Sepp Plieseis
Durch unsere mündliche und persönliche Agitation in der Bevölkerung brachten wir immer größere Gruppen auf unsere Seite. Wir versteckten viele Soldaten der Wehrmacht, die nicht mehr einrücken wollten, bzw. veranlassten viele zum Desertieren. Andere Soldaten, die größere Schikanen gegen ihre Familien befürchten mussten und deshalb in der Wehrmacht verblieben, ließen uns zumindest Waffen zukommen. So entstand mit der Zeit eine große, teilweise bewaffnete Organisation mit guten Verstecken, teils im Wald, teils bei der Zivilbevölkerung in den Häusern. In der ganzen Umgebung wusste man von uns, suchte Hilfe bei uns und unterstützte uns.
Auch mit den ausländischen Zivilarbeitern, die sich ebenfalls organisiert hatten, nahmen wir Verbindung auf und blieben in ständigem Kontakt mit deren Leitung.
Resi Pesendorfer
Da das Ende des Hitlerfaschismus heranrückte, wurde für uns die Arbeit immer gefährlicher. Von früh bis spät am Abend saß ich auf meinem Drahtesel, um die Partisanen zusammen zu holen. Dabei half mir noch die Genossin Gschwandtner.
Ja, da musste ich oft ganz Nächte opfern, aber ich tat es gerne. Bei strömendem Regen hatte ich ein Treffen mit Partisanen. Um ½ 2 sollte ich an Ort und Stelle sein, aber dann habe ich wieder einmal zwei Stunden umsonst gewartet.
Oft kam ich erst so um ½ 4, ½ 5 Früh nach Hause. Dabei konnte ich oft nicht genügend große Umwege machen, um niemanden zu begegnen, denn es war ja alles vom Volkssturm besetzt, und schließlich war es ja noch finster, wenn ich heimkam.
Wie so ein Nachtfalter kam ich mir oft vor. Aber vorsichtig war ich immer, besonders wenn ich gefährliche Sachen trug. In ging immer mit dem Gedanken aus dem Haus, die Gestapo, diese Hunde, sollten mich nicht kriegen! Für den Fall, dass es zum Untertauchen wird, verschaffte ich mir auch ein Geheimquartier.
Karl Gitzoller
Meine Erfahrungen, die ich beim Wildern gesammelt hatte, waren später, als wir in der Zeit des Hitlerfaschismus in die Berge gingen, für unsere Versorgung, für unser Leben von großem Nutzen. Ich hatte für den Winter schon Wildbret und Geselchtes eingelagert. Immer wenn ich Wild geschossen hatte, dann habe ich einen Teil gegen andere Lebensmittel eingetauscht. Das restliche Fleisch habe ich dann in einem selbst angefertigten Baumrindenofen geselcht. Dabei habe ich aus Baumrinde eine Art Schlauch gemacht, in den ich das Fleisch hineinhängte. Durch den Rauch vom Feuer, das ich am unteren Ende anmachte, selchte ich mir das Fleisch. Meist habe ich das in den Jungwäldern gemacht, denn dort war es weniger gefährlich. Im Hochwald wäre das zu riskant gewesen.
Marianne Feldhammer
Obwohl Plieseis den Karl immer wieder warnte, zurück in unser Haus zu kommen, hielt er sich oftmals nicht daran. So in der Nacht zum 26. Jänner 1945.
Es war um 5 Uhr früh, da hat es an der Tür geklopft. Ich musste mich anziehen, um die Tür zu öffnen. Mittlerweile schlugen sie aber die Tür ein. Karl hat im ersten Stock das Fenster aufgerissen und ist hinuntergesprungen. Ein Mann von der Gestapo ist über die Treppe hinaufgelaufen und hat meinem Mann durch das offene Fenster nachgeschossen.
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Plieseis und Pesendorfer zeigen dir bei 47° die Nordkoordinaten. Gitzoller und Feldhammer weisen bei 013° auf die Ostkoordinaten. Aufwärts!
