August 2022 neue Koordinaten.
Ab August 2018 kein Bonus mehr, aber dafür eine #5 als Finale.
Hier möchte ich Dich auf den Spuren des Wilddiebes und Mörders Georg Carl Wagener führen. Er war 1850 der Letzte, der im Oberharz öffentlich hingerichtet wurde.
Dies ist eine Cache-Reihe innerhalb der Oberharzer Geschichte(n). Das hier ist Cache #1.
Alten Cacherhasen kommt das vielleicht bekannt vor. Die Reihe existierte bereits zwischen 2009 und 2011 von den Waldhörnchen und ich freue mich, diese, mit der Einwilligung und Unterstützung der damaligen Owner, in meinen Oberharzer Geschichte(n) wieder aufleben lassen zu können.
Die Geschichte:
Georg Carl Wagener wurde 1801 in Clausthal geboren und hatte drei Geschwister. Er wurde wie sein Vater Bergmann. Zitat aus 1: »Aber es zeigte sich schon im jugendlichen Alter, dass Georg Carl das schwarze Schaf der Familie werden sollte. Die Eltern waren bald zu schwach, um den kräftigen, rohen und zügellosen Knaben den rechten Weg zu weisen …« Neben seiner Arbeit als Bergmann begann er zu wildern, denn er hatte zehn Kinder zu versorgen. Und so trieb er im Oberharz sein Unwesen. Er war ein unberechenbarer Mensch, unter dem viele Menschen (u.a. seine drei Ehefrauen und Kinder) und auch Tiere leiden mussten.
Seinen Beinamen erhielt er von der Oberharzer Bevölkerung aufgrund seiner gelben Hautfarbe. Zitat aus 2: »Es lässt sich heute mit Bestimmtheit nicht mehr feststellen, worauf diese schon in einem fortgeschrittenen Stadium befindliche Erkrankung zurückzuführen ist. Vermutlich handelt es sich um ein bereits chronisch gewordenes Leberleiden, zu dem eine durch den Beruf bedingte Bleieinwirkung beigetragen haben mag.«
Was passierte HIER?
Der Feldjäger Friedrich Wilhelm August Schmidt, einziges Kind des Goslarer Stadtförsters Johann Heinrich Schmidt und dessen Frau Wilhelmine, war zusammen mit einem weiteren Feldjäger aus Hannover nach Kamschlacken abkommandiert worden. Zitat aus 2: »Hier haben sie Forst- und Jagdschutzdienst zu tun, mit dem Sonderauftrag, ihre spezielle Aufmerksamkeit auf die Unterdrückung des in letzter Zeit überhandgenommenen Wildererunwesens zu richten.«
Es gab Zitat aus 1: »… eine Dienstbesprechung am Freitag, dem 01. Juni 1849, beim Gehenden Förster Dingelstedt in Riefensbeek, zu der der Gehende Förster Hampe aus Osterode und die beiden im Ort stationierten Feldjäger geladen waren. Im Forsthaus wurde vereinbart, am nächsten Tag zwei Wilddiebspatrouillen auszusenden, weil die Wilderer besonders an den Sonnabenden und Sonntagen in Erscheinung getreten waren.« Schmidt sollte die Streife zusammen mit Förster Dingelstädt gehen, sein Kamerad mit Förster Hampe. Dingelstedt aber wurde kurz vor Start des Patrouillenganges dienstlich abberufen. Schmidt beschloss, die Streife allein zu gehen. Er war sehr ehrgeizig und kannte das Gebiet bestens, weil er beim Vermessen und Kartieren des Forstbezirks Riefensbeek geholfen hatte.
Am heutigen “Schmidts-Denkmal” kreuzten sich die Wege von Schmidt und Wagener, der dort am Nachmittag, zusammen mit seinem Kumpanen Carl Schindler, wartete, dass sich gegen Abend das erste Wild zeigte.
Die beiden Männer schlichen sich von hinten an den jungen Feldjäger, der gerade rastete, an. Sein Hund bemerkte sie wohl, aber er selbst springt erst im letzten Moment auf. Zitat aus 2: »In dem Geräusch springt Schmidt hoch! … “Wer seid ihr?” Er packt Wagener vor die Brust und fasst dabei die in einer Innentasche steckende kurze Kugelbüchse. Damit steigert sich der Zusammenstoß zur äußersten Lebensgefahr! Im selben Augenblick durchzuckt ihn der Gedanke an seine Kameraden, die nicht sehr weit entfernt sind. Er schnellt einige Schritte zurück, um ihnen in höchster Not durch lautes Pfeifen ein Signal zu geben. Wagener reißt in diesen kritischen Sekundenbruchteilen des Sichwendens die lange Stielaxt hoch! Er schlägt rücksichtslos mit dem stumpfen Ende von hinten auf den Kopf seines Gegners! Lautlos sackt Schmidt zusammen.«
Das passierte danach:
Bei der Tat verliert Wagener seinen Schachthut, darin befindet sich (s)ein Taschentuch. Die Axt wird später im Ofen im Hause von Schindler gefunden. Dieser hatte sie verbrennen sollen.
Doch August Schmidt war nicht auf der Stelle tot. Geweckt von seinem Hund, der ihm das Gesicht abschleckte, vollbringt er es nach mehreren Versuchen aufzustehen und sich noch nach Kamschlacken zu schleppen. In seinem Quartier bricht er zusammen und wird von seinem Wirt gefunden.
Der in aller Eile aus Clausthal hergerufene Bergchirurg konnte leider nicht mehr helfen und so erlag Schmidt am 09. Juni seinen Verletzungen. Zitat aus 2: »Der Befund des Oberbergchirurgen ergibt als Todesursache: mehrere Schädelbrüche als Folge von zwei Schlägen mit einem stumpfen Gegenstand.« Er war 28 Jahre alt. Zitat aus 2: »Die Leiche ist nach Goslar gebracht worden und daselbst begraben.«
Der Cache:
Die Koordinaten führen Dich ins Wäldchen HINTER dem Denkmal, also (vielleicht) dahin, wo Wagener und Schindler damals im Gebüsch hockten. Du suchst nach einer relativ großen Small-, bzw. etwas kleineren Regular-Dose.
Von den Parkkoordinaten aus erwartet Dich eine etwa halbstündige Wanderung, je nachdem welchen Weg Du einschlägst, sind es zwischen 2 und 2,5 km (eine Strecke). Das Ganze geht sicherlich schneller mit Fahrrad oder Mountainbike. Außerdem befindet sich hier eine Stempelstelle für die Harzer Wandernadel.
Ein klein wenig Gruselei und Happy Hunting wünscht
ΣΑΠ
Die Caches der Wagener-Reihe und mehr Oberharzer Geschichte(n).
Quellen:
1. “Auf Wildererspuren im Harz”, Manfred Bornemann
2. “Wildererschicksale aus dem Harz”, Rudolf Petri
Die “Oberharzer Geschichte(n)” sind eine Cachereihe, die von SigmaAlphaPi ins Leben gerufen, inzwischen aber auch von anderen Cachern aufgegriffen wurde. Es sind Caches mit lokalem Bezug zu Geschichtlichem und zu Wissenswertem à la ‘Dinge, die man nicht unbedingt wissen muss, damit aber blendend angeben kann’. In den überwiegenden Fällen sind (oder waren) es Mystery-Caches, bei denen sich mit der Geschichte hinter dem Cache beschäftigt werden muss. Einige dieser Mysterys leben als neuer Tradi weiter - mehr Oberharzer Geschichte(n)