Entlang einer etwa 300 Meter langen Strecke an der S-Bahn Mülheimer Straße erstreckt sich ein Krötenzaun bzw. eine Krötenmauer.
Jedes Frühjahr zwischen Februar und April, sobald die Nachttemperaturen wieder über ca. 10 Grad Celsius steigen und es möglichst auch feucht ist, wandern Frösche und Kröten zu ihren Laichgewässern. Der Hornpottsee ist ein sehr beliebtes Gewässer für diese Amphibien, und so laufen die Tierchen los, weg von Ihren Herbst-/Winterbehausungen irgendwo im Dhünnwald, hin zum Hornpottsee. Viele müssen dabei die für sie gefährliche Mülheimer Straße überqueren. Die Tiere laufen in der Dämmerung los, im März ist dies ausgerechnet die Rush-Hour auf der Mülheimer. Und so wurde zur Sicherheit der Tiere besagte Krötenmauer errichtet: nur kniehoch, aber unüberwindlich für die Tiere. Insgesamt sieben Eimer sind in die Erde eingegraben worden entlang der Mauer. Die Kröten und Frösche hüpfen entlang der Mauer, plumpsen in die Eimer, und werden am nächsten Morgen von Helfern des Nabus aufgesammelt und über die Straße gebracht. Jedes Jahr um die 1.000 Tiere! Insgesamt dürften sich 10.000 - 20.000 Kröten und Frösche jedes Jahr am Hornpottsee sammeln. Hauptsächlich Erdkröten und Wasserfrösche, aber immer auch einige Grasfrösche oder Molche.
Bei den Erdkröten trägt übrigens das Weibchen das Männchen Huckepack zum See! Der Konkurrenzkampf ist so groß unter den Männchen, dass diese sich, sobald sie ein lediges Weibchen finden, dieses direkt besteigen und sich festklammern. Sie lassen es nicht mehr los bis sie am Laichgewässer ankommen und das Weibchen befruchten können. Immerhin: die Weibchen der Erdkröten sind deutlich größer als die Männchen.
Im August machen sich dann die neugeborenen Fröschchen und die Alten wieder auf die Reise in die Herbst- und Winterquartiere. Dann geht es weg vom See wieder in den Wald. Zwar müssen die Tiere auch dann die Straßen überqueren, aber im Sommer wird es zum einen viel später dunkel, so dass weniger Verkehr auf der Straße ist, zum anderen dauert die Wanderung im Sommer viel länger. Im Frühjahr konzentriert sich die Wanderungszeit in der Regel auf einen Zeitraum von nur 3-4 Wochen, im Sommer aber kann es 2-3 Monate dauern. Darum wird nur im Frühjahr gesammelt und nicht im Sommer.