Die Stadtore von Jüterbog
Die im Mittelalter entstandene Stadtbefestigung umfaste auch den Bau von drei Stadttoren die den Zugang zur Stadt ermöglichten. Den Durchlaß nach Norden bildete das Zinnaer Tor, nach Osten mußte das Neumarkttor passiert werden und nach Westen hin war das Betreten und Verlassen der Stadt über das Dammtor möglich. Auf Grund der nur schlecht zu passierenden feuchten Nutheniederung im Süden, wurde auf den Bau eines weiteren Tores verzichtet.
Alle drei Stadttore waren ursprünglich als Doppeltore erbaut worden. So mußte vor dem eigentlichen Tor zur Stadt ein äußeres Tor passiert werden, an dass sich eine eng gehaltene, von Mauern eingefaßte Straße anschloß, die auf das innere Tor zulief. Die inneren Stadttore besaßen schwere Türen, eventuell ein Fallgitter oder vielleicht sogar eine Zugbrücke. Jedes der drei inneren Stadttore wurde durch zwei Türme beschützt, die teilweise auch noch erhalten sind und inzwischen auch restauriert wurden.
Dem mit Beginn des 19. Jahrhunderts zunehmenden Verkehr fielen dann Teile der Jüterboger Stadttore zum Opfer und wurden abgerissen. Nur der durch Karl Friedrich Schinkel beeinflußten preußischen Denkmalpflege ist es zu verdanken, dass die Toranlagen nicht im Gesamten abgerissen wurden.
Noch heute hängt an jedem Stadttor eine Keule. Im Mittelalter ein Symbol dafür, dass die Stadt die peinliche und Halsgerichtsbarkeit ausüben durfte. Später wurde die Keule mit einem Spruch ergänzt.
Das Zinnaer Tor ist das einzige Stadttor bei dem das Innentor bis heute erhalten geblieben ist. Das Außentor wurde allerdings auch abgerissen.
Wie die beiden anderen Stadttore, ist auch das Zinnaer Tor nach dem großen Stadtbrand von 1478 in seiner heutigen Form errichtet worden. Allerdings erfuhr es im Laufe der Zeit auch einige Umbauten. 1886 wurde der Torbogen von der Stadt abgerissen, da er für den Straßenverkehr zu niedrig wurde. Die Regierung hatte dazu jedoch keine Erlaubnis erteilt und so wurde er 1889 wieder aufgebaut, wenn auch mit einer größeren Durchfahrtshöhe.
Im großen Rundturm des Zinnaer Tores befand sich ein Verlies, dass nur über das Obergeschoß zugänglich war. Im Sommer 1933 wurde ein Durchbruch für Fußgänger hergestellt. Dabei fand man im Verlies noch einen Wasserkrug.
Quelle: http://www.conradfrank.de/seiten/jueterbog/jueterbog_zeiten.html