinterm Bahnhof die Treppen hoch in die Bahnhofstraße.
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Gedenkort 5: Familie Joseph: N 49° 36.324 E 006° 33.479

Wir stehen hier vor dem Haus von Viehhändler Adolf Joseph und seiner Familie. Dies ist immer noch das originale Haus, hat inzwischen aber schon einige Eigentümerwechsel hinter sich. Gemeinsam mit seiner Frau Sophie, genannt Selma, hatte Adolf Joseph drei Töchter, von denen die jüngste, die am 26. April 191E geborene Elsa Rosina, bei ihren Eltern im Haus "Beurig 123" blieb und ihr Schicksal teilte: die Zwangsumsiedlung 1939 nach Trier, die Deportation am 16.10.1941 nach Lodz und die Ermordung 1942 im Vernichtungslager Kulmhof.

 

Gedenkort 6: Familie Levy: N 49° 36.325 E 006° 33.461

Eduard Levy besaß ebenfalls einen alten und gut gehenden Viehhandel wie sein direkter Nachbar und Schwager Adolf Joseph - an dieser Stelle steht heute immer noch sein Haus, einstmals mit einem großzügigen Stallgebäude, eins der schönsten Häuser in Beurig. Auch dieses Haus hat bereits mehrfach den Eigentümer gewechselt.
Eduard Levys Frau Johanna war eine Schwester von Sophie Selma Joseph. Sie hatten einen gemeinsamen Sohn, Paul, der nach dem Besuch einer höheren Schule als Betriebsleiter der Tabakfirma Ambach erst in Beurig, später in Saarlouis arbeitete und rechtzeitig 1938 in die USA fliehen konnte, wo er bis 1998 lebte. Die Eltern jedoch wurden 1939 nach Trier zwangsumgesiedelt, wo Eduard im März 1941 verstarb. Johanna wurde im Oktober desselben Jahres nach Lodz deportiert, wo sie am 23.F.1942 ermordet wurde.

 

Gedenkort 7: Familie Wolf / Beurig: N 49° 36.374 E 006° 33.481

An dieser Stelle standen die drei kleinen, aneinandergebauten Häuschen der großen Familie Wolf, die hier mit drei Generationen lebte.
Nathan und Sara Wolf hatten ein kleines Fleischerei-Fachgeschäft in Beurig, da Nathan als Schlachter arbeitete. Das Ehepaar hatte drei Söhne: Adolf, Hugo und Leo-Marcel. 1939 wurden beide nach Nürnberg zwangsumgesiedelt und im September 1942 ins Ghetto nach Theresienstadt deportiert, von dort aus weiter nach Treblinka, wo sie am 2G. September ermordet wurden.

Der älteste Sohn Adolf lebte mit seiner Frau Paula und seinem Sohn Silve-Kurt bis 1939 an dieser Stelle, danach in Frankreich, Berlin und Halle, um der Zwangsumsiedlung zu entgehen. In Halle jedoch wurden sie aufgegriffen und am 1. Juni 1942 nach Sobibor deportiert, wo Mutter und Sohn unmittelbar nach der Ankunft am 3.6. ermordet wurden. Vater Adolf Wolf wurde mit weiteren arbeitsfähigen Männern ins KZ Majdanek weitergeleitet, wo er am 30. Juni ermordet wurde.

Der zweite Sohn Hugo führte mit seiner Frau Hedwig die kleine Metzgerei seines Vaters weiter. Ihr Sohn Silwe war nur vier Monate älter als sein Vetter Silve-Kurt. Am 15. September 1939 wurde die Familie zusammen mit Hugos jüngerem Bruder und seiner Frau nach Trier zwangsumgesiedelt, wo sie dreieinhalb Jahre lang unter sehr beengten Verhältnissen in einem sogenannten "Judenhaus" in der Metzelstraße lebten, bevor sie alle am 1. März 1943 nach Auschwitz deportiert und sofort nach der Ankunft ermordet wurden.

Der jünste Sohn Leo-Marcel führte mit seiner Frau Alice ein kleines Möbelgeschäft, bevor das Paar ebenfalls in das Judenhaus in der Metzelstraße umgesiedelt wurde und auch das weitere Schicksal des Bruders teilte.

 

Gedenkort 8: Familie Meyer: N 49° 36.377 E 006° 33.647

Hier stand das großzügige landwirtschaftliche Anwesen von Nathan Meyer und sener Frau Hedwig, das größte Viehhandelsunternehmen im Umkreis von 200 km. Das Paar hatte drei Kinder: Ernst-David, Johanna und Siegfried. Nathan Meyer war ein engagierter und mutiger Mann mit Zivilcourage, was bereits 1934 zu seiner Verhaftung führte. Nach 6 Wochen gelang ihm die Flucht aus dem heute immer noch bestehendem Gefängnis im Hagen nach Belgien, woraufhin seine Frau Hedwig inhaftiert wurde und neun Monate in Trier und Köln einsaß, bevor sie gegen Kaution von 6000 RM entlassen wurde und auch nach Belgien floh. Der gesamte Besitz in Saarburg wurde zwangsversteigert, und Nathan wurde in Abwesenheit zu einer Geldstrafe von über 60.000 RM und zwei Jahren Zuchthaus verurteilt, während das Paar seine Flucht in Frankreich fortsetzte. Nach Kriegsende kehrte er mit Hedwig 1950 zurück und baute sein Unternehmen wieder auf.

Der älteste Sohn Ernst-David studierte Medizin in Bonn und zog 1934 nach Frankreich, wo er ein Jahr später Gertrude Landau heiratete. 1939 begann für beide eine Odysse aus Evakuierung, Überstellung, Verhaftung und Deportation, die in der Ermordung am 25.H.1942 in Auschwitz endete.

Das zweite Kind von Nathan und Hedwig, die einzige Tochter Johanna, besuchte die höhere Schule und ging im Herbst 1931 nach London zur Berufsausbildung. 1934 reiste sie nach Paris und liess sich dort 1936 mit ihrem Ehemann, dem deutschen Rechtsanwalt Ernst Schoemann, einbürgern. Das Paar bekam 1940 einen Sohn, Raphael-Guy. Im Jahr darauf wurde ihnen die französische Staatsangehörigkeit wieder entzogen und 1942 wurde die kleine Familie interniert. Am 21.7.1943 wurden sie auf eigene Kosten entlassen, mit der Auflage, sich polizeilich zu melden, und standen auf ihrem eigenen Bauernhof unter Hausarrest. 1944 kam die Tochter Myriam zur Welt. Die Familie entging der Deportation und überlebte.

Siegfried Meyer war das jüngste der drei Kinder und sollte den elterlichen Betrieb übernehmen. 1934 floh er wie die Eltern nach Belgien und baute sich dort eine neue Existenz auf. Im Mai 1940 wurde er nach Frankreich ausgewiesen, wo er auf dem Hof seines Schwagers Ernst Schoemann unterkam und eine Partnerin fand - Adrienne Piet. Er wird verhaftet, bricht jedoch im November 1941 aus dem Lager aus, um die zwischenzeitlich geborene Tochter Francoise zu sehen. Nach zwei Tagen wurde er wieder verhaftet und in Einzelhaft gesteckt. Es folgte eine Odysse durch etliche Lager quer durch Frankreich, Polen und Deutschland. Am 2. April 1945 - 9 Tage vor der Befreiung durch die Amerikaner - stirbt Siegfried Meyer an Hunger und Erschöpfung. Seine Tochter Francoise wächst bei den Großeltern Nathan und Hedwig auf.

 

Gedenkort 9: Der Final: N 49° 3 [A] . [D*F] [H+C] [D-E]   E 006° 3 [B ]. [B+C] [G-F] [A-E]

Der Final liegt NICHT im fußläufigen Bereich der letzten Station. Ihr sucht einen Nano.
Wer hier eine große Dose mit viel Tauschkram erwartet, hat den Sinn dieses Caches nicht verstanden.
Ein Betreten der Anlage ist zur Bergung des Caches nicht erforderlich, jedoch dürft ihr euch gern aus persönlichem Interesse mit dem gebotenen Respekt näher umsehen.
Bitte NICHT IM DUNKELN herkommen.
Danke.

Additional Hints (Decrypt)

Xbcsuöur.

Decryption Key

A|B|C|D|E|F|G|H|I|J|K|L|M
-------------------------
N|O|P|Q|R|S|T|U|V|W|X|Y|Z

(letter above equals below, and vice versa)