Wir schreiben das Jahr 1758. Veit Voß aus Tamm ist auf seinem Ochsenkarren schon seit dem Morgen unterwegs. Er muss zum Bissinger Holzgarten fahren, um dort Langholz (Bauholz) zu laden und dann das Holz für den Bau des Schlosses Monrepos nach Ludwigsburg zu transportieren. Das ist Teil seines Frondienstes, den er für den württembergischen Hof zu leisten hat.
Am Abend vor seinem Frondienst hatte ihn der Schultheiß angesprochen: "Veit, kannst Du für die Tammer auch Scheiterholz laden. Dieses Jahr ist der Herbst so früh. Nicht dass wir vom Winter überrascht werden und kein Holz haben, um unsere Häuser zu heizen."
Oft litten die Tammer darunter, dass auf der Tammer Gemarkung kaum Wald zu finden war. Bürgermeister und Schultheiß konnten nicht wie andere Gemeinden den Einwohnern Holz für die Heizung im Winter zur Verfügung stellen. Statt dessen musste dieses teuer in Nachbargemeinden gekauft werden.
Veit Voss machte sich auf den Weg. Am Schellenhof vorbei fuhr er hinunter zur Enz. Hier kam er an die Stelle, wo im späten Herbst der Holzrechen in die Enz gehängt wurde. Dieser hielt Holzscheite davon ab, weiter die Enz hinunterzugleiten. Im Sommer dann waren die zusammengebundenen Gestöre zu erkennen, die auf der Enz hinunterschwammen. Bevor sie zu Wasser gelassen wurden, hatten die Flößer die Langhölzer zu so genannten Gestören von 3-4 m Breite zusammengebunden. Diese wurden an der Enz zu Flößen mit bis zu 280 m Länge aneinandergehängt. Bei größeren Flüssen konnten die Gestöre noch breiter und länger sein. Veit Voß war immer wieder beeindruckt, wenn er diese riesigen Flöße sah. Nachdem er sie Szene betrachtert hatte, fuhr er weiter an der alten Sägemühle vorbei und dann den Holzkanal entlang, um zum Holzmesserhaus zu gelangen, wo der Holzmesser wohnte.