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Greise Gneise EarthCache

Hidden : 6/8/2014
Difficulty:
2.5 out of 5
Terrain:
1 out of 5

Size: Size:   other (other)

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Geocache Description:

Im schmucken Crivitz, am Ostufer des Crivitzer Sees, befindet sich ein exklusiver Findlingspfad, der einen sehr plastisch die gewaltige Energie der letzten Eiszeit nachspüren lässt. Hier sind fast 40 Steine zur Schau gestellt, die als Leitgeschiebe von Skandinavien nach Deutschland gelangt sind, und in diesem Gebiet nach Schmelzen des Eispanzers liegen blieben. Dieser EC widmet sich dem spannenden, metamorphen Gestein »Gneis«.


W

ährend des Eiszeitalters waren Skandinavien und Norddeutschland von hartnäckigem Inlandeis bedeckt. In Skandinavien erreichte die Eisdecke eine Stärke von bis zu 3.000 Metern. Die Gletscher krochen in alle Richtungen, auch nach Norddeutschland. Gesteinsbrocken, die vom Untergrund Skandinaviens abgeschert wurden, schob das Eis mit sich nach Süden. Da man ihre Herkunft vor 200 Jahren nicht erklären konnte, sprach man bei großen Geschieben von »Findlingen«.

Findlinge sind meist gut gerundet, mit einer glatten Oberfläche versehen und bestehen überwiegend aus kristallinem Gestein. Grund dafür ist das dichte Gefüge solchen Materials, das den Belastungen während des strapaziösen Transportes am besten gewachsen ist. Zwar gibt es auch Findlinge aus Sedimentgestein, d.h. lockerem Schichtgestein, diese sind aber vergleichsweise rar.

Kristallines Gestein entsteht durch das Erstarren von Magma, also glutflüssiger Gesteinsschmelze. Man spricht in Abgrenzung zu den Sedimentgesteinen von »magmatischem Gestein« und unterscheidet zusätzlich, ob das Gestein durch das Erstarren von Magma im Erdinneren entstanden ist (also in der Tiefe: »Tiefengestein«) oder durch Magma, das aus dem Erdinneren an die Oberfläche getreten ist (allerdings nennt man die Magma dann »Lava« und spricht von »Ergussgesteinen«). Die typische mineralische Maserung entsteht in jedem Fall durch die Kristallisation, wenn der backfrische Stein abkühlt. Abhängig davon, welche mineralischen Zutaten in so einem Stein drin sind, erhält er seine ganz spezifische Optik.

Im Findlingsgarten wird dem Auge eine Vielzahl verschiedener Magmagesteine kredenzt. Je nach persönlichem Geschmack und Präferenz kann man zum Beispiel vom exotischen »Åsby-Diabas« kosten, einem basaltischen Ergussgestein mit kleinen Leisten von weißem Feldspat an Zwickeln vom schwarzen Augit (Nr. 9). Wer es deftiger mag, findet vielleicht Gefallen an dem »Påskallavik-Porphyr« und seiner Blutwurst-Struktur (Nr. 35). Auch erlesene Klassiker aus der Familie der Granite zählen zum Repertoire des Lehrpfads. Evergreens sind zum Beispiel der »Uppsala-Granit« (Nr. 17) mit seiner charakteristischen Schwarz-Weiß-Färbung, oder der »Åland-Rapakiwi-Granit« (Nr. 7), der durch eine dominante braun-rote Farbe besticht und mit kleinen Ovoiden garniert ist.

Dieser EarthCache widmet sich aber vordergründig einem eher stiefmütterlich behandelten Gestein – dem »Gneis«. Gneise werden im Natursteinhandel meist als Granit verkauft und auch die breite Öffentlichkeit kennt Gneis nur als Granit. Dabei ist dieser Stein eigentlich voll spannend: die ältesten Gesteinsformationen der Erde bestehen aus diesem Gestein, man findet ihn praktisch auf der ganzen Welt. Der Berufsverband Deutscher Geowissenschaftler hat ihn offiziell zum »Gestein des Jahres 2015« ernannt.

Der Gneis begründet neben den magmatischen Gesteinen und den Sedimentgesteinen eine eigene Gesteinshauptgruppe: die »metamorphen Gesteine«. Metamorphite entstehen dadurch, dass magmatische, sedimentäre oder auch metamorphe Gesteine tief in der Erdkruste »umgewandelt« werden. Das passiert etwa unter hohen Temperatur- und Druckverhältnissen, die auf der Erdoberfläche zum Beispiel im Zuge einer Gebirgsbildung wirken können. Die Gesteine schmelzen nicht auf, werden also nicht flüssig. Dafür ändern sich die Textur der Ausgangsgesteine und/oder deren mineralische Zusammensetzung.

Je nach Druck und Temperatur können sich Minerale um- oder komplett neubilden. Diesen Vorgang nennt man »Metamorphose«. Außerdem richten sich die Minerale im Gestein in Abhängigkeit von der Druckrichtung neu aus.

Gneise erkennt man häufig an einer auffälligen Streifung, die man auch Schieferung nennt. Ursache für diesen Streifen-Look ist der Umstand, dass die Minerale durch die Druck- und Temperaturverhältnisse zu verschiedenen Zeitpunkten auskristallisieren, wodurch es zu einer bandartigen Entmischung kommt. Ein Paradebeispiel dafür ist Exponat Nr. 18: »Gneis mit feiner Bänderung«.

Beschreibe bitte kurz das Muster (Ausrichtung, Farbe, Minerale), dem die Bänderung von Gneis Nr. 18 folgt.

Die Zusammensetzung der Gneise hängt vom Ausgangsgestein ab. Die wichtigsten Minerale im Gneis bilden sich nicht während der Metamorphose, sondern sind schon im Ausgangsmaterial vorhanden. Gneis besteht hauptsächlich aus den Mineralen Feldspat, Quarz und Glimmer (»die drei vergess ich nimmer«). Quarze haben meistens helle Farben, Glimmer sind oft dunkel, und Feldspäte zeigen lebhaft, spiegelnde Flächen. Damit ein Gneis ein Gneis ist, muss der Anteil an hellen Mineralen mindestens 20 Prozent betragen.

Fotos nach: Barth, T. F. W., Correns, C. W. u. Eskola, P., 1939: Die Entstehung der Gesteine. Berlin.

Wie der Gneis gestreift ist, ist abhängig davon, wie genau der Druck während der Metamorphose wirkt. Das Streifengefüge wird nicht durch Druck von oben verursacht, sondern durch einseitigen, also gerichteten Druck. Dieser Druck entsteht etwa, wenn bei einer Gebirgsbildung ganze Kontinente aufeinander gepresst und übereinander geschoben werden. Das ist damit vergleichbar, wenn man ein Buch biegt und sich seitlich die Blätter verschieben (siehe Abb. oben).

Vergleiche den gebänderten Gneis Nr. 18 mit Gneis Nr. 29. Worin unterscheiden sich die Gefüge der Steine? Stelle eine Hypothese auf, woher diese Unterschiede kommen.

Steinexponat Nr. 23 ist ein Gneis, der über einen besonderen »Sinn« verfügt. Die Einsprengsel, die in dem Stein sind, sind ein weiteres typisches Erkennungsmerkmal von Gneisen. Sie entstehen, wenn die Minerale in der Metamorphose nicht gebändert auskristallisieren, sondern »Höfe« bilden. Rechts von der Messingplakette wurde der Stein angeschleift, sodass man gut die einzelnen Ingredienzien erkennen kann.

Nenne den Namen des Minerals, ohne das der Gneis Nr. 23 »blind« wäre. Wie nennt man einen Gneis mit dieser besonderen Textur?

Du hast gelernt, wie ein Gneis entsteht und woran Du ihn identifizieren kannst. In einer Transferfrage geht es nun darum, zu überlegen, wodurch sich ein Gneis (also ein metamorphes Gestein) denn von einem ordinären Granit (einem magmatischem Gestein) unterscheidet. Die Unterschiede lassen sich zum Beispiel direkt an den Steinen Nr. 28 (»Gneis mit Kontakt zu einem Granit«) und Nr. 20 (»Gneis, in den ein Granit eingedrungen ist«) vergleichen.

Erläutere allgemein und in Deinen eigenen Worten, worin sich Gneis und Granit strukturell unterscheiden. Was haben beide Gesteine gemeinsam?

Wenn Du die Antwort auf diese Frage dauerhaft als Wissenszuwachs behieltest, wäre das pädagogische Ziel dieses Caches voll erreicht. Dann wird es Dir in keiner Lebenslage mehr passieren, bei einem Gneis fälschlicherweise auf Granit zu beißen ...


Um diesen EC als Fund zu loggen, schicke mir bitte Deine Antworten zu den vier oberen Fragen, am besten über das Kontaktformular in meinem Profil (Link). Du kannst sofort nach dem Absenden der Antworten an mich loggen! Sollte etwas gravierend falsch sein, melde ich mich bei Dir – sonst nicht.

Ich würde mich freuen, wenn Du Deinem Logeintrag Fotos hinzufügen möchtest. Optional kannst Du zum Beispiel gern einen Schnappschuss von Dir und/oder Deinem GPS vor dem großen Felsen am Eingang des Findlingslehrpfads machen. Auch andere nicht spoilernde Bilder sind gern gesehen!


Hinweise zur Erreichbarkeit:

Der Findlingspfad befindet sich an einem ebenen, gesandeten Weg, und ist daher auch für mobilitätseingeschränkte Cacher zugänglich. Parkplätze finden sich in unmittelbarer Nähe der Koordinaten (siehe Waypoints).


Additional Hints (No hints available.)