Der Mensch wandert seit er laufen kann und mit ihm wandern auch Pflanzen und Tiere kreuz und quer über den Globus. Einige Einwanderungen sind gewollt –andere nicht. Diese Serie soll einige Pflanzen vorstellen, die bewusst aus anderen Regionen hier eingeführt wurden (also „legale Einwanderer“) und sich erfolgreich behaupteten – manchmal aber auch zum Nachteil der hier heimischen Arten…
Wenn Ihr Euch am Versteck des Caches umdreht, steht ihr vor dem „letzten Schrei“ der nachwachsenden Rohstoffe. Miscanthus Giganteus (auch Riesen- Chinaschilf genannt) ist zwar seit mehreren Jahrzehnten in der Agrarforschung bekannt, aber erst seit einigen Jahren wird die Nutzung ernsthaft betrieben. Miscanthus Giganteus stammt, wie einige unserer Nutzpflanzen, aus Asien. In diesem Fall nicht aus den Steppen, sondern aus dem tropischen Teil. Es handelt sich dabei um eine sommergrüne Pflanze aus der Familie der Süßgräser (Poaceae), zu denen auch unsere Getreidearten zählen. Miscanthus ist wie Mais (Zea Mais) oder Soghrum eine so genannte C4- Pflanze, d.h. im Gegensatz zu unseren einheimischen Pflanzen können diese auch bei geschlossenen Spaltöffnungen der Blätter (an heißen Tagen) Kohlenstoffdioxid assimilieren. Solche Pflanzen sind insbesondere in den Tropen beheimatet und benötigen daher i.d.R. warmes Klima, können aber auch mit Trockenzeiten ganz gut klarkommen.
Miscanthus Giganteus erreicht eine Wuchshöhe von drei bis vier Metern. Je Hektar können auf guten Standorten Trockenmassenerträge von ca. 20 Tonnen erreicht werden.
Miscanthus Giganteus wird im Spätwinter geerntet. Zu diesem Zeitpunkt hat die Pflanze das wertvolle Chlorophyll aus den oberirdischen Pflanzenteilen abgezogen und für die nächste Saison in den Wurzeln eingelagert. Die verbleibenden Stängel enthalten praktisch nur noch holzartige Bestandteile (z.B. Lignin). Zur Ernte werden die Miscanthus- Stängel oberirdisch abgetrennt und mit Feld- Häckslern zerkleinert. Im folgenden Frühjahr erfolgt aus dem im Boden verbleibenden Wurzelstock der Neuaustrieb. Die Pflanze kann mehrfach geerntet werden.
Dieser Bestand vor mehreren Jahren angepflanzt und wurde schon wiederholt geerntet. So auch in diesem Jahr. Aktuell sieht man nur die Stümpfe, aus denen die Pflanzen bald wieder austreiben werden.
Miscanthus kann vielfältig genutzt werden:
- Dämmstoff und Baumaterial (z.B. Hartfaserplatten) für den Hausbau
- Brennstoff
- Einstreu für die Tierhaltung
Für was dieser Bestand genutzt wird entzieht sich derzeit meiner Kenntnis. Im Gegensatz zu anderen eingewanderten Pflanzenarten ist Miscanthus Giganteus übrigens nicht invasiv, d.h. sie verdrängt keine anderen Pflanzen.
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