Aus der Donauzeitung vom 24. Mai 2014
Damit man genau weiß, wo man steht
In Dillingen wurde ein geodätischer Referenzpunkt eingerichtet Von Peter von Neubeck
„Eine sinnvolle Ergänzung zur vorhandenen Technik.“Landrat Leo Schrell
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Ein neues Angebot, Landrat Leo Schrell nannte es eine „zusätzliche Dienstleistung“, ist seit gestern in der Stadt Dillingen abrufbar. Direkt neben dem Kreisverkehr am Kasernplatz steht ein kleiner Betonsockel, auf dem eine Edelstahlplatte montiert ist. Darauf sind Koordinaten abzulesen.
Künftig kann der Radtourist oder der Smartphone-Besitzer dort sein Gerät ablegen und ablesen, was es anzeigt. Verglichen mit den geografischen Koordinaten auf dem sogenannten „geodätischen Referenzpunkt“ kann er dann zentimetergenau ermitteln, wie stark die Abweichung ist.
Thomas Wagner, Chef des Dillinger Vermessungsamtes und verantwortlich für die Errichtung des Referenzpunktes – es ist der dritte in Schwaben nach Neu-Ulm und Marktoberdorf – in Dillingen, weiß aus Erfahrung, dass die Abweichung bis zu drei Meter betragen kann.
Bisher blieb meist unklar, wie genau ein GPS-Gerät arbeitet. Immer mehr Menschen, nicht nur Autofahrer, sondern auch Radtouristen, Mountainbiker und Wanderer, wollen genau wissen, wo’s langgeht. Die neuen geodätischen Referenzpunkte in Bayern schließen nun diesen „weißen Fleck“.
Oberbürgermeister Frank Kunz sagte humorvoll: „Es ist immer gut im Leben, zu wissen, wo man steht, nicht nur politisch, sondern auch geografisch.“ Deshalb habe die Stadt zur Errichtung des Referenzpunktes auch einen 50-prozentigen Zuschuss gegeben. Landtagsabgeordneter Georg Winter wies darauf hin, dass die Vermessungsämter in Bayern jetzt auch für den Breitbandausbau zuständig sind.
Landrat
Leo Schrell freute sich auch als Vorsitzender von Donautal-Aktiv, dass diese „sinnvolle Ergänzung zur vorhandenen Technik“ als Angebot für Touristen in Dillingen vorgehalten wird
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