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Wollsackverwitterung am Oberkirch-Granit EarthCache

Hidden : 6/26/2014
Difficulty:
2.5 out of 5
Terrain:
3 out of 5

Size: Size:   other (other)

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Geocache Description:


Exkursionsgebiet:

Diese Exkursion führt Euch in die Gaishölle, eine tiefe Schlucht östlich von Sasbachwalden. Diese wurde ab Bischenberg in der Erdvergangenheit durch den Brandbach in den hier vorliegenden Oberkirch-Granit geschnitten. In dieser wildromantischen und äußerst malerischen Schlucht finden sich riesige Felsen und Findlinge, deren nähere Diskussion und Betrachtung unser Ziel sein wird.

In der Gaishölle

In der Gaishölle


Um die Gaishöllwasserfälle gibt es auch schöne Rundtouren. Diese sind zum Beispiel über google oder in der einschlägigen Literatur gut auszumachen.

Das Wasserfallgebiet selbst hat einen Höhenunterschied von 200 Metern und eine Länge von ca. 500 Metern. 225 Stufen und 13 Brücken ermöglichen durch einen Schluchtweg den Zugang.

Zur Geologie

Das Grundgebirge besteht hier aus Oberkirch-Granit. Die Grundfärbung ist hier hell- bis mittelgrau. Der Granit von Oberkirch enthält an manchen Stellen reichlich Einschlüsse von Paragneisschollen, die in allen Stadien der Einschmelzung und Auflösung zu beobachten sind. Die dunklen "Butzen", glimmerreiche Reste aufgenommener Gneisschollen, sind aber auch in anderen Graniten zu finden.

Der Granit von Oberkirch besteht in den Hauptbestandteilen aus

Kalifeldspat (schwach gelblich bis rötlich)
Quarz (grau)
Biotit (schwarz).

Außerdem kann zum Teil zersetzter Cordierit, Sillimanit, Andalusit und vereinzelt Hornblende vorkommen.


Oberkirch-Granit mit Großkristallen

 

Oberkirch-Granit mit Großkristallen

Ein besonderes Merkmal des Oberkirch-Granits ist das Vorkommen von idiomorphen Kalifeldspat-Großkristallen. Deren Färbung ist in der Regel milchig weiß, es gibt aber auch orange bis rötliche Kristalle.

Zur Wollsackverwitterung

Diese kommt vor allem bei Granit oder ähnlichen Massengesteinen, gelegentlich auch bei Gneisen und Sandsteinen vor. Die Wollsackverwitterung ist eine besondere Art der Gesteinsverwitterung. Sie findet immer unterirdisch statt In dem ursprünglich kompakten Grundgestein bilden sich insbesondere Oberflächennah horizontale und vertikale Risse und Spalten in jeder dimensionalen Richtung. Frostsprengung kann diesen Prozess beschleunigen. Granit, Gneis, aber auch Sandstein sind meist von feinen Klüften durchzogen. Dringt nun z.B. durch gelöste Huminsäuren chemisch agressives Wasser in das Gestein, beginnt es dieses zu zersetzen. Begünstigt werden die chemischen Lösungsvorgänge durch warme und wechselfeuchte Klimate welche bei uns im Tertiär geherrscht haben. Wird die Bodenkrume mit den ihr enthaltenenen Verwitterungsrückständen fortgespült, z.B. wegen regionaler Heraushebung oder einer Klimaänderung, werden die Blöcke freigelegt. Damit endet dieser Prozess und die Gesteine sind anderen Verwitterungsarten ausgesetzt.

Wollsack-Blockmeer

Wollsack-Blockmeer

Dadurch werden spitze und kantige Stellen der Blöcke gerundet. Durch die grundsätzliche Lockerung des Gefüges zerfallen die Steine dabei oberflächlich zu feinkörnigem lockeren Grus. Dieser Prozess wird auch als Abgrusung oder Vergrusung bezeichnet. Teilweise kommt es auch zur Abschuppung zusammenhängender dünner Gesteinsblättchen, der so genannten Desquamation. Begünstigt werden die chemischen Lösungsvorgänge durch warme und wechselfeuchte Klimate der Tropen und Subtropen.

Beendet wird die Wollsackverwitterung durch eine Freilegung der Gesteinsblöcke, wenn Boden und Verwitterungsrückstände fortgetragen werden, z.B. durch Bodenerosion" (1).

Das Ergebnis sind schwach gerundete, kissenartige Blöcke, denen der Begriff Wollsäcke gegeben wurde (wie mit Wolle gefüllte Säcke).

Begib dich nun zu Stage 1 und beantworte folgende Fragen:

1. Bergaufwärts, zur rechten Seite des Weges befindet sich hier eine ca. 9 Meter hohe Gesteinsformation. Was fällt dir hier von oben nach unten auf ?

2. Gehe nun von Stage 1 den Weg etwa 10 Meter weiter nach oben. Hier ergibt sich ein anderer Blick auf die gleiche Formation. Etwa 8 Meter oberhalb des Weges ist deren Auflagefläche erkennbar. Durch was wird diese begrenzt ?

Nun geht es weiter den Weg nach oben zu Stage 2. Begib dich auf die Mitte der Brücke. Oberhalb, wenige Meter von der Brücke entfernt befindet sich hier links vom Bach ein etwa 4 x 3 Meter großer Gesteinsblock.

3. Welche typischen Merkmale der Wollsackverwitterung sind an diesem Block zu erkennen ?

4. Für den Oberkircher Granit ist es typisch, dass ein Mineral dieses Gesteins große Kristalle erreichen kann. Das Mineral ist hier weit verbreitet und fast überall zu sehen (siehe auch die Abbildung oben). Um welches Mineral geht es dabei und bis zu welcher Größe (Länge) konntest du es vor Ort ausmachen ?

5. Fahre mit der Hand über die freie Oberfläche an einem der Blöcke. Wie fühlt sich diese an ? Worauf ist dies zurück zu führen ?

Sende mir deine Antworten über mein Profil. Du kannst danach gleich loggen. Sollte etwas nicht in Ordnung sein, werde ich mich melden.

Viel Spass !

Quellenangaben

Fotos: eigene
Literatur:
(1) Wikipedia - Wollsackverwitterung

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