Willkommen in Guttannen!

Der Ort dieses Caches mag auf den ersten Blick nicht sehr spektakulär erscheinen. Ganz in der Nähe gibt es aber durchaus einige Besonderheiten zu sehen:
Transitgasleitung Holland - Italien
In Sichtweite des Cache - Standortes findet sich - eingezäunt - ein kleines Gebäude, unter welchen die Transitgasleitung Holland - Italien verläuft. Diese Leitung wurde hier durchs Tal verlegt und musste erst kürzlich im Bereich, in dem Sie sich gerade aufhalten, eine neue Routenführung erhalten. Murgänge hatten die bisherige Leitung zu zerstören bedroht, worauf sie länger stillgelegt und in einem Streckenabschnit, der bei oben genanntem Gebäude beginnt, neu verlegt werden. Eine Beschädigung der Leitung bei laufendem Betrieb hätte katastrophale Auswirkungen gehabt. Die neue Streckenführung soll nun mehr Sicherheit bieten.

Murgänge am Ritzlihorn und im Spreitgraben
Rund zweihundert Meter passwärts vom Cache - Standort gelegen verläuft der Spreitgraben. Die Passstrasse verläuft in jenem Bereich durch eine Galerie und musste in den vergangenen Jahren wiederholt wegen Murgängen gesperrt werden. Zu den Murgang - Aktivitäten im Bereich des Spreitgrabens und den getroffenen Massnahmen nachfolgend einige Informationen von der Webseite "spreitgraben.ch":
Seit Juli 2009 sind im Spreitgraben bei Guttannen jährlich mehrere grosse bis sehr grosse Murgangereignisse eingetreten, welche bisher eine Geschiebefracht von etlichen 100'000 Kubikmetern in die Aare verfrachtet haben. Die Murgänge werden durch drei unterschiedliche Prozesse beeinflusst.
Zum einen kann ein Materialeintrag durch Felsstürze am Ritzlihorn erfolgen, zum anderen führt auftauender Permafrost am Kegelhals zur Freisetzung von bis anhin gefrorenem Lockermaterial. Grosses Potential besteht aber vor allem auch im Bereich des Kegels, wo die ausgeprägte Tiefenerosion der letzten Jahre zu instabilen Böschungen und zum Nachrutschen und Nachbrechen von leicht mobilisierbarem Material führt.

Die starken Murgangereignisse haben bisher immer wieder die Verkehrsverbindung von Innertkirchen nach Guttannen beeinträchtigt und zeitweise zu Unterbrüchen bzw. sogar zur Verlegung der internationalen Gasleitung von Holland nach Italien geführt. Ein Wohngebäude musste bereits abgebrochen werden, weitere sind durch die murgangbedingten Auflandungen in der Aare von überbordenden Murgängen bedroht.

Im Falle eines Murgangs wird die Strassengalerie mittels Ampeln für den Verkehr gesperrt. Damit wird verhindert, dass sich während eines Murgangs Fahrzeuge in der Galerie aufhalten. Die Ampeln werden automatisch auf Rot geschaltet, wenn die Detektionssysteme einen Murgang im Gerinne feststellen. Gleichzeitig mit der Ampelschaltung werden die Verantwortlichen automatisch benachrichtigt, dass die Strassensperrung ausgelöst wurde.
Die Detektionssysteme bestehen aus Reissdrähten, die quer über das Gerinne gespannt sind. Bei einem Murgang werden diese ausgerissen, wodurch über einen Schalter sofort ein Signal ausgesendet wird. Daneben sind Geophone (Erschütterungsmesser) im Einsatz, welche die bei einem Murgang auftretenden Erschütterungen wahrnehmen und ebenfalls ein Signal übermitteln. Ein Radargerät misst die Abflusshöhe im Graben und kann auf diese Art Murgänge erkennen.
Etwas oberhalb der Notstrasse, welche in der Nähe des Caches verläuft, sind am Waldrand abgelagerte Wasser - Durchflussrohre sichtbar, die bei einer durch einen Murgang bedingten Zerstörung der Strassengalerie und einer damit einghergehenden Sperrung der Strasse nach Guttannen, zu den Kraftwerksanlagen und über den Grimselpass im Spreitgraben verlegt würden. Sie würden mit Kies etc. zugedeckt, damit wieder eine temporäre Strassenverbindung geschaffen werden könnte.
Dorfteil Boden
Rund ein Kilometer von hier entfernt, in Richtung Innertkirchen, liegt der Guttanner Dorfteil "Boden". Wegen der wiederholten und intensiven Murgangtätigkeit der letzten Jahre muss befürchtet werden, dass der Dorfteil in den kommenden Jahren oder Jahrzehnten vom Geschiebe bedroht und teils verschüttet, also unbewohnbar werden könnte. Umsiedlungspläne sind aktuell in Diskussion.

All diese Informationen könnten den Anschein erwecken, Sie würden sich gerade in einer Art "Katastrophengebiet" befindet. Wir Menschen, die hier wohnen, schätzen aber die schöne Natur ebenso wie die vielen Tausend Tourist/innen, die jedes Jahr über den Grimselpass reisen und wir werden hier weiterhin gerne leben. Mit Naturgefahren haben wir leben gelernt und wenn es bisher v.a. die Lawinen waren, die uns im Winter ab und zu von der Aussenwelt abgeschnitten haben, so kommen neu die Murgänge dazu. Die grosse Lebensqualität, die das Leben in einem kleinen Bergdorf mit sich bringt, möchten wir aber nicht missen. Wir wünschen Ihnen weiterhin einen schönen Aufenthalt hier in der Region!