„Es war einmal...“
Diesen Satz kennt vermutlich jeder. Mithilfe dieser Cacheserie möchte ich die guten alten Märchen nochmal aus den verstaubten Bücherregalen holen und euch zum Lesen animieren. Diese Serie ist etwas für Groß und Klein. Nehmt euch die Zeit die Märchen zu lesen.
Die Serie besteht aus sieben Märchen und einem Bonus. Vergesst nicht euch jedes mal die Bonuszahl zu notieren, diese benötigt ihr später für den Bonus.
Viel Sapß beim Lesen, Lösen und Loggen! :D
Das hässliche Entlein
„Es war einmal eine Entenmama, die gerade sieben Eier ausbrütete. Sie freute sich schon sehr auf ihren Nachwuchs. Eines Tages war es soweit: Sechs putzmuntere Entlein schlüpften aus den Eiern. Sie waren wunderschön und mit gelben, zarten Federn. Nur das siebte Ei lag noch im Nest. Es war größer als die anderen Eier. Die Entenmama konnte sich auch nicht erinnern, wann sie diese Ei gelegt hatte... Nach eine Weile zerbrach auch dieses siebte Ei und ein graues Entenküken kam heraus und guckte seine Mutter verwundert an.
Die sechs Entenkinder wuchsen schnell heran und lernte jeden Tag was Neues. Nur das siebte bereitet der Mutter Sorgen. Es war unbeholfen und tollpatschig und zudem auch noch hässlich. Es wurde von allen Tieren verspottet und niemand wollte mit ihm spielen. Dennoch hatte die Entenmama auch dieses Küken sehr lieb und tröstete es immer wieder. Das hässliche Entlein hatte auch bemerkt, dass es anders war und fühlte sich einsam, traurig und allein gelassen.
Die Wochen und Monate vergingen und seine Einsamkeit wurde ebenso größer wie das Gespött der anderen Tiere auf dem Bauernhof. Eines Morgens entschloss es sich, einfach davon zu laufen.
Da kam es an einen Weiher, auf dem gerade zwei Schwäne schwammen. Aber auch die Schwäne wussten keine Antwort darauf, warum es so hässlich war. Traurig watschelte das Entlein weiter und erreichte einen See. Dort befragte das kleine Entlein alle Tiere, ob sie schon jemals etwas von einem Entlein mit graue Federn gehört hatten? Doch wo es auch fragte, keiner konnte ihm eine Antwort geben.
Da ging es weiter, und kam zum kleinen Häuschen einer alten Bäuerin. Die Bäuerin hielt das kleine Entlein für eine Gans und steckte es in einen Käfig. Auch den anderen Tieren auf dem kleinen Bauernhof war der neue Gast nicht entgangen. Das Huhn warnte das kleine Entlein, es soll Eier legen sonst würde die Bäuerin es selbst essen. Da bekam das Entlein Angst.
Eines Nachts, die Bäuerin hatte versehentlich die Käfigtür offen gelassen, entschloss sich das kleine Entlein zur Flucht! Es rannte so schnell und so weit, wie es seine kleinen Kräfte nur erlaubten und als der Morgen graute, erreichte es ein dickes Schilfdickicht, das an einem wunderschönen See gelegen war. Es versteckte sich dort um zur Ruhe zu kommen. Niemand konnte es sehen und zu essen gab es hier genug. Doch mit jedem Tag wurde die Einsamkeit größer.
So vergingen Tage und Wochen und das Entlein hatte endlich etwas Frieden bekommen. An einem herrlichen Spätsommertag genoss das kleine Entlein die letzten wärmenden Sonnenstrahlen und blickte zum Himmel, wo gerade einen Schwarm weißer Vögel majestätisch vorüberziehen sah. Mit ihren gelben Schnäbeln und den langen schmalen Hälsen sahen sie wunderschön aus und das kleine Entlein seufzte traurig. Voller Sehnsucht und Wehmut blickte es den stolzen und erhabenen Vögeln nach, bis diese am fernen Horizont verschwunden waren.
Das Winter war nun gekommen und eines morgens war auch der See zugefroren. Traurig und hungrig verließ das Entlein sein Versteck und suchte nach etwas zu essen.
Doch inzwischen war es durch den lang andauerten Hunger so geschwächt, das es entkräftet zu Boden sank und im Schnee einfach liegen blieb. Aber es hatte Glück! Kurz darauf kam ein Bauer vorbei. Er hatte Mitleid und nahm das Entlein mit um es aufzupäppeln. Er steckte es in seine Tasche und ging nach Hause. Den ganzen Winter lang verbrachte das Entlein bei dem Bauern. Im Frühling war das Entlein so groß geworden, dass der Bauer es zurück ins Schlifdickicht brachte.
Glücklich und zufrieden sprang es voller Freude ins Wasser und breitete seine Flügel aus. Es genoss die warmen Frühlingsstrahlen der Sonne und steckte voller Übermut seinen Kopf in das klare Wasser des Sees. Als es den Kopf wieder hoch hob und auf das Wasser blickte, hielt es erstaunt inne: "Bin ich das wirklich? Warum habe ich mich so verändert?" Denn was das ehemals kleine, hässliche Entlein jetzt sah, war das Spiegelbild von sich selbst. Das Spiegelbild eines stolzen und wunderschönen Schwan! Es dauerte auch nicht lange und auch die Schwäne aus dem Süden kehrten an ihren geliebten See zurück. Schüchtern und immer noch etwas ängstlich näherte sich das kleine Entlein den Schwänen und als diese das kleine Entlein bemerkten, nahmen sie es in ihrer Mitte auf und sprachen: "Wir sind Schwäne und du bist einer von uns! Wo hast du nur in all der Zeit gesteckt?" Mit großen erstaunten aber glücklichen Augen blickte der junge Schwan zu seine neuen Kameraden und murmelte: "Das ist eine lange und aufregende Geschichte!"
Von diesem Tage an schwamm der junge Schwan mit all den anderen Schwänen auf dem See und war sehr glücklich und auch die Kinder die ihn im Winter so liebevoll gepflegt hatten standen eines Tages plötzlich am See und riefen voller Freude: "Schaut nur, schaut nur! Dort ist unser kleiner Schwan! Seht nur wie schön er geworden ist! Er ist wirklich der schönste von allen!"
Wenn ihr lange genug wartet und gut hinseht, vielleicht könnt ihr den kleinen Schwan an der Cachelocation entdecken ;)
Viel Spaß!