Serie Binger Zeitreise
Die Binger Zeitreise I - III erzählt drei kleine bekanntere und unbekanntere Geschichten, die sich im Laufe der Jahrhunderte in und rund um Bingen ereigneten. In jeder Geschichte stehen einer oder mehrere Binger Bürger der Vergangenheit im Mittelpunkt. Taucht von Cache zu Cache weiter in die Vergangenheit ab, erfahrt einiges interessantes aus dem Städtchen am Rhein-nahe-Eck und kehrt danach zurück in die Gegenwart.
Da der Bonus leider gemuggelt wurde, sind die in den Dosen befindlichen Bonsuzahlen nicht mehr relevant.
Binger Zeitreise I - Der Fußballer (20 Jhd.)
Binger Zeitreise II - Die Banker (19. Jhd.)
Binger Zeitreise III - Der Mäzen (18. Jhd.)
Binger Zeitreise III (18. Jhd.) - Der Mäzen
Carl II. Theodor Puricelli
Die Wurzeln der Familie Puricelli sind in Italien, in der Nähe des Comer Sees zu suchen. Im 17. Jahrhundert kamen die ersten Puricellis nach Deutschland, zunächst in die Mosel-Region. Ein erster Hinweis auf die Familie in der Nahe-Hunsrück-Region ist die Heiratsurkunde von Jacob Anton Puricelli und seiner dritten Frau Maria Louisa Marhoffer 1764. Ihr Sohn, Carl I. Anton Puricelli, heiratete Margarethe Utsch, die Tochter von Friedrich Wilhelm Utsch (1732-1795), dem Besitzer der Rheinböller Hütte und legendären "Jägers aus Kurpfalz". Dies war der Beginn der industriellen Tätigkeit der Familie Puricelli und Grundlage des späteren Wohlstandes.

Bedingt durch den frühen Tod Carls lag die Hauptverantwortung in der Führung des Werks auf Margarethe, die seit 1830 ihre Söhne Friedrich (1792–1880), Carl (II.) (1794-1872) und Heinrich (I.) (1797-1876) zunehmend in die unternehmerische Verantwortung einband. Carl II. Theodor Puricelli und seine Familie hatten ihren Lebensmittelpunkt in Bingen. Die „Gebrüder Puricelli“ verfolgten eine ausgeprägte Wachstumsstrategie, errichteten zusätzliche Fabrikanlagen und erwarben in Lothringen Industriebeteiligungen. Der steile gesellschaftliche Aufstieg der Familie ist in den Quellen deutlich faßbar: Erschienen in den Verträgen des 18. Jh. die Utsch noch als „Eisenhüttenbeständer“, so nannten sich ihre Nachfolger bereits Hüttenherren, Rittergutsbesitzer (Burg Reichenstein) und seit 1900 Großgrundbesitzer. Schon während der Gründerzeit gehörten die Puricellis zu den führenden Familien der preuß. Rheinprovinz. Das beachtliche Vermögen ermöglichte eine adelsgleiche Lebensführung. Namhafte Architekten schufen für die Familiendynastie adäquate Villen- und Schloßbauten mit eigenen Jagdgründen.
Die Puricellis zeichneten sich durch ihr außerordentliches soziales Engagement aus. Neben dem Blindenheim in Bingen stifteten die Puricellis unter anderem ein Frauenkrankenhaus in Bad Kreuznach (St. Franziska Stift), ein Waisenhaus in Rheinböllen und Kapellen in Rheinböllen, Daxweiler und Erbach. Sie unterstützten auch die arme Bevölkerung in ihrem Umfeld entweder direkt oder durch die ortsansässigen Geistlichen.
Mit dem Tod von Baronin Clara Kirsch-Puricelli 1993, die keine Kinder hatte, ist der Name Puricelli nach ca. 330 Jahren in Deutschland ausgestorben.
Quellen:
http://www.puricelli-stift.de/historie/das-engagement-der-puricellis/
http://www.deutsche-biographie.de/sfz103816.html
http://www2.genealogy.net/vereine/ArGeWe/kt/Utsch_Jaeger_aus_Kurpfalz.pdf
Zum Cache
Die Koordinaten führen Euch auf den alten Friedhof von Bingen, der heute ein Park ist. Sucht hier nach dem Familiengrab der Puricellis. Addiert die jeweils erreichten Lebensallter der drei auf dem Grab aufgeführten Personen. Die Summe sei A. Direkt am Friedhof befinden sich ausreichend Parkplätze.
Das Final findet Ihr bei:
N 49° 57.(663+A) E 007° 54.(539+A)
Das Final befindet sich etwa 700 Meter vom Friedhof entfernt. Achtet dort auf zwei Balkone, von denen aus Muggels Eure Aktivitäten beobachten könnten. Bringt auch bitte einen Stift mit um Euch ins Logbuch eintragen zu können. Nehmt Euch etwas Zeit und genießt die herrliche Aussicht.
Und wenn ihr schon auf dem alten Friedhof seid, empfehle ich Euch auch folgenden Cache, der sehr schön gemacht ist und den Ihr direkt mitnehmen könnt: alter friedhof
