Kimmerleinsdorf
Kimmerleinsdorf wurde um 1308 erstmals erwähnt. Die Ortsbewohner waren zum größten Teil Bauern (um 1830 waren die in Kimmerleinsdorf: ein Doppellehner, 32 Ganzlehner, 2 Halblehner, 3 Viertellehner und 8 Kleinhäusler. In den Taufbüchern bis ca. 1800 werden die Bauern auch als "Nachbar" bezeichnet.) Ganzlehner und Doppellehner konnten ihren Bauernhof nur mit Hilfe von Knechten und Mägden (oft Kleinhäusler) führen. Halblehner waren zumeist Vollerwerbsbauern ohne Gesinde. Neben hauptberuflichen Handwerkern verdienten sich auch Viertellehner und Kleinhäusler meist als geschickte Handwerker (Schmied, Schuhmacher, Weber, Krämer, Sattler, Frisör, usw.). Außerdem gab es einen Pfarrer, einen Ober- und einen Unterlehrer und einen Gastwirt. Den Vorsitz in der Gemeinde hatte der Dorf- oder Ortsrichter (meist ein Ganzlehner).
Im Gegensatz zu den Nachbarorten Andlersdorf und Rutzendorf, die auch zur Pfarre Kimmerleinsdorf gehörten, gab es in Kimmerleinsdorf keine „Herrschaft” (landwirtschaftlicher Herrschaftsbetrieb).

Was geschah am 1. März 1830?
Warum wurde Kimmerleinsdorf nach der Zerstörung wieder aufgebaut und erlitt nicht dasselbe Schicksal wie andere zerstörte Dörfer im Flachland östlich von Wien, die heute von der Landkarte verschwunden sind?
Warum wurde das Dorf nach dem Neuaufbau auf "Franzensdorf" umbenannt?
Heute ist so ein Winterhochwasser der Donau, wie es dies z.B. 1830 gegeben hat, fast nicht mehr vorstellbar. Die Donau wird für die Schifffahrt so weit eisfrei gehalten, dass ein so gewaltiger Wasserstau durch Eismassen eigentlich nicht mehr verursacht werden kann. Im Winter 1829/1830 war jedoch die Donau fast bis zum Grund gefroren. So wird zumindest berichtet. Und das über einige hundert Kilometer. Das Ende Februar 1830 einsetzende Tauwetter kam vom Westen. Somit was es in Wien noch gefroren als es z.B. in Linz bereits taute. Das Wasser drängte nach und staute das Eis in hohen Türmen auf. Die Donau trat gewaltig über die Ufer. Wenn es dann endlich durchbrechen konnte, waren die nächsten Orte mit noch gewaltigeren Überschwemmungen dran.
So wurde berichtet, dass es in den letzten Februartagen im Jahr 1830 gewaltige Überschwemmungen in Wien gab. Am 28. Februar 1830 wird hier vom Abfließen des Wassers berichtet. Jedoch war in Stadlau der Hauptstrom der Donau (das war damals die heutige "Alte Donau") dermaßen mit Eismassen verstopft, dass das Eiswasser sich einen anderen Weg suchte: von Leopoldau unter anderem über Breitenlee, Markgrafneusiedl, Großhofen, Glinzendorf, Rutzendorf, Kimmerleinsdorf, Breitstetten, Haringsee, Straudorf, Wagram bis es dann nach Sopfenreuth wieder ins Flussbett zurückfloss.
Quelle: http://www.ortsmusik-franzensdorf.at/Franzensdorf/Der_Eisstoss.htm und http://www.ortsmusik-franzensdorf.at/Franzensdorf/Kimmerleinsdorf.htm
Der Cache ist eine magnetische Filmdose.