MĂ€ander im Inntal
Bei Kirchbichl in Tirol bildet der Inn einige Flussschlingen, welche man als MĂ€ander bezeichnet. Der Name MĂ€ander leitet sich von einem Fluss in Kleinasien ab
Wasser flieĂt in der Natur nicht geradeaus, es flieĂt in MĂ€andern, egal ob das GewĂ€sser ein groĂer Fluss oder ein kleiner Bachlauf ist. Je geringer das GefĂ€lle und die FlieĂgeschwindigkeit des GewĂ€ssers sind, desto ausgeprĂ€gter ist die Tendenz des GewĂ€ssers zu MĂ€andrieren.
Beginn der MÀandrierung, ©Astrobenno
|
Flussschlingen entstehen aus leichten UnregelmĂ€Ăigkeiten im Untergrund. Ein Steinchen oder eine Pflanze reicht aus, um das Wasser asymmetrisch zu einem der Ufer hinflieĂen zu lassen. Dort prallt diese Strömung ab und wird diagonal ĂŒber die gesamte Breite des Flusses auf das gegenĂŒberliegende Ufer getrieben. Der Bereich des Ufers, an welchem das Wasser aufprallt nennt man Prallhang, das gegenĂŒberliegende Ufer wird Gleithang genannt.
Am Prallhang werden mit der Zeit Sand, Steine, Lehm und anderes Material abgetragen. Die Strömung nimmt dieses Material mit und lagert es stromabwÀrts an einem Gleithang ab, da hier die Strömung viel geringer ist.
|
|
Durch das Zusammenspiel dieser beiden Prozesse â Abtrag von Material am Prallhang und Ablagerung von Material am Gleithang â verlagert sich das Flussbett mit der Zeit in Richtung des Prallhangs, wĂ€hrend am Gleithang ein neues Flussufer entsteht. Diese Entwicklung verstĂ€rkt sich mit zunehmender Verlagerung des Flusslaufes, bis typische Flussschlingen entstehen. Der MĂ€ander wird immer ausgeprĂ€gter da die Strömungsgeschwindigkeit an der AuĂenseite immer stĂ€rker wird und somit mehr Material mitnimmt, wĂ€hrend an der Innenseite die Strömungsgeschwindigkeit immer geringer wird und mehr Material abgelagert wird â Die Schlingen des MĂ€anders werden hierbei immer enger und der Abstand zwischen den Schlingen werden immer kleiner.
|
Fortgeschrittene MÀandrierung, ©Astrobenno
|
MÀanderdurchbruch mit Altarmentstehung, ©Astrobenno
|
Sinkt der Abstand zwischen den einzelnen MĂ€anderschlingen so stark ab, dass die Strömung an einer solchen Stelle durch das schmale Ufer bricht, man spricht hier von einem MĂ€anderdurchbruch, so wird die Flussschlinge abgekĂŒrzt. Aus der Schleife entsteht dann ein stehendes GewĂ€sser, ein sogenannter Altarm oder Altwasser. Das vom Altarm oder Altwasser umgebene Gebiet wird als Umlaufberg bezeichnet.
Genau dieser Vorgang hat bei Kichbichl den Inn MĂ€andrieren lassen.
|
Quellen: Wikipedia, www.geodz.com
Bild eines MĂ€anders mit Altarmen, Quelle: wikipedia
Logbedingungen:
Um diesen Earthcache loggen zu dĂŒrfen mĂŒsst ihr mir folgende Fragen beantworten:
- Wieviele GleithÀnge und PrallhÀnge könnt ihr beim InnmÀander in Kirchbichl erkennen?
- Woran sind die GleithÀnge zu erkennen, woran die PrallhÀnge?
- Beschreibe bei den angegebenen Koordinaten den Verlauf der Böschung vom Umlaufberg zum Gleithang. Ist diese steil oder fÀllt sie flach ab?
Schickt mir eure Antworten per eMail. Ihr könnt natĂŒrlich sofort loggen. Sollte ich noch Fragen zu euren Antworten haben, melde ich mich.