Kalk in Schichten (Zyklen)
Grundlagen zur Schichtung:
Sedimentation ist die die Voraussetzung für die Bildung von Kalkgesteinen.
Dies bedeutet: Es sinken abgestorbene Einzeller, Kleintiere sowie vom Wetter herbeigetragene Stäube im Meer ab, dabei werden diese schon unter leichtem Druck verfestigt. Außerdem sammeln sich am Boden die Reste der Muscheln und anderer Schalentiere. Das wäre ein Zyklus. Wie weiter unten beschrieben, bewirken nun Temperatursteigerung und eine Anhebung der Platten ein Austrocknen des Meeres. Dabei kommen aber durch seismische Bewegungen die Ränder der Senke ins Rutschen und bilden eine neue Schicht Sedimente.
Und nun passiert das Gegenteil: Wiederum durch tektonische Bewegungen der Platten entsteht erneut ein flaches Binnenmeer. Dann erfolgt der nächste Doppelzyklus von Ablagerung im Wasser und Austrocknen. Dabei werden die unten liegenden Schichten durch leichten Druck der oberen Sedimente verdichtet. Wellenkalk ist entstanden.
Als Beispiel siehst Du eine Abbildung eines idealen, sogenannten „Mergel-oben-Zyklus“ nach Schulz (1972)

Quelle Text und Grafik: http://sundoc.bibliothek.uni-halle.de/diss-online/00/00H168/html/kap_04/sequ_01.htm
Entstehung der verschiedenen Kalke:
In Mitteleuropa entstanden in einem flachen Meeresbecken fossilienführende, überwiegend kalkige Ablagerungen, die später verfestigt und zum Muschelkalk (im Sinne einer Gesteinseinheit) wurden. Allerdings enthalten diese Gesteine nicht nur Muscheln, sondern auch Armfüßer (Brachiopoda). In manchen Lagen sind sie sogar häufiger als die namensgebenden Muscheln. Sehr häufig sind in manchen Teilen des Muschelkalks auch Reste von Stachelhäutern, die sogar einzelnen Unterabteilungen des Muschelkalks ihren Namen gaben („Trochitenkalk“ bzw. heute Trochitenkalk-Formation, nach den Trochiten = Stielglieder von Seelilien).
Die Ablagerung der Sedimente des Muschelkalks fand vor etwa 243 bis 235 Millionen Jahren (jeweils mit einer Unsicherheit von etwa 2 Millionen Jahre) statt. In diesen Millionen Jahren herrschten unterschiedlichen Temperaturen, Niederschläge und tektonische Einflüsse. Ja heißer die Temperatur war, desto schneller trocknete das Binnenmeer fast bzw. ganz aus. Diese unterschiedlich langen Ereignisse bestimmten die Ablagerungsmenge und die verschiedene Zusammensetzung der Sedimente. Dies ist der Grund für die strukturellen Merkmale der Muschelkalkschichten, deshalb Wellenkalke. Durch den Auflastdruck überlagernder Sedimente wird der Druck auf die Schichten erreicht.( Quelle: Wikipedia und Geoaware10)

Geologie vor Ort
Als östliches Teilglied des Oschersleben-Egeln-Staßfurter-Sattels sind am Staßfurter-Sattel die Gesteine des Trias angehoben und kulissenartig vor einander geschoben. In einem NW - SO gerichteten Bereich sind bei Hohenerxleben die Schichten des Wellenkalk an die Oberfläche geschoben worden, so dass sie nur noch vom Quartär bedeckt waren. Du stehst jetzt in einem von Menschen geschaffenem und nicht mehr genutztem Steinbruch. Durch diese Tätigkeit entstanden hier senkrechte Aufschlüsse. Wie oben theoretisch beschrieben, sind hier in der Praxis die verschieden starken und unterschiedlich festen Wellen ( Zyklen) wirklich gut zu betrachten und zu untersuchen. Die namensgebenden Muscheln und die anderen Meeresbewohner können mit Glück vor Ort in Ihrer versteinerten Form gefunden werden.Dafür ist aber sicher der zweite Steinbruch besser geeignet.
Dieser Steinbruch, stark verwildert, mit abenteuerlichen Gesteinsformationen (Bild oben) ist über den zum Parkplatz führenden Feldweg errreichbar.

Hier nun die Fragen: Ihr dürft nach Zusenden der Antworten an meinen GC-Account sofort loggen, bei Unstimmigkeiten melde ich mich.
1. Wenn Du von den Koordinaten nach hinten rechts schaust, welche Farbe hat die ca. 8m hohe und ca. 15 m breite Wand? Vergleiche mit der Abb7 im Listing, Welcher Lithotyp ist es?
2. Schaue Dir die beiden ca 3m hohen Blockformationen 20m links neben dem EC-Punkt an. Erkläre in eigenen Worten die Struktur des Kalksteins dort. Was könnte passieren, wenn die Temperatur um den Gefrierpunkt wechselt?
3. Oberhalb des Steinbruchs siehst Du einen Teil der Schichtung, nehme ein Stück des Gesteins, feuchte es an und reibe mit den Fingern darüber? Wie verändert sich die Oberfläche? Was meinst Du, wodurch entsteht diese Veränderung?
4. Über ein Bild von Dir oder deinem GPS-Gerät( Smartphone) am EC-Punkt würde ich mich freuen, es ist aber absolut freiwillig und keine Pflicht.