
Das kleine Dörfchen Zuchau wurde erstmals 978 als "Zuchoa" durch Kaiser Otto II. urkundlich erwähnt. Auf ein hohes Alter (frühe Romanik) kann auch seine Kirche "St. Laurentius" oder auch "St. Laurentii" zurückblicken. Sie wurde um das Jahr 1.000 erbaut.
Der wuchtige Bruchsteinturm ohne Westeingang mit Rundbogenfenstern im Obergeschoss und Satteldach (Sachsenturm) entspricht in seiner Breite dem Langhaus, mit dem er ursprünglich verbunden war. Etwa aus der Zeit um 1740 stammen wohl das hölzerne mit Sternen bemalte Tonnengewölbe und die handwerklich einfachen Einbauten. Als Taufstein dient ein kelchförmiges Weihwasserbecken aus Sandstein.
Im noch aus romanischer Zeit erhaltenen Südportal/Säulenportal, mit einem einstufigen Tympanon, verjüngen sich zwei schlanke Säulen nach oben. Sie tragen einen Rundbogen, dessen Feld die Darstellung zweier löwenartiger Tiere mit über den Rücken geschlagenen Schwänzen enthält. Sie erheben sich zur Mitte gegeneinander, wobei das Tier auf der rechten Seite den Kopf verdreht, mit dem Unterkiefer nach oben hält. Die Rätselhaftigkeit dieser symbolischen Darstellung wird verstärkt durch Embleme aus heidnischer Zeit im oberen Bogenteil (Zauberknoten).
Ursprünglich hingen auf dem Turm drei Glocken, von denen die größte und gleichzeitig älteste und noch erhaltene die Inschrift trägt: "CONSOLOR VIBA · FLEO MORTUA · PELLO NOCIVA", was soviel heißt wie: "Ich tröste, was lebt. Ich beweine, was stirbt. Ich vertreibe, was schadet." Die beiden jüngeren Glocken fielen dem Krieg zum Opfer.
Die historischen Dachstühle und vorhandene bauzeitliche Holzkonstruktion wurden von 2011 bis 2012 mit traditionellen, handwerklichen Holzverbindungen und Materialien Instand gesetzt. Die abschließende Neueindeckung der Dächer in historischer Ziegeldeckung macht den Sanierungserfolg nun auch nach außen weithin sichtbar.
Quelle: Blätter aus der Dorfchronik "1.000 Jahre Zuchau" von 1978 & Salzlandkreis, Foto: Amtshof Eicklingen