Ihr befindet euch an einem historischen Gebäude unserer schönen Stadt Großräschen.
Im Frühjahr 1891 trafen sich zufällig auf dem brachen Gelände des heutigen Jugendhauses „Alte Post“ der Direktor, der sich am Bahnhof befindenden Ziegelei und der Oberpostschaffner der Postagentur vom Bahnhof Großräschen. Dieser erzählte ihm, dass in Grube Ilse ein Postamt gebaut wird und dass das viel größere Groß- und Klein-Räschen nur eine Postagentur zur Verfügung steht.
Darauf versprach der Direktor, an dieser Stelle ein Postgebäude zu errichten. Das Versprechen wurde eingelöst und das Postamt 1892 von der Hoffmanschen Ziegelei fertiggestellt, am 2.April 1892 der Kaiserlichen Oberpostdirektion übergeben und von dieser als Postamt III. Klasse eröffnet. (1)
Er trägt die typischen Hoffmannschen Merkmale seiner Bauweise: äußerst flaches Holzdach um den Dachstuhl zu sparen, mit darüber liegender Dachpappeneindeckung, Auflockerung der Fassade durch verschiedenfarbige Steine, den Einsatz von verschiedenfarbigen glasierten Ziegeln. Diese sind eine Fertigung seiner Ziegeleien. Im unterbrochenen Ziegelzierband stand einst: - Kaiserliches Postamt-. Darüber prangt unter dem Dach, zwischen den Fenstern des nutzbaren Dachgeschosses, der alte Reichsadler von 1871 mit dem auf der Brust aufgebrachten preußischen Adler, ebenfalls Keramik. (2)
Das Postgebäude hatte vier Fensterreihen. Vor dem 1. Weltkrieg wurde eine weitere Fensterreihe angebaut, weil die Räumlichkeiten für den enormen Postverkehr, der durch die sich ausbreitende Industrie sehr zugenommen hatte, nicht ausreichten. Der Anbau begann unter dem Fallrohr der Dachrinne und war durch die etwas anders aussehenden glasierten Verblender zu erkennen. (1)
Das Obergeschoss war bis zum Jahre 1952 gänzlich Wohnung des Dienststellenleiters. Ab diesem Zeitraum wurden die Räume zur Straßenseite für eine Telefonanlage benötigt.
Nachfolgend erfolgt nochmals eine Erweiterung, welche die gesamte Aufgabe der Wohnung erforderte.
Diese Anlage war bis zum Neubau der Vermittlungsstelle in der Wilhelm- Pieck- Straße in Großräschen Nord durch die Deutsche Telekom am 17. September 1992 in Betrieb.
Das Postamt wurde am 1. Januar 1996 mit der Postreform wieder zur Postfiliale degradiert und stellt am 15. Februar 1999 mit dem Geschäftsschluss um 18:00 Uhr seinen Betrieb nach 107 Jahren ein.“ (2)
Am 10.09.2003 beschloss die „Stadtverordnetenversammlung Großräschen (einstimmig) den Verkauf des „Hauses der Jugend“ an die einheimische Firma AGG. Gleichzeitig beschloss die SVV (einstimmig) den Erwerb der alten Post, um hier ein neues Jugendzentrum zu schaffen… Eine gute Lösung für den im Haus der Jugend angesiedelten Jugendclub JC 94 e. V. ist mit dem Erwerb, dem Umbau und Umzug in das ehemalige Postamt gegeben. Mit der neuen Nutzung wird dem alten Postgebäude gleichsam neues Leben eingehaucht. Der Erhalt dieses historischen architektonisch interessanten Gebäudes ist ein positiver „Nebeneffekt“ der Gesamtmaßnahme.“ (3)
Aufgrund des historischen Hintergrundes ergab sich auch die Namensgebung zum Jugendhaus „Alte Post“. Die Nutzung als Jugendhaus ist mit der Neueröffnung im April 2004 möglich. Seit März 2009 steht das Haus unter Denkmalschutz.
Einen herzlichen Dank an das Team vom Jugendhaus für die tolle Unterstützung.
Die Nutzer Jugendhauses wissen über den Cache Bescheid. Wer nicht gern bei Publikum loggt, wählt nicht gerade die Nachmittagsstunden.
Bitte befestigt ihn dort wo ihr gefunden habt. Nicht oben drauf oder dahinter. Das angrenzende Grundstück wird durch die Besucher des Jugendhauses genutzt. Er soll doch noch eine Weile erhalten bleiben und nicht von den Besuchern entsorgt werden. In diesem Sinne. Happy Hunting und bis bald im Wald.
(1)=(Quelle: Chronik der Stadt Großräschen) (2)= (Quelle: Hans- Joachim Grune: Eine Betrachtung zum Wirken Friedrich Hoffmans in Großräschen und Umgebung) (3)=(Auszug aus der Presseerklärung des Bürgermeisters Amtsblatt Nr.6/03)