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Großsteingrab Mundersum Traditional Cache

This cache has been archived.

Kanne und Siki: Leider wurde der Cache bis heute nicht wieder aktiviert oder kein konkretes Aktivierungsdatum angegeben. Deshalb erfolgte heute die endgültige Archivierung dieses Caches.

Wenn du an dieser Stelle wieder einen Cache platzieren möchtest, kannst du selbstverständlich gern ein neues Listing zum Review einreichen.

Gruß,
Sanne

Kanne und Siki
(Official Geocaching.com Volunteer Reviewer)

Die Info-Seiten der deutschsprachigen Reviewer: http://www.gc-reviewer.de

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Hidden : 3/3/2014
Difficulty:
2 out of 5
Terrain:
2 out of 5

Size: Size:   micro (micro)

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Geocache Description:

Ein Micro an einer historischen Stätte: Das Großsteingrab Mundersum ist als einziges Megalithgrab im Gemeindebereich der Stadt Lingen erhalten geblieben.

 


Großsteingrab Mundersum

 

Das Megalithgrab ist eine sehr tief im Boden versenkte Grabanlage der jungsteinzeitlichen Trichterbecherkultur und befindet sich etwa zwei Kilometer westlich von Mundersum in einem als „Mundersumer Sand“ bezeichneten Dünengelände.

 

Die nordwestdeutschen Großsteingräber wurden aus Granitblöcken konstruiert, die wegen ihrer entlegenen geologischen Herkunft auch als erratische (= verirrte) Blöcke oder Findlinge bezeichnet werden. Die granitenen Megalithen waren während der Saalekaltzeit (vor ca. 230.000 bis 130.000 Jahren) über Gletscher von Skandinavien in das Gebiet zwischen Weser und Ems gelangt. Damals war die Region von einer bis zu 400m dicken Eisschicht bedeckt.

 

Das Megalithgrab Mundersum besteht aus einer langen, ostnordost-westsüdwestlich orientierten Kammer, die tief in den Erdboden eingesenkt ist. Sie hat eine Länge von 18 m, die Breite schwankt zwischen 1,35 m und 2,20 m. Der ehemalige Eingang befand sich an der Südseite. Insgesamt sind 17 Wandsteine erhalten geblieben: Die beiden Abschlusssteine an den Schmalseiten sowie sieben Steine an der nördlichen und acht an der südlichen Langseite. Bis auf einen Wandstein der Südseite und den östlichen Abschlussstein scheinen alle noch in ihrer ursprünglichen Position zu stehen. Weiterhin sind zehn Decksteine vorhanden, hiervon steht allerdings keiner mehr an seinem ursprünglichen Ort. Beim vierten Deckstein von Westen wurde etwa ein Drittel abgesprengt. Die Sprenglöcher sind noch deutlich zu erkennen. Um 1890 scheinen noch 15 Steine einer ovalen Umfassung vorhanden gewesen zu sein. Diese sind aber heute restlos verschwunden. In der Nähe des Großsteingrabes Mundersumer Sand fand der Heimatforscher Heinrich Bröcker reich verzierte Scherben und rund 50 Urnen.

 

Beschäftigt man sich mit dem Thema „Großsteingrab“, wird man unweigerlich mit dem Begriff „Hünen“ konfrontiert. Über Generationen hinweg konnte man sich einfach nicht vorstellen, dass Menschen normaler Statur in der Lage waren, derartige große Steine übereinanderzuschichten, so dass man die megalithischen Anlagen als Wohn- oder  Grabstätten von Riesen (= Hünen) interpretierte (siehe Foto Nr. 1 unten). Der Aberglaube an die Existenz von Riesen endete erst mit zunehmender Erforschung der Megalithgräber im 18. und 19. Jahrhundert. Interessanterweise ist die Bezeichnung der Gräber als „Hünenbetten“ wahrscheinlich nicht dem Hünenkult, sondern schlicht einer Fehlübersetzung geschuldet: So hat man fälschlicherweise das niederdeutsche Wort „hunnebed“ (= Totenstätte) als „Hünenbett“ missverstanden. Die Großsteingräber dienten nämlich vermutlich als Sippen-Beinhäuser, in denen hunderte von Toten ihre letzte Ruhestätte fanden. Wie die Erbauung und der spätere Zerfall eines Megalithgrabes in Wirklichkeit ausgesehen haben könnte, zeigt die Darstellung unten (siehe Foto Nr. 2).

 

Eine weiterer bis ins 19. Jahrhundert geschürter Aberglaube war, dass der Teufel für die Entstehung der Megalithgräber verantwortlich war und damit den heidnischen Bräuchen Vorschub leistete. Wiederholt setzten sich kirchliche Konzilien mit der Frage auseinander, wie man den vorchristlichen Bräuchen begegnen könnte. So entschied man z.B. im Jahre 658 auf dem Konzil von Nantes, die Megalithgräber nicht nur zu schleifen, sondern auch zu vergraben, damit die heidnischen Relikte vollends aus dem Bewusstsein der Menschen verschwinden. Karl der Große rief gar in einem Edikt aus dem Jahre 789 zur Zerstörung aller Megalithgräber auf; ferner wurden unter Karl die Ausübung heidnischer Rituale mit der Todesstrafe sanktioniert. Der Reiz des Verbotenen sollte sich allerdings noch über viele Jahrhunderte erhalten…

Das Großsteingrab Mundersum ist als einziges im Gemeindebereich der Stadt Lingen erhalten geblieben.

 

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Achtet bitte auf Jäger-, Hunde-, Pferde- und Joggermuggels  - und hinterlasst bitte keinen Müll! Und nun…

 

Viel Spaß!

 

Additional Hints (Decrypt)

Gnaar

Decryption Key

A|B|C|D|E|F|G|H|I|J|K|L|M
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N|O|P|Q|R|S|T|U|V|W|X|Y|Z

(letter above equals below, and vice versa)