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Böses Wasser! EarthCache

Hidden : 4/11/2014
Difficulty:
3 out of 5
Terrain:
1 out of 5

Size: Size:   not chosen (not chosen)

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Geocache Description:


Der Meinweg-Sprung und seine Auswirkungen


Der EarthCache zeigt Euch am Beispiel der Zeche Sophia Jacoba, welche Auswirkungen die Auflösung des Steinkohlebergbaus haben kann, wenn es bestimmte geologische Besonderheiten in der Gegend gibt.

Wassenberg gehörte zum Einzugsrevier der Zeche Sophia Jacoba. Dort wurde untertage die hiesige Steinkohle abgebaut. Noch vor nicht allzu langer Zeit wurde dort Steinkohle gefördert und auch verarbeitet. Der Zentralschacht stand in Hückelhoven-Ratheim. Bis zum 30.06.1997 war die Zeche in Betrieb; dann schlossen sich die Zechentore.

Sophia Jacoba

Ein Steinkohlenabbau untertage bedingt, dass sich im Abbauhorizont kein Grundwasser befinden darf. So wie auch im rheinischen Braunkohlenrevier, wo die Kohle in offenen Tagebauen abgebaut wird, müssen viele Pumpen rund um das Abbaugebiet aufgestellt werden, die das Grundwasser abpumpen und damit den Grundwasserspiegel senken.

Nach dem Ende des Steinkohlenbergbaus wurden diese Pumpen aus wirtschaftlichen Gründen schnell abgestellt. So stieg der Grundwasserspiegel, was aus bodenhydraulischen Gründen zu Hebungen der Geländeoberfläche führt. Vereinfacht lässt sich das damit erklären, dass ähnlich wie jeder andere Körper im Wasser auch die einzelnen Bodenschichten im Wasser einen Auftrieb erfahren, der dem Eigengewicht entgegenwirkt. Je höher das Grundwasser ansteht, desto geringer ist die zusammendrückende Kraft des Bodens. Beim Abpumpen des Grundwassers kommt es somit zu Setzungen/Senkungen, beim Anstieg des Grundwassers kommt es zu Hebungen.

Wenn diese regelmäßig erfolgen, dann ist das üblicherweise eine für Ingenieure handhabbare Herausforderung. Wenn es jedoch Unregelmäßigkeiten im Boden gibt, dann erfolgen auch die Setzungen oder Hebungen unregelmäßig. So wie hier in Wassenberg.

Hier gibt es den Meinweg-Sprung, der schon die westliche Abbaugrenze der Zeche darstellte. Dieser ist eine Verwerfung, an dem beiderseits die einzelnen Bodenschichten stark gegeneinander versetzt sind.

Karte

Die Auswirkungen der unregelmäßigen Hebungen entlang des Meinweg-Sprungs sind in einer Breite von bis zu 15 Metern auf einer Länge von rund 9 Kilometern auszumachen.

Wie können wir die Auswirkungen genau in Wassenberg sehen?

Schon kurze Zeit nach dem Abschalten der Pumpen kam es zu Schäden an den Wassenberger Bebauungen. Noch im alten Jahrtausend kam es zu Schäden an den Häusern und der Infrastruktur. In dieser Zeit gab es Hebungen von bis zu 6 cm pro Jahr! Entlang der Bruchlinie, die mitten durch den Ort führt, waren die Schäden an den Häuserwänden erkennbar, Straßenoberflächen aufgerissen, Kanalleitungen gerissen. Selbst ein Fußballplatz in Orsbeck hob sich einseitig um acht Zentimeter an. Sehr schnell mussten im alten Wassenberger Rathaus Stützen aufgestellt werden und große Teile der Außenfassade gesichert werden. Die Kräfte des aufsteigenden Wassers drückten nicht nur unregelmäßig von unten, sondern wurden auch in horizontale Kräfte umgeleitet, so dass es Längenänderungen von bis zu 20 cm am Rathaus gab. Diese enormen Schäden bedingten eine Komplettsanierung eines Rathausteils.

Maßänderungen in der Höhe (durch die eigentliche Hebung) als auch in der Länge (durch umgeleitete Kräfte) sind an vielen Häusern in Wassenberg zu sehen. Längenänderungen von 15 cm in einem Haus sind nicht selten. Vielfach bauen die Bewohner dann eine Stufe mitten im Haus ein, um die Höhen- und Längenänderung zu überbauen. Zur Abfangung weiterer Maßänderungen werden nun Gebäudeteile auf Betonpfähle gesetzt und mit justierbaren Stahlspindeln ausgerichtet. So werden zum Beispiel auch die Setzungen an der Jülicher Zitadelle behandelt.

Bis zu 20 Jahre lang können noch weitere Schäden auftreten - auch abseits der eigentlichen Verwerfungslinie.

Logbedingungen

Um diesen EarthCache zu loggen, müsst Ihr nachweisen, dass Ihr die vorgestellte geologische Thematik verstanden habt. Erfüllt dazu bitte diese beiden Aufgaben und sendet Ihr Eure Beobachtungen (über mein Profil). Direkt nach dem Absenden der Ergebnisse dürft Ihr loggen. Bei erheblichen Abweichungen kontaktiere ich Euch zur Klärung.

Blickt nach Norden, dort erkennt Ihr diese Häuserwand mit vertikal versetzten Fenstern:

Ansicht


Wenn Ihr nun nach Westen blickt, erkennt Ihr dieses Bronzerelief. Dort sind die Fenster - wie im Originalzustand vor der Hebung - noch in einer Höhe dargestellt.

Relief

1. Wie groß ist der Höhenunterschied zwischen dem linken und rechten Fenster?
    Welche anderen Auswirkungen der Hebungen kannst Du an dieser Wand erkennen?

2. Nun könnt Ihr diese Location verlassen und Euch in Wassenberg und der Umgebung umschauen. Findet eine weitere Auswirkung der Hebung (Riss in einer Häuserwand, Versatz im Bürgersteig etc.). Wieso denkt Ihr, dass Eure gefundene Stelle ein Hebungsschaden ist? Schreibt mir bitte die Koordinaten Eures Fundes und was Ihr gefunden habt. Freiwillig könnt Ihr Eurem Log ein Foto Eures Fundes zufügen (keine Logbedingung).

Ich wünsche Euch viel Spaß bei diesem EarthCache und eine spannende Suche im Stadtgebiet.


Quellen
http://www.immekus.de/bergschaden-8.htm
"Halbe Treppe" von Brandt, Andrea, veröffentlicht im Spiegel 18/2006
"Leben auf der Kippe" von Angelika Hahn, Publikation: Rheinische Post Erkelenz, Samstag, den 25. März 2006
"Bergschäden nach Beendigung der Grundwasserhaltung im tiefen Tagebau" von Volker Baglikow
Wikipedia


Additional Hints (Decrypt)

Vue xöaag Rhpu wn nhpu zny qvr (Sryq)Jrtr nhßreunyo iba Jnffraoret nafpunhra!

Decryption Key

A|B|C|D|E|F|G|H|I|J|K|L|M
-------------------------
N|O|P|Q|R|S|T|U|V|W|X|Y|Z

(letter above equals below, and vice versa)