Bahnhof
Im Jahre 1873 erhielt Hochneukirch eine Schienenanbindung, welches die aufstrebende Textilindustrie weiter beflügelte. Der erste Zug der Bergisch-Märkischen Eisenbahn-Gesellschaft fuhr von Mönchengladbach auf der erst später nach Stolberg (Rheinland) verlängerten Bahnstrecke Hochneukirch–Stolberg über Jülich nach Eschweiler-Aue.
Der Bahnhof Hochneukirch heute
Die Stadt Mönchengladbach und die Handelskammer stellten an den Eisenbahnminister den Antrag, die Bahnstrecke Köln–Mönchengladbach zwischen Mönchengladbach und Grevenbroich über Giesenkirchen statt über Hochneukirch zu legen. Mönchengladbach versprach sich davon eine bessere Erschließung seines Hinterlandes. Industrie und Bevölkerung von Hochneukirch wünschten sich aber eine Streckenführung über Hochneukirch nach Grevenbroich und Köln. Der Fabrikant Peter Busch setzte sich mit einigen ihm bekannten Abgeordneten im Berliner Landtag in Verbindung und Pastor Martin Köllen wandte sich an den Oberhofmeister der Kaiserin Augusta, Graf Nesselrode-Ehreshoven. Durch Vermittlung des Grafen konnte Köllen seine Wünsche dem Eisenbahnminister Maybach schriftlich mitteilen. Durch dessen persönlichen Einsatz konnte die Eisenbahnlinie durch Hochneukirch im Jahre 1889 dem Verkehr übergeben werden.
Zum Dank für ihren Einsatz ehrte Hochneukirch Peter Busch und Martin Köllen, indem die Straßen links und rechts vom Bahnhof ihre Namen erhielten. Um nach Hackhausen zu gelangen, mussten die Gleise überschritten werden. In den ersten Jahren war dieser Bahnübergang ungesichert, nach einem Unglücksfall wurden Schranken angebracht. Im Jahre 1909 sollte eine zweite Strecke von Erkelenz über Wanlo und Keyenberg nach Hochneukirch gebaut werden, die aus Geldmangel nie errichtet wurde. 1911 wurde eine Eisenbahnbrücke zwischen Hochneukirch und Hackhausen gebaut. 1967 musste die Brücke um 60 cm angehoben und unterfüttert werden, weil die Strecke mit Oberleitung elektrifiziert wurde. Die alte Eisenbahnbrücke wurde 1988 abgerissen und durch eine neue Stahlbetonbrücke ersetzt.
1980 wurde der Personenverkehr auf der Strecke nach Stolberg eingestellt und die Gleise der Strecke nach Jülich zurückgebaut. Heute gibt es noch zwei Gleise nach Mönchengladbach und Köln, die kurioserweise hohe Gleisnummern besitzen. Dies liegt daran, dass die Gleiszahlen des Rheydter Hauptbahnhofs und die des Bahnhofs Rheydt-Odenkirchen mitgezählt werden. Das zwischen den verbliebenen Gleisen und dem Empfangsgebäude jahrzehntelang brachliegende Bahnhofsfeld ist zu einem Parkplatz umgebaut worden. Dies war Teil eines Projektes, in dessen Rahmen im Hochneukircher Bahnhof und in Neubauten daneben 41 seniorengerechte Wohnungen entstanden sind. Im Bahnhofsgebäude ist zudem ein Gemeinschaftsraum entstanden.
Quelle Wikipedia