Zur Geschichte des „Schwabengehens“
In Vorarlberg, Tirol, Liechtenstein, Graubünden und im Rheintal gab es viele kinderreiche Familien, die es kaum schafften, alle Familienangehörige zu versorgen. Verstärkt wurde diese Armut durch das Erbrecht der „Realteilung“. Hierbei wurden alle Länderein auf die Anzahl der Kinder aufgeteilt wurden und dadurch wurde die bewirtschaftbare Fläche (und damit auch der Ertrag) immer kleiner aufgrund von Wegen, Grenzanlagen usw.
Oberschwaben hingegen war recht dünn besiedelt und hier gab es das „Anerbenrecht“. Dieses besagt, dass nur ein Kind die komplette Landwirtschaft mit allen Länderein vererbt kriegt und nur wer einen Hof besaß, durfte heiraten.
Aufgrund dieser Unterschiede ergab es sich, dass die Kinder aus den o.g. ärmeren Regionen nach Oberschwaben geschickt wurden um hier auf den Höfen mitzuhelfen (als Hütekinder, in der Landwirtschaft oder im Haushalt). Nach einer langen, sehr mühsamen Wanderung (erst später wurden Teilstücke mit Zügen oder auch einem Dampfschiff zurück gelegt) kamen die jährlich ca 4000 Kinder in Ravensburg an und wurden auf dem Wochenmarkt verteilt/ verkauft. 1829 wurde der Hütekindermarkt erstmals schriftlich erwähnt. 1891 wurde der Hütekinderverein gegründet, welcher die Reise der Kinder nach Oberschwaben organisierte und durchführte. Später fand der Hütekindermarkt auch in Friedrichshafen statt.
Höhepunkt des Schwabengehens war Anfang des 19. Jahrhunderts und erst mit Beginn des 1. Weltkriegs flaute es langsam ab. Die letzten Hütekinder waren in den 1940er/ 1950er Jahren in Oberschwaben.
Weitere Informationen hierzu findet ihr im Internet oder ihr besucht eine der Ausstellungen im Bauernhausmuseum Wolfegg, im Museum Humpis Quartier in Ravensburg, im Hopfenmuseum in Tettnang oder im Stadtarchiv Friedrichshafen.
Zudem wurde die Geschichte der Schwabenkinder verfilmt und dieser Film erhielt 2003 den Deutschen Filmpreis.
In der Dose ist Platz für kleinere Tauschgegenstände, Geocoins oder TB´s.
Bitte die Dose wieder sehr gut tarnen, so dass wir lange Freude daran haben können.