Festes Schuhwerk und gute 90 Minuten Zeit sollte man schon mitbringen. Etwas Geduld und Spaß am Knobeln sind zwar nicht zwingend erforderlich, helfen würd’s aber schon. Der Cache ist auch für Familien gut geeignet. Es muss an keiner Stelle gebuddelt werden, also lasst den Spaten ruhig zu Hause.
Geocacher achten und respektieren die Natur. Hier handelt es sich teilweise um ein Naturschutzgebiet, die offiziellen Wege müssen hier zu keiner Zeit verlassen werden.
Parken kann man z.B. hier: N- 51° 11.972 E- 007° 07.899
Bei diesem Cache geht es um die Verschlüsselung von Botschaften anhand von praktischen Beispielen. Die Aufgaben sind alle sehr leicht zu lösen, es geht mehr darum, die Mechanik der Verschlüsselung zu verstehen und praktisch ausprobieren zu können.
Seit Menschengedenken versucht man, Botschaften so zu übermitteln, dass nur Eingeweihte sie verstehen. Das widerspricht dem eigentlichen Sinn der Kommunikation diametral, da Kommunikation per Definition ja das gegenseitige Verstehen zum Ziel hat. Es ist schon spannend zu sehen, was man schon vor 2500 Jahren alles so angestellt hat, um das Verstehen zu verhindern. Natürlich waren die Verfahren in der Antike deutlich einfacher als das, was heute mit moderner Computer-Technik möglich ist. Der Cache will einige dieser Methoden zeigen.
Zum Warmlaufen: Im folgenden Bild seht ihr ein Verbindungsrätsel. Wer’s kennt hat’s jetzt einfach, die anderen müssen wohl grübeln, oder den großen Bruder Google fragen. Das Rätsel führt uns zur ersten Aufgabe.
Hinweis: Jede Raute repräsentiert eine Zahl von 1 bis 9. Jede Zahl kommt nur einmal vor. “Jeder Nachbar zählt”.
N51° 11.((X * Y * 18) + 22) E 7° 8.((X * Y * 14) + 28)
Zur Überprüfung: die iterierte Quersumme aller Ziffern für diese Station:
Nord: = 3 Ost: = 1
An dieser Station findet ihr ein Skytale, was englisch aussieht, aber aus dem Griechischen kommt und für “Stock” oder “Stab” steht. Angeblich soll es sich hier um die älteste (2500 Jahre) Methode handeln, Botschaften zu verschlüsseln. Es ist klar, dass Sender und Empfänger bei dieser Methode einen Stab mit dem gleichen Durchmesser benötigen, der Durchmesser ist also in diesem Sinne die Verschlüsselung. Ursprünglich wurde ein Lederband (meist als Gürtel getragen) an einen Empfänger gesendet, der den gleichen Stab besaß.
Für uns liefert der Stab „X=“ und „Y=“ für unsere nächste Aufgabe. N51° 11.X E 7° 08.Y
Hier findet ihr eine abgewandelte Cäsar-Scheibe. Die original Cäsar-Scheibe sieht so aus:
Zwei gegenläufige Scheiben werden einmal eingestellt, dann wird im inneren Ring der Code genannt (z.B. „H“), daraus ergibt sich dann im Klartext das „E“, das „Z“ ergibt „W“ im Klartext, usw. Cäsar selbst soll sich dieser und ähnlicher Methoden bedient haben, geheime Botschaften zu übermitteln. Überliefert ist, dass er das Alphabet um drei Stellen verschoben haben soll (Quelle: Gaius Suetonius Tranquillus). Das würde sicher heute selbst einen Taschenrechner stark unterfordern. Allein die Häufigkeitsanalyse (das “e” ist im Deutschen mit ca. 12% vertreten, das “t” mit 10% usw.) würde heute diesen Code in Millisekunden knacken. Im alten Rom schien es hinreichend sicher zu sein. Den Geocachern ist diese Methode natürlich bestens bekannt (Cäsar-13), sie wird beim Verschlüsseln und Entschlüsseln der Hinweise benutzt.
Unsere Scheibe ist selbstverständlich weiterentwickelt und verändert den Code nach jedem Buchstaben. Dabei darf bei uns das „Z“ nur auf rote Zahlen gestellt werden. Unser Code besteht also aus 2 Teilen. In einem Teil wird gesagt, wo das „Z“ steht, im anderen Teil wird beschrieben, welcher Buchstabe im inneren Ring relevant ist.
(Z5-T = A) (Z4-P = B) (Z3-G = C) (Z2-O = D) (Z1-N = E) (Z5-R = F)
Die nächste Station befindet sich also bei: N 51° 11.ABC E 7° 08.DEF
Hier findet ihr das gleiche Konzept, nur langgestreckt auf einem Stab. Der Pfeil zeigt auf einen Buchstaben, der Buchstabe auf dem beweglichen Teil wird genannt (Code), darüber befindet sich dann der Klartext. Nach jedem Buchstaben wird die Einstellung des Schiebers geändert. In der Praxis wird also nur der Code übermittelt, beide Seiten müssen natürlich über die gleiche "Maschine" verfügen.
(AQ = U) (BT = V) (CF = W) (DO = X) (EI = Y) (CF = Z)
Die nächste Aufgabe liegt also bei: N51° 12.UVW E 7° 8.XYZ
Zugegeben, die letzte Station zeigt nur das Prinzip der Enigma. Das sagenumwobene Original war selbstverständlich deutlich komplexer. Unser Modell zeigt aber zumindest den grundsätzlichen Aufbau der Maschine. Nur wer den Tages-Code kannte, und die Maschine vor sich hatte, konnte die Nachricht entschlüsseln. Ganze Heerscharen von allierten Mathematiker haben sehr lange vergeblich versucht, den Code zu knacken, bis ihnen letztlich solch eine Maschine in die Hände fiel. Am Ende ist es dann doch gelungen, der Enigma ihr Geheimnis zu entlocken. Allein diese Maschine ist es wert, sich mit der Bedeutung von Verschlüsselungen in der älteren und jüngeren Geschichte zu beschäftigen. Uns soll das Modell zum Finale führen.
Dazu stellen wir den Tages-Code heute mal auf „X=J“ und „Y=9“. Wenn man das mittlere Zahnrad etwas nach oben schiebt, geht's leichter.
Dazu „X“ auf „J” stellen und festhalten. Dann „Y“ solange drehen, bis die „9“ sauber im Fenster zu sehen ist. Wenn die „9“ nur halb zu sehen ist, bitte korrigieren. “X” und “Y” müssen sauber in den Fenstern zu sehen sein. “X” ist also der Code, “Y” ist der Klartext.
Hier die Koordinaten für das Finale: N 51° 11.LLM E 7° 8.CKM
Das Finale liegt sichtbar an den angegebenen Koordinaten. Hier muss nichts umgepflügt oder umgegraben werden. Die "Waldarbeiten" überlassen wir doch den Profis, oder ?
Geschafft ! Bitte die "Maschine" wieder verstellen und den Log-Eintrag nicht vergessen. Ihr könnt euch vorstellen, dass die Stationen alle mit viel Mühe und Zeit verbunden waren. Also geht bitte sorgfältig und behutsam damit um, damit möglichst viele Cacher ihren Spaß damit haben. Bitte alle Stationen wieder gut verschließen und verstecken. Bei starkem Regen den Cache bitte lieber auf später verschieben.
Bleibt mir am Schluss auf das Buch von Simon Singh hinzuweisen, der nach seinem Bestseller „Fermats letzter Satz“ auch ein wirklich spannendes Buch über die Geschichte der Verschlüsselungen geschrieben hat (Geheime Botschaften).
Beta-Tester: Der Cronenberger. Dafür ein herzliches Dankeschön.
Für die ersten drei Finder liegt natürlich wieder eine Medaille bereit.