Kleinkastelle, wie das im Hillscheider Wald oder das benachbarte Kleinkastell Ferbach stellten kleinere Truppenunterkünfte dar und wurden an Orten errichtet, an denen es darauf ankam, Lücken zu den nächsten größeren Kohortenkastellen wie Neuwied-Niederbieber oder Koblenz-Niederberg zu schließen und wichtige Verkehrsstraßen an Limesdurchgängen zu sichern.
Die Mauern und Wälle des Kastells Hillscheid waren noch bis Mitte des 19.Jahrhunderts in beachtlicher Höhe erhalten, bis Steine für den Wegebau ausgebrochen wurden und das Gelände durch die Forstverwaltung eingeebnet wurde. Sowohl die Fundamente des Kleinkastells, als auch die Fundamente des nahegelegenen Wachturms wurden rekonstruiert und vermitteln auf diese Weise einen Einblick in die Größe der Anlage.
Das Kastell war von einer Steinmauer umgeben, die eine Fläche von 43,1 m x 36,6 m umfasste. Vermutlich erst später wurde in die Ostecke des Kastells ein weiteres kleineres Steinkastell hineingebaut und mit einem Graben umgeben. Es hatte eine nahezu quadratische Grundfläche von 15,9 m x 15,4 m und innen ein turmartiges Steingebäude mit kleinem Vorraum. Hinweise auf feste Bauten im Innenraum der äußeren Anlage konnten nicht festgestellt werden, evtl. bedingt durch umfangreiche Bodenabtragungen im 19.Jahrhundert.
Wenige Meter nördlich des Kastells stand der Steinturm des Wachtpostens 1/71, der auf den Resten eines älteren Holzturms errichtet worden war. Hier trafen zwei alte Wege zusammen: der eine vom Rhein bei Vallendar entlang des Hillscheider Bachtals kommend, der andere von Kastell Niederberg über Simmern bis zum Kastell Hillscheid und weiter auf die Montabaurer Höhe führend. Der Wachtposten 1/71 und das Kleinkastell Hillscheid schützten den Durchgang durch den Limes. Der Limes gewährte dem römischen Imperium fast 200 Jahre (etwa 80-260 n. Chr.) Schutz. Er wurde zuletzt von germanischen Hilfstruppen unter römischem Kommando bewacht.
Zwischen 255 und 260 n.Chr. fällt der Limes.
Das Ende für den Hillscheider Abschnitt kam mit dem Untergang der für das Hillscheider Kleinkastell zuständigen Reiterkohorte VII des Kastells Niederbieber im Jahre 259 n.Chr.