"Der schwäbische Bot"
Zum Gedenken an
Georg Mader
Zusamzeller Heimatdichter und Postsekretär a.D.
1874 - 1921

"Wer von der Zusamzeller Kirche auf der Straße nach Osten wandert, trifft nach dem letzten Haus auf einen Mischwald, der den Gäulberg bedeckt. Am Waldrand südlich hinansteigend, erreicht man nach etwa 100 Schritten eine erhöhte Stelle. Sie bietet einen freien Blick auf den Ort und das von der Zusam durchflossene breite Tal. Hier steht im Schutze der äussersten Bäume ein schlichtes Holz-marterl, das die Erinnerungan einen begeisterten Freund des Dorfes und seines Tales wachhalten soll.
Georg Mader erblickte im Schulhaus zu Zusamzell am 17. September 1874 das Licht der Welt. Hier in Zusamzell erlebte Mader, umsorgt von guten Menschen, eine materiell bescheidene, gleichwohl sonnige und glückliche Jugendzeit. Wenn ihn auch sein späterer Beruf nach Augsburg und Mödishofen führte, seine freien Tage verbrachte er immer wieder in Zusamzell.
Genügsamkeit und einfachste Lebensführung, in der Jugend durch die Verhältnisse bedingt, waren dem Erwachsenen eine sich freiwillig auferlegte Lebensregel. Sie bedeutete ihm, Grundlage für Gesundheit, Kraft und Leistung. Ein Quell vieler Freuden, waren ihm ausgedehnte Wanderungen im gesamten Zusamtal und gelegentliche Touren in die hohen Berge Schwabens. Auf ihnen, wurde er zu einem gründlichen Kenner der schwäbischen Pflanzenwelt. Mit wahrer Inbrunst, liebte er das Zusamtal, seine Wiesen und Wälder, Dörfer und Brunnen, Kunstschätze und Bewohner. Viele Geschichten, Schilderungen und Gedichte zeugen von seiner überschäumenden Freude an seinem Heimatort und seinen Landsleuten.
So sagte er einmal:
"Und wenn mi fragscht viel hundertmal
I kenn halt blos oi Zusamtal
Weils mir sonscht neanads auf der Welt
so guat wia in dem Täle gfällt.
Georg Mader wollte kein "Heimatdichter" werden. Sein Wesen und Wert liegt wohl nicht im Literarischen, er ist vielmehr begründet in seinem Charakter und seiner menschlichen Wirksamkeit. Was ihn besonders auszeichnete, war seine gottesfürchtige Seele, ein Herz voll inneren Friedens, ein Geist, der die Welt mit edler Abgeklärtheit betrachtete. Allzeit war er beherrscht von einem frohen Sinn und jeder Lebenslage wusste er, wenn irgendwie möglich, eine heitere Stelle abzugewinnen. Gütig im tiefsten Grunde seines Herzens blieb er stets bescheiden und zeigte größte Hilfsbereitschaft gegen jeden, der zu ihm mit kleinen Sorgen, oder großen Nöten kam. Frohsinn und Gottergebenheit verließen ihn auch nicht in seinen letzten Lebensjahren, da ihn ein Leiden befallen hatte, von dem er wusste, dass es immer schmerzensreicher und schließlich tödlich sein werde. Ein gütiges Geschick wollte es, dass er, der immer Hilfsbereite, in diesen schwerenJahren auf dem Gutshof Zott in Baschenegg bei Ustersbach ein Zuhause und eine aufopfernde und treue Pflege fand. Heiter, ja glücklich sah er seinen letzten Monaten entgegen. In den ersten warmen Frühlingstagen des Jahres 1921 war sein Leben, ein frohes Leben echter Nächstenliebe, beschlossen. Im Elterngrab zu Zusamzell liegt er bestattet.
-Achtung-
Die Dose findet ihr nicht direkt am Bildstöckle, folgt dem Pfad weiter, der nach ein paar Metern dann nach links bergauf führt und haltet Ausschau nach einer sechsstämmigen Buche!
Sehenswertes:
Am Waldrand gibts eine gemütliche Rast uns Sitzgelegenheit, sowie ein angrenzendes Dammwildgehege, von wo aus ihr die Rehe oder falls ihr ein Fernglas dabei habt, auch die Störche auf dem ca. 300m entfernen Kirchturm beobachten könnt.