Trotz Zusicherung freien Geleits seitens des Böhmischen Königs Sigismund aus dem Hause Luxemburg wurde Jan Hus am 6. Juni 1415 in Konstanz auf dem Scheiterhaufen verbrannt. Nun entstand ein gewaltiger Proteststurm der „Gottesstreiter“, die durch das hussitische Lied „Ktož jsú boží bojovníci a zákona jeho, … Die ihr seid Kämpfer Gottes, und des Gesetzes …“ ermutigt wurden und die Orte Retz (1425), Zwettl (1427) und Altenburg (1430) eroberten. Am 14. Oktober 1431 jedoch wurde die Hussitenstreitmacht unter Nikolaus Sokol mit 600 Berittene, 4500 Mann zu Fuß und 360 Kriegswagen beim Taborstützpunkt in Thaya von Leopold Kreyg mit 16000 überwiegend ländlichem Fußvolk (jeder 10. Bauer musste einrücken) vernichtend geschlagen. Die waffentechnische Überlegenheit der Hussiten (Pistala-Pistole, Houfnice-Haubitze) wurde durch äußersten Mut und Selbstaufgabe kompensiert und verursachte ein unübersehbares Blutbad. In Europa haben wir schon so viele Kriegsgräber - wird der Mensch je aus seinen Fehlern lernen?
Fiat justitia aut pereat mundus = Gerechtigkeit muss sein, oder die Welt geht zugrunde. Es bleibt uns nur die Hoffnung.