Wusstest du, dass ca. 30% der Fläche der heutigen Konstanzer Altstadt in der ehemaligen Flachwasserzone liegt? Dieses Gebiet wurde, ohne Bagger und andere maschinelle Hilfe, nur mit Hand mühevoll aufgeschüttet.
Diese archäologische Zeitreise führt dich entlang der ehemaligen Uferlinie, vorbei an archäologischen Sehenswürdigkeiten und ehemaligen Ausgrabungsorten. Du wirst grösstenteils auf Wegen geführt, die erst vor wenigen Jahrhunderten dem See abgetrotzt wurden.
Die Strecke ist 3,4 km lang (mit direktem Rückweg insgesamt 4,9 km) und je nach gewählter Wegführung auch rollstuhltauglich. Es handelt sich nicht um einen Rundkurs, daher planst du entweder den Fußweg zurück ein oder benutzt öffentliche Verkehrsmittel. Parkmöglichkeiten in der Nähe des Startpunktes gibt es meist in ausreichender Anzahl. Es empfiehlt sich jedoch generell das breite Angebot an öffentlichen Verkehrsmitteln der Stadt zu nutzen.
Die Fragen an den einzelnen Stationen sind bewusst einfach gehalten, um auch mit Kindern einen kurzweiligen Spaziergang mit Aha-Effekt erleben zu können.
Werden nicht Zahlen, sondern Buchstaben als Lösung gesucht, so ist der entsprechende alphabetische Wert einzusetzen (A=1, B=2, C=3, usw.)
Station1 – Rauenegg
Du stehst auf dem Gebiet „Klein-Venedig“. Bis 1930 war hier noch die Flachwasserzone der Kreuzlinger Bucht. Die Stadt Kreuzlingen fing damals an Kehricht und Bauschutt abzuladen. Die Auffüllungen gingen bis etwa 1980. So wurden 25ha Land gewonnen und die Uferzone verschob sich um 290 Meter.
Viel interessanter ist jedoch, dass hier die Geschichte Konstanz‘ begann. Dort wo jetzt das Sea-Life-Center steht, wurden bereits 3900 v. Chr. erste Pfahlbausiedlungen in der Flachwasserzone errichtet. Die Pfahlfelder erstreckten sich über eine Fläche von mehr als 10ha.
Aufgabe: Bilde von der «Menge Zement» die Quersumme.
Die Antwort sei A.
Station 2 – Lago-Center
Von hier oben siehst du den größten Konsumtempel der Stadt. Was sich dort drunter verbirgt ist jedoch viel interessanter. In der Bauphase 2001/2003 fanden Archäologen in der Baugrube wieder zahlreiche Pfähle und jungsteinzeitliche Funde. Diese sind der zweiten Besiedlungswelle um 3400 v. Chr. der „Horgener Kultur“ zuzuordnen.
Frage: Auf den meisten dieser Gitter durch die du hindurchschaust, sind Schilder angebracht. Vor was wird hier gewarnt? Nimm den ersten Buchstaben.
Die Antwort sei B.
Station 3 – Südliche Stadtmauer
Du stehst hier vor der erst in den letzten Jahren wieder freigelegten südlichen Stadtmauer. Die Schlachttorgasse ist eine neu entstandene Gasse, die erst durch den Neubau des C&A Kaufhauses hinter Dir ermöglicht wurde. Bei der ursprünglichen südlichen Stadtmauer wurden ca. 14.400 t Steine verbaut, was etwa 720 Schiffsladungen entspricht.
Frage:Welche Hausnummer hat das „Rote Haus“?
Die Antwort sei C.
Begebe dich nun zu N47°39.526 E009°10.363.
Meistens steht dieses Tor offen. Du darfst hier hinein. Gehe hindurch entlang der Innenseite der Stadtmauer und begib‘ dich zu Station 4. Bei geschlossener Tür kannst du den „normalen“ Weg außen vorbei nehmen.
Station 4 – Schnetztor
Das Schnetztor war eines der beiden Haupttore der Stadt Konstanz, welches den Hauptverkehrsweg vom Rheintorturm (damals noch mit angeschlossener Holzbrücke) über die Rheingasse bis hier abschloss. Von hier aus gingen die Handelswege über die Vorstadt Stadelhofen in die Schweizer Städte St. Gallen und Winterthur.
Frage: Seit wann ist das Schnetztor ein „Baudenkmal nationaler Bedeutung“? Nimm von der vierstelligen Jahreszahl die dritte Ziffer.
Die Antwort sei D.
Station 5 – Landestege
Du hast nun einen schönen Spaziergang durch die südliche Altstadt hinter dir und stehst nun in einer kleinen Gasse, ohne wirklich etwas zu sehen. Doch bis genau hierhin ging die ursprüngliche Uferlinie. Im 10. Jahrhundert fing man auf Grund des stark gestiegenen Aufkommens an, Handelsschiffen an genau an dieser Stelle bis zu 50m lange Landestege aus Holz und Erde zu errichten. Reste hiervon wurden hier im Haus Nr. 11 gefunden.
Frage: Wie viele mit Steinen zugemauerte kleine Rundbögen kannst du an der Hausnummer 11 zwischen den Fenstern entdecken?
Die Antwort sei E.
Station 6 – Marktstätte
Weiter geht es „übers Wasser“ hinunter zur Marktstätte, wo meist reges Treiben flanierender Fußgänger herrscht. Das war nicht immer so. Bis zum 13. Jahrhundert reichte der See noch hinauf bis zum Kaiserbrunnen am oberen Ende der Marktstätte und wurde aus Profitgründen zur Verbesserung der Infrastruktur und der Optimierung der Handelsabfertigung nach und nach aufgeschüttet.
Frage:Welches Tier steht im Wappen oben am großen Gebäude südlich von dir aus gesehen?
Nimm den zweiten Buchstaben.
Die Antwort sei F.
Station 7 – Kaufhaus
Dieses Kaufhaus, besser bekannt als „Konzil“ wurde vor 600 Jahren zum zentralen Schauplatz kirchlicher und politischer Auseinandersetzungen. König Sigismund berief seinerzeit ein Konzil ein, um die Einheit der Kirche in Europa wiederherzustellen.
Das Gebäude selbst wurde ab 1388 bis 1391 auf Anregung Mailänder Kaufleute als Kaufhaus erbaut und bot mehr als 5.000 m² Lagerfläche. Es wurde mit gewaltigem Aufwand in die damals hier verlaufende Stadtmauer integriert.
Frage: Zähle die Wörter in Klammern. Die Antwort sei G.
Station 8 – Frauenpfahl
Reisen wir wieder zurück in der Zeit an eine Stelle, die nicht dem Wasser abgetrotzt wurde, sondern die dem Wasser wieder zum Opfer gefallen ist.
Beim Blick auf den See siehst du östlich in ca. 180 Metern Entfernung eine Kugel, die an einen Globus erinnert. Direkt links davon in etwa 150 Metern von Deinem Standpunkt aus gesehen befindet sich der sogenannte „Frauenpfahl“. Eine Untiefe, die auf Grund des stark gesunkenen Seespiegels zwischen 1650 und 1500 v. Chr. erstmals mit Pfahlbauten besiedelt wurde. Um 850 v. Chr. endeten die Pfahlbausiedlungen am Bodensee im Zuge eines Klimaeinbruchs.
Noch heute erkennt man auf Luft- und Satellitenaufnahmen Reihen von Pfählen, die zu bronzezeitlichen Häusern gehörten.
Frage: Welche Farbe hat die Kugel auf dem Wasser? Nimm den zweiten Buchstaben.
Die Antwort sei H.
Station 9 – Hohes Haus
Als dieses Gebäude gebaut wurde, grenzte es an das Ufer des Bodensees. Erbaut wurde es vom Bischof Heinrich von Klingenberg und war seinerzeit das höchste Profanhaus der Stadt. Anders als erwartet diente es nicht als Lagerhaus, obwohl der alte Fischmarkt hier angesiedelt war und die Handelsschiffe direkt hier anlegten.
Frage: Wann wurde das „Hohe Haus“ erbaut? Nimm die vierte Ziffer.
Die Antwort sei I.
Station 10 – Münsterhügel
Die erste wirkliche Besiedlung des Festlands erfolgte genau hier um 120 v. Chr. von den Kelten. Ihre Siedlung erstreckte über eine Fläche von 240 x 90 m vom Münsterhügel bis zum Seerhein. Die tatsächliche urbane Entwicklung erfolgte allerdings unter den Fittichen des römischen Adlers um etwa 20 n. Chr. Kaiser Tiberius lies hier ein Kastell errichten, welches um 300 n. Chr. massiv verstärkt und ausgebaut wurde. Die Wehrmauern besaßen eine Dicke von 2,20 Meter und eine Höhe von ca. 10 Metern.
An dieser Stelle stand einer der Wehrtürme, dessen Fundament hier noch zu bestaunen ist.
Frage: Durch wie viele einzelne Glasscheiben kannst du das Fundament bewundern?
Die Antwort sei J.
Wenn du gut in der Zeit bist, solltest du nun die Gelegenheit nutzen, das in 30 Metern nordöstlich gelegene Relief der Konstanzer Altstadt zu betrachten. Danach geht es weiter zur letzten Station deiner Reise entlang des Wassers.
Station 11 – Rheinüberquerung
Von hier aus hast du einen wunderbaren Blick auf gleich mehrere Sehenswürdigkeiten der Stadt. Südlich siehst du die Dominikanerinsel; eine Untiefe, die Siedlungspuren vorweisen kann, die auch bis ins 4. Jahrtausend v. Chr. zurückreicht. Heute steht hier das bekannte Insel-Hotel.
Nordwestlich kannst du den 800 Jahre alten Rheintor-Turm erkennen, einer der alten Wehrtürme der Stadtbefestigung von Konstanz und gleichzeitig das Brückentor der alten hölzernen Rheinbrücke, die über Jahrhunderte ein verkehrstechnisches Bindeglied und wichtige Handelsbrücke war.
Auf der anderen Rheinseite siehst du den Stadtteil Petershausen, der erst durch die Gründung des Benediktiner-Klosters Petershausen im 11. Jahrhundert n. Chr. erwähnt wird. Die Bevölkerung siedelte sich dort gar erst im 17. Jahrhundert n. Chr. an. Unter anderem befindet sich im ehemaligen Kloster heute das Archäologische Landesmuseum, welches deine Entdeckungstour heute abschliessen könnte.
Frage: Auf welche Institution wird direkt unter dem Wort "Petershausen" verwiesen? Nimm den drittletzten Buchstaben des zweiten Wortes.
Die Antwort sei K.
Suche dir nun einen ruhigen Ort, um die Berechnung für das Finale vorzunehmen:
L = J*K
M = F-I
N = A*D-F
O =E*H
P = B*C*H*E*G-I
Finale: N47°(L).(M)(N) E009°(O).(P)
Bitte achte auf Muggels, auch aus dem Gebäudeinneren!
Weisst Du, in der Nähe welchen Gebädes Du Dich befindest? Wenn Du von der anderen Seite vor dem Haupteingang stehst, lohnt sich ein Besuch gerade für Dich allemal J