Vom späten 1. Jahrhundert bis 260 n.Chr. bildete der obergermanische Limes die Grenze zwischen der römischen Provinz Obergermanien (Germania superior) und dem freien Germanien (Germania libera). In dieser Zeit wurde der Limes in mehreren Phasen ausgebaut. Zuerst hatte man Schneisen durch den Wald geschlagen und dort einen Patrouillenweg angelegt. Dieser wurde von Holztürmen aus überwacht, zwischen denen Sichtverbindung bestand (Bauphase 2). Unter der Regierung des Kaisers Hadrian (117 - 138 n.Chr.) wurde vor dem Patrouillenweg und den hölzernen Wachtürmen eine durchgehende Palisade errichtet. Erstmals entstand so eine geschlossene Grenze (Bauphase 2). Während der Regierungszeit des Kaisers Antonius Pius (138 - 161 n.Chr.) wurden die Holztürme nach und nach durch Steintürme ersetzt. Die Palisade blieb bestehen (Bauphase 3). Erst zum Ende des 2. Jahrhunderts wurde zwischen der Palisade und den Türmen ein Spitzgraben ausgehoben und der Erdaushub dahinter zu einem Wall aufgeschüttet (Bauphase 4).
Aus der letzten Ausbauphase stammen die heute noch sichtbaren Reste des Limes. Im Hillscheider Wald liegt dicht am Limeswall oben am steilen Abhang zum Kalterbachtal der Schutthügel von Wachtposten 1/73. Festgestellt wurden hier die Überreste eines älteren Holzturmes und die Grundmauern eines quadratischen Steinturmes mit ener Seitenlänge von 5,4 Metern und einer Mauerdicke von 1,2 Metern. Hinweise auf das Aussehen des Mauerwerks der Steintürme liefern die Befunde aus Ausgrabungen, aber auch vereinzelte Darstellungen solcher Türme auf antiken Bildnissen, wie zum Beispiel der berühmten Trajansäule in Rom aus dem 2.Jahrhundert n.Chr.