
Der Earthcache liegt in einem Naturschutzgebiet. Die offiziellen Wege müssen und dürfen zu keiner Zeit verlassen werden.
Was sind die Kluckensteine ?
Faszinierend recken sich die Steinblöcke in die Höhe und erwecken den Eindruck unbezwingbar zu sein wie die Mauern einer Burg. Ein lichter Eichen- und Buchenwald umhüllt die mehrstufigen Gesteinspakete. Die Blöcke, die aus vier Formationen bestehen und bis zu acht Meter hoch sind, laden zu Kletterpartien ein. Der höchste Punkt des Massivs wird von einem mächtigen Holzkreuz gekrönt. Das Kreuz ist ein Symbol des Friedens und wurde Anfang der 50er Jahre von der Vichter St. Sebastianus Schützenbruderschaft errichtet.
Kluckensteine werden die steilen Felsnadeln genannt. Sie sind als Naturdenkmal geschützt. Der eigentümliche Name der Vichter Felsen gibt Rätsel auf. Erinnert der Name an die Bezeichnung Glucke oder Glocke? Beides kann zutreffen. Denn einige Steine haben das Aussehen einer Glucke, die ihre Küken um sich gescharrt hat. Zutreffender ist die Bezeichnung Glockensteine. Sie entführt in die Geschichte der Vichter Eisenindustrie. Die aus dem Kluckenstein gewonnenen Brocken galten als besonders hitzebeständig. Früher wurden die Gesteine in lokalen Raum aufgrund ihres hohen Quarz-Anteils für die Ausmauerung der glockenförmigen Schmelzöfen bei der Eisenverhüttung verwendet. Da diese Ausmauerung von glockenförmiger Gestalt war, scheint eine Namensdeutung der Kluckensteine über Klockensteine und Glockensteine denkbar. Vermutlich sind die Kluckensteine einst als Steinbruch missbraucht worden.
Geologie und Petrographie
Der Aufschluss der Kluckensteine besteht aus dem Vichter Konglomerat. Es handelt sich um eine Wechselfolge aus Silt- und Sandstein mit Einschaltungen von Konglomeraten und geringen Anteilen von Tonen. Der Aufschluss selbst bildet große klippenartige Felsformationen von wenigen Metern Breite und 100m Länge. Einzelne Pfeiler sind bis zu 8m hoch. Die Schichtung im Aufschluss steht senkrecht. Dies ist auf die Faltung des Variszischen Gebirges zurückzuführen. Die Mächtigkeit der gesamten Schichtfolge des Vichter Konglomerats beträgt südlich von Vicht etwa 80 m, bei einem maximalen Gerölldurchmesser von ca. 50 cm. Die Wechselfolgen sind im Gelände gut als unterschiedlich mächtige Bänke zu erkennen, da die feinkörnigeren Partien weiter erodiert wurden. Aufgrund des hohen Quarzgehaltes sind die Konglomeratbänke erosionsbeständiger und wurden dadurch herauspräpariert. Die Abfolge wird als eine Schüttung von fluvialen Sedimenten interpretiert. Die Geologen vermuten, dass einst ein mächtiger Fluss die kompakten Massen als Verwitterungsschutt aus dem Vennmassiv transportiert und abgelagert hat. Dieser wurde zunächst über weite Flächen als Lockermaterial abgelagert und verfestigte sich dann später durch Verkittung zu Stein.
Bei diesem Aufschluß können wir in sehr eindrucksvoller Weise erkennen mit welcher Kraft die Natur zu Gange war. Zur Bestimmung Des entsprechenden Alters und der damaligen örtlichen Gegebenheiten nutzen wir die "Paläogeographie". Sie ist ein Teilgebiet der Geologie und versucht zu rekonstruieren, wie die Erde in früheren Zeiten ausgesehen hat. Hierbei stützt sie sich einerseits auf Auswertungen von Sedimenten – denn diese lassen am meisten Rückschlüsse auf die Verteilung von Berg- und Wasserlandschaften schließen. Die paläogeographische Lage ist eine küstennahe Position am Rande ausgedehnter Schelfgebiete im Süden des Old-Red-Kontinents (Laurussia) am nordwestlichen Rand des Rhenohercynischen Beckens. Von Nordwesten nach Südosten nehmen die marinen Einflüsse und die Mächtigkeit der Sedimente zu. Die Lage lässt im Mitteldevon (Eifel-Stufe vor ca 393 Millionen Jahren) zwei Liefergebiete zu.

Einerseits liegt das Gebiet südöstlich des Brabanter Hochs, welches als kontinentaler Bereich ein Gebiet mit erhöhter Erosion war, zum anderen lag weiter im Norden innerhalb des Old-Red-Kontinents das Kaledonische Gebirge. Die Schüttungsrichtung und die Paläogeographie lassen eher auf nordwestliche Herkunftsgebiete, also auf das Brabanter Massiv schließen. Die Gesteinsarten, gehören zu einem Felsband, das sich von Vicht aus über Roggenläger, Friesenrath, Schmidthof bis nach Eupen hin gut verfolgen lässt.
Und obwohl die Vichter Kluckensteine an die Nideggener Buntsandsteinfelsen oder an das sächsische Elbsandsteingebirge erinnern spricht die Wissenschaft hier in der Hauptsache von einem sogenannten Fanglomerat. Hinsichtlich seiner Gefügemerkmale enthält es sowohl schwach gerundete als auch kantige Komponenten, die hier von sandigen Anteilen ausgehen und auch Blöcke von bis zu einem Meter Durchmesser enthalten. Das Gestein enthält viel Grobmaterial und nur wenig feinkörnige Anteile als Bindemittel. Fanglomerat kann als diagenetisch verfestigter Ablagerungsschutt des Vennmassiv betrachtet werden. Durch die kurzen Transportwege werden die Komponenten kaum sortiert und gerundet.
Der Earthcache liegt in einem Naturschutzgebiet. Die offiziellen Wege müssen und dürfen zu keiner Zeit verlassen werden.
Logbedingungen :
Ich würde mich über ein Foto von Euch vor Ort freuen (optional).
Schickt mir Eure Antworten mit Hilfe der eMail-Funktion in meinem Profil mit folgenden Angaben von den verschiedenen Wegpunkten. Danach könnt Ihr sofort loggen. Wenn irgendetwas nicht in Ordnung sein sollte, melde ich mich.
1.) WP1:Bei genauem Hinsehen entdeckt man zusammengebackenes Geröll unterschiedlicher Korngröße. Messe die Geröllgrößen an dieser Stelle des Aufschlusses(von… bis…cm).
2.) WP2:.Hier erkennt man die senkrecht stehende Schichtung. Hier ist das Konglomerat auf der Vorderseite fest mit dem Blockwerk berbunden. Beschreibe mit kurzen Worten die Abgrenzung der Lagen. Sind sie eher fließend oder scharf abgegrenzt?( Vergleiche hierzu das Bild im Listing)
3.) WP3: Betrachte nun den Pfeiler. Wie unterscheidet er sich zu den Felsbändern, die den Weg nach oben angrenzen im Hinblick auf das im Listing beschriebene Fanglomerat? Diese Beobachtungen kannst du ebenfalls auf dem Weg von WP1 zu WP2 ermitteln.
Quellenverzeichnis:
- Georalley.uni-bonn.de
- Wikipedia
- Lithostratigraphisches Lexikon
- Aachener Zeitung
- Bilder: eigen