Entstehung
In den Jahren 1941 und 1942 entstand die Außenstelle in Neubrandenburg. Der Standort wurde gewählt, weil derTollensesee als ideal geeignet erschien, Neubrandenburg weit im Landesinneren liegt und somit Schutz vor Spionage und Bombenangriffen bot und ebenso eine gute Anbindung an die Verkehrsinfrastruktur vorzuweisen hatte. Weiterhin war die Nähe zu den Entscheidungsträgern in Berlin ausschlaggebend. Nach Verhandlungen mit der Stadt Neubrandenburg und dem Grundstückserwerb direkt an der Reichsstraße 96 begann der Bau der TVA. Hierfür wurden auch russische und französische Kriegsgefangene eingesetzt.
Anlage
Es entstanden 18 Gebäude, davon fünf große, hallenartige mit Kettenflaschenzügen und ein Luftschutzbunker. Für den Materialtransport wurde das Gelände mit einem Zubringergleis vom Neubrandenburger Bahnhof versehen. Das markanteste Gebäude, der Schießstand, befand sich auf einer künstlichen Insel, die mit einer Brücken-/Stegkonstruktion mit den Bauten am Ufer verbunden war. Der Schießstand gründete auf zwei Stahlbetonfundamentstreifen, die von einer Stahlbetonplatte überspannt worden sind. Im Bereich der turmartigen Zentraleinheit, die sich sieben Stockwerke über der Platte erhob und seeseitig über drei Achsen verfügte, schloss sich jeweils von der Seeseite aus gesehen links und rechts das dreistöckige Hauptgebäude an, welches jeweils über sieben Achsen verfügte und an der Rückwand der Zentraleinheit anschloss. Die unteren beiden Geschosse des Hauptgebäudes reichten bis zur Vorderseite der Zentraleinheit. Die Breite des Hauptgebäudes war in sechs Achsen untergliedert. Die Stadtseite des Hauptgebäudes bestand aus 19 Achsen. Zur Stadtseite hin war ein zweigeschossiger Gebäudeteil symmetrisch an das Hauptgebäude ausgeführt worden, welches 15 Achsen inklusive Turm aufwies, die Breite war in drei Achsen unterteilt. Der gesamte Bau war eine Stahlbetonskelettkonstruktion. Der gesamte Komplex der TVA war ab Mitte 1942 in verschiedene Geheimhaltungsstufen unterteilt.
Das Ende
Der Fliegerhorst Trollenhagen wurde mit Frontfliegern belegt, die die Spitzen der Roten Armee bekämpfen sollten. Sowjetische Vortruppen unter Tibujew erreichten die Umgebung der Stadt am 28. April 1945. Am gleichen Tag wurde Neubrandenburg aufgegeben und man evakuierte das letzte Personal der TVA. Ein Rollkommando setzte die TVA in Brand. Sprengkabel wurden bis zum Oberbach verlegt. Die Sprengung kam jedoch nicht zu Stande. Am Abend brannte auch der Fliegerhorst. Um 23:00 Uhr erkundeten Spitzenkräfte der Roten Armee die TVA.
Quelle: Wikipedia