Diese Exkursion führt Euch zu verschiedenen Aufschlüssen, die einen Einblick in das Entstehen der Gneise des Schwarzwälder Grundgebirges gestatten. Die Orte können direkt besucht werden, es ist aber auch eine Verbindung mit dem Bergbaulehrpfad der Dorfer Erzbrüder möglich. Die Aufschlüsse liegen direkt an diesem Weg.
Zum Aufschluss an Stage 1:
Die als Paragenesen bezeichneten, oft intensiv verfaltenen Gesteine gehen hier auf die Umwandlung (Metamorphose) von Sedimentgesteinen zurück; auch verschiedene vulkanische Ablagerungen können eingeschaltet sein. Aufgrund ihrer chemischen Zusammensetzung kann man davon ausgehen, dass es sich bei den Ausgangssedimenten zumeist um Grauwacken, eine Art grobe und unreine Sande, gehandelt hat. Durch Funde von Mikrofossilien (Acritarchen und Chitinozoen) in Gneisen des Zentral- und des Südschwarzwaldes sind jungproterozoische bis ordovizische aber auch jüngere paläozoische Alter für die Ausgangssedimente der Gneise nachgewiesen.
Die Ausgangsgesteine sind ca. 900 bis 450 Millionen Jahre alt.
Ihre heutige Erscheinungsform haben die Gneise durch eine Gesteinsmetamorphose erhalten, die sich im Zentralschwarzwald im Zeitraum zwischen 340 und 325 Millionen Jahren, also im späten Unterkarbon, ereignete und bei der die Ausgangsgesteine Temperaturen von 750 Grad Celsius und Drucken von 4000 bis 4500 bar ausgesetzt waren.
Durch die Heraushebung des Schwarzwälder Grundgebirges, die gleichzeitig mit der Einsenkung des Oberrheingrabens vor rund 50 Millionen Jahren einsetzte, und anschließende kontinuierliche Erosion wurde das sedimentäre Deckgebirge aus Sand, Ton und Kalksteinen in weiten Teilen des Schwarzwaldes entfernt. Dadurch ist es möglich, heute auf Gesteine zu blicken, die einst in 10 bis 15 Kilometer Tiefe entstanden sind.
An dieser Stage sind gleich drei Aufschlüsse vorhanden, die mit den Metallmarken 1 bis 3 gekennzeichnet sind:
1. Feldspatreiche Aufschmelzungszone im Paragneis.
Mineralbestand:
- Quarz (große Körner, milchigweiß)
- Feldspat (weiß und hellrosa)
- Hornblendegarben bzw. - leisten (dunkelgrün bis fast schwarz)
- Biotit (tiefschwarz, glänzend)
2. Verfalteter Paragneis mit Anreicherungen von Quarz- und Feldspat (farblos bis durchscheinend, weiß, rosa)
3. Verfalteter, Biotit- und Chloritreicher Paragneis mit Quarz-Feldspat-Anreicherungen.
Stage 2
Neben den Paragneisen wird hinsichtlich ihrer Entstehung auch nach Orthogneisen differenziert. Orthogneise stellen das metamorphe Umwandlungsprodukt von Feldpat- und Quarzreichem magmatischen Gestein dar (also nicht Umwandlung von Sedimentgestein wie bei den Paragneisen).

Aufgrund ihres regionalen Vorkommens im mittleren Schwarzwald werden die Paragneise auch als Rench- und die Orthogneise als Schapbachgneise bezeichnet. Die Renchgneise zeichnen sich durch einen hohen Glimmerreichtum aus. Sie sind mehr körnig-schuppig als schiefrig-faserig und führen recht häufig Einlagerungen mit sich: so Quarzfeldspataggregate, Quarzteile und Graphit.
Der Schapbachgneis, der auf eruptivem Weg entstanden ist, zeigt eine gleichmässigere Bildung. Besondere Einlagerungen fehlen. Sie sind mehr körnig-streifig, oft glimmerarm bis glimmerfrei.
Sie verhalten sich gegen felszerstördende Einflüsse widerstandsfähiger als die Renchgneise.
So ist es wohl kein Zufall, dass bei Stage 2, bei dem der Schapbachgneis ansteht, sich ehemals ein Steinbruch befand. Das Material diente auch zum Bau des vorhandenen Forstweges.
Zum Loggen dieses Caches
sind an den beiden Stages folgende Fragen zu beantworten:
Stage 1: An welchem der drei Aufschlüsse sind die Verfaltungen am größten? Erkläre, worauf diese wohl zurückzuführen sind.
Stage 2: Welche Unterschiede gegenüber den an Stage 1 vorgefundenen Gesteinen sind hier zu erkennen ?
Sendet bitte eure Antworten über mein Profil. Ihr könnt sofort loggen. Falls etwas nicht in Ordnung ist werde ich mich melden. Viel Spass !
Für diejenigen, die auch den Bergbaulehrpfad begehen möchten, hier ergänzend einige Wegpunkte:
N48 16.916 E008 10.044
N48 16.840 E008 09.970
N48 16.741 E008 10.030
N48 16.571 E008 09.992
N48 16.573 E008 09.963 (Stage 2)
N48 16.588 E008 09.729
N48 16.427 E008 09.613
N48 16.357 E008 09.566
N48 16.311 E008 09.594
N48 16.214 E008 09.585
N48 16.127 E008 09.551 (Stage 1)
N48 15.831 E008 09.838
N48 16.157 E008 09.378
Quellenangabe: Abbildungen: eigene Text: eigener und Wikipedia