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Hoch zur Kirchturmspitze oder die Suche nach dem Kaiserstab.
Vermutlich liegst du gerade falsch. Ihr müsst nicht auf das Dach klettern und der Kaiserstab hat nichts mit einem Kaiserzepter oder einer anderen kaiserlichen Insignie zu tun.
Der Kaiserstab ist ein ziemlich wichtiges Bauteil aus der Dachkonstruktion und zwar das, welches die Wetterfahne oder das Kreuz auf der Kirchturmspitze trägt und als senkrecht stehendes Bauteil die Dachkonstruktion an der Spitze zusammenführt.
Die Koordinaten führen Euch zum Eingang des öffentlich zugänglichen Teils der Burg Burgrain. Die Burg ist im privaten Besitz und die Kirche gehört zum Bistum Freising. Ihr müsst nicht in die Kirche oder auf den privaten Teil der Burganlage. Das Burggespenst ist informiert und wird euch nach unten ins Dunkle begleiten Nicht schnell umdrehen oder versuchen das Gespenst mit dem Blitz zu fotografieren. Das mag es nicht.
Zur Geschichte der Burg:
Nachdem ich keinen Ruf als Historiker zu verlieren habe und ich keinen langweiligen Wiki Text kopieren will, fasse ich das mit meinen Worten zusammen:
Bayern ist aus nur 5 Sippen oder großen Familien entstanden. Ein kommt von genau hier. Die Fagana. Die hausten hier bis zum 8. Jahrhundert. Herzog Tassilo III hat sich dann um 780 mit dem falschen angelegt. Und zwar mit keinem geringeren als Karl dem Großen, der ihn dann mit der Reichsacht belegt und später verjagte. Somit fiel die Burg bis ungefähr zur Säkularisierung ~ 1800 an das Heilige Römische Reich, später Heilige Römische Reich Deutscher Nationen. Bei der Streitschlichtung zwischen Tassilo III, Papst Hadrian I und Karl dem Großen in Rom, taucht eine weitere bedeutende Persönlichkeit auf die das heutige Bayern, Salzburg und Österreich maßgeblich geprägt hat. Arn von Salzburg. Er wurde um 740 bei Innerbittlbach/Isen geboren. Parallel zur Burg wurde auch die Kirche mehrmals errichtet. Die Herrschaft Burgrain war ca. 10Km rund um die Burg groß und der Markt Isen ihre größte Ansiedlung. Im Mittelalter sind hier um die 100 Höfe erfasst worden und 500 Leibeigene. Wegen der Grenzverläufe hat man sich immer wieder mal mit der Grafschaft Haag gekloppt und hier eine kleine Truppe stationiert. Interessant finde ich die ungewöhnlich Rechtslage die über 1000 Jahre bestand. Den Bischöfen von Freising gehörte hier alles, sie hatte einen großen Streubesitz der bis nach Tirol und Kärnten reichte. Nur nicht die Herrschaft Burgrain direkt vor der Haustür. Wie bei Asterix und Obelix konnte in diesem Fall der Bischof nichts gegen das Heilige Römisch Reich ausrichten und es gibt ein paar Fälle in der langen Geschichte der Herrschaft der Burgrainer wo sich die hochwohlgeborenen Freisinger grün und blau ärgerten.
Die machtvollen Zeiten von Schloss Burgrain enden so langsam mit dem 30 Jährigen Krieg. Die Schweden fallen ein und später nochmals zusammen mit den Franzosen, die dann angeblich eine Schatz im Turm geraubt haben wollen.
Dazwischen ist dann auch noch Feuer auf Schloss Burgrain ausgebrochen. Wie schrecklich diese Zeit war, kann man einem Brief des kirchlichen Vertreters Christian Itt an den Bischof entnehmen. Er schreibt darin: „Bin heint Nacht im Schloß gelegen, und weilen ain Gespenst so übl regiert, mag ich darin nit bleiben, sondern ziehe heint ins Dorf hinab, mag mehreres nit schreiben vor schreckh und khumerniß." (Also seid lieb zum Schlossgespenst, nicht fotografieren!)
Mit der Schlacht in Hohenlinden um 1800 wird Bayern zum Königreich und die Burg mehrmals verkauft. Mal war es ein Blindenheim und später auch mal eine bekannte Brauerei als beliebtes Sonntagsausflugsziel. In München sind Postkartenmotive für den Biergarten der Brauerei Burgrain aufgetaucht, die mit 1910 datiert sind.
Seit 1919 ist Burg Burgrain im Besitz der Familie Klapp. Bis 1957 wurde der Hofbetrieb mit sehr viel Aufwand weitergeführt. Die Möglichkeiten zur Rationalisieren sind aber in einer mittelalterlichen Umgebung bald ausgeschöpft und zwingen zur Aufgabe der Landwirtschaft. Eine Wehranlage gibt halt einen schlechten Bauernhof ab. Nach Abbruch der ehemaligen Brauerei auf der Westseite des Burghofes hat der Innenhof wieder den Charakter der ursprünglichen Wehranlage.