Aegidienberg (mundartlich „Jillienberch“ oder „Jillienberg“) ist ein Stadtbezirk von Bad Honnef im Rhein-Sieg-Kreis in Nordrhein-Westfalen. Er liegt mit seinen 13 Ortschaften östlich des Siebengebirges in den Ausläufern des Niederwesterwalds und wird von der Bundesautobahn 3 durchquert. Bis 1969 war Aegidienberg eine eigenständige Gemeinde im damaligen Siegkreis. Der Gemeindename geht auf Sankt Aegidius (franz. Saint Gilles) zurück, den Namenspatron der örtlichen katholischen Pfarrkirche. Bis ins 16. Jahrhundert trug der Ort den Namen Hunferode oder Honnefer Rott.[2] Die Einwohnerzahl lag am 1. Januar 2014 bei 7113.
Hövel wurde vermutlich wie die weiteren Orte nahe dem Ausgang des Schmelztals von Honnef aus besiedelt, das für lange Zeit hauptsächlich über den Höveler Steig zu erreichen war. Der Name Hövel (=„Hügel“) beschreibt die topographische Lage der Ortschaft. 1673 verzeichnete Hövel (damals noch Höffel) 16 steuerpflichtige Einwohner und war damit nach diesem Maßstab der bevölkerungsreichste Ortsteil im Gebiet Aegidienbergs. Hövel zählt zu den acht Honschaften, aus denen sich das Kirchspiel Aegidienberg spätestens seit Mitte des 18. Jahrhunderts bis zur Auflösung des Herzogtums Berg im Jahre 1806 zusammensetzte.
1923 gehörte Hövel zu den im Zuge des Widerstands gegen die separatistische Bewegung im Rheinland (Schlacht bei Aegidienberg) besonders umkämpften Orten. Am 16. November drangen einige Dutzend Separatisten in die Ortschaft ein, deren Schutz zugunsten von Himberg und Rottbitze vernachlässigt worden war. Bei dem anschließenden Gegenschlag des bewaffneten Widerstands kam der als einer von fünf in Geiselhaft genommenen Höveler Bürger Theodor Weinz ums Leben. Für die Seite der Separatisten wird die Zahl der Todesopfer mit 14 angegeben.
Ende der 1930er-Jahre machte der Bau der damaligen Reichsautobahn bzw. heutigen Bundesautobahn 3 umfangreiche Erdabtragungen nötig, um zwischen Hövel und Brüngsberg einen Einschnitt zu schaffen. Bei der nach dem Zweiten Weltkrieg beendeten Flurbereinigung als Folge des Autobahnbaus kam es zur Aufgabe landwirtschaftlicher Betriebe, die aber weiterhin von wirtschaftlicher Bedeutung blieben. Als Ergebnis eines umfangreichen Bevölkerungswachstums, das bereits in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts eingesetzt hatte und in den ersten beiden Nachkriegsjahrzehten nochmals an Fahrt aufnahm, wuchs Hövel mit dem um die Aegidienberger Pfarrkirche entstandenen Ort zusammen. Mit dem Bau der 1955 eröffneten Kreisstraße von Hövel/Aegidienberg nach Ittenbach (heutige L 83) wurde die Verkehrsanbindung in Richtung Königswinter deutlich verbessert. Seit 1999 wird der Ortsteil vom Aegidienbergtunnel der Eisenbahn-Schnellfahrstrecke Köln–Rhein/Main unterquert.
Quelle Wikipedia