Diese Stolpersteine sind ein Mahnmal für die Opfer des Nationalsozialismus: Quadratische Steine aus Beton, eingelassen in den Bürgersteig, abgedeckt mit einer Messingplatte und dem Schriftzug: Hier wohnte, ein Name, Geburtsjahr und Todestag.
Mit seinem Projekt Stolpersteine erinnert der Kölner Künstler Gunter Demnig europaweit an Opfer der nationalsozialistischen Gewaltherrschaft vor deren früheren Wohnorten oder Wirkungsstätten. Das Projekt Stolperstein ist damit zu einem dezentralen Denkmal in Deutschland und Europa geworden.
In Hamburg erinnern über 4.600 Stolpersteine (Stand August 2014) auf den Bürgersteigen der Hansestadt an Menschen, die Opfer der nationalsozialistischen Gewaltherrschaft geworden sind. Es kommen immer noch neue hinzu. Einige von ihnen möchte ich mit dir zusammen besuchen.
Die einzelnen Stationen findest Du über angegebene Adresse oder über die Wegepunkte, sie können in der vorgeschlagenen Reihenfolge oder unabhängig voneinander in beliebiger Reihenfolge angelaufen werden. Der Fußweg zwischen Start und Final beträgt etwa 3 km.
Station 1
Bramfelder Straße 23
Hier findest Du die Gedenksteine für Dr. Rudolf Borgzinner sowie Jacob und Irma Schoeps.
Der Arzt Rudolf Borgzinner arbeitete am Krankenhaus Barmbek und im Israelitischen Krankenhaus. Er wurde am 23. Juni 1943 nach Theresienstadt und von dort auch nach Auschwitz deportiert. Er „starb“ am 5. Dezember 1944 im KZ Dachau, Außenlager Kaufering.
Das Ehepaar Jacob und Irma Schoeps hatte drei Kinder. Jacob Schoeps praktizierte als niedergelassener praktischer Arzt und Geburtshelfer in Barmbek. Seine Praxis führte er hier in der Bramfelder Straße 23 bis zur Aberkennung der Approbation durch die Nationalsozialisten im Jahre 1938.
Jacob und Irma Schoeps erhielten im November 1941 den Deportationsbefehl. Sie wurden ins Getto Minsk verschleppt und galten nach Kriegsende als verschollen. Beide wurden für tot erklärt. Ihre Kinder überlebten den Holocaust in Palästina.
Wieviele Textzeilen hat der Stein rechts unten = A
Station 2
In der Hufnertwiete 2 lebte der Schneider Heinrich Orgler, der wegen homosexueller Handlungen in die Fänge des NS-Regimes geriet. Er hat sich am 11. August 1944 mit Leuchtgas vergiftet. Aus der Polizeiakte geht nicht hervor, ob er den Selbstmord aus Furcht vor einer erneuten Inhaftierung wählte oder aus Verbitterung über seine nicht gelebte Homosexualität.
Anzahl der Fenster in der Haustür von Hufnertwiete Nr. 2 = B
Station 3
Am Wiesendamm 20 wohnte der Schiffszimmermann und Bootsbauer Carl Burmester. Er wurde nach Folterungen durch die Gestapo im Treppenhaus des Stadthauses zu Tode gestürzt. Angeblich soll die Gestapo ihn dort hinuntergestürzt haben.
Ein weiterer Stolperstein wurde für Carl Burmester an der Stadthausbrücke vor dem Eingang der Behörde für Stadtentwicklung und Umwelt verlegt. In diesem Gebäude befand sich die ehemalige Gestapo-Zentrale.
Zähle die auffälligen runden Fenster im Nachbarhaus vom Wiesendamm 20 = C
Station 4
Genslerstraße 16 - das Haus steht dort nicht mehr, es wurde im 2. Weltkrieg ausgebomt.
Hier wohnte der Koch Franz Acker. Er stammte aus einer katholischen Familie. Seine Ehefrau Lissi war die dritte von vier Töchtern der in Barmbek, Bendixensweg 11, lebenden jüdischen Familie Kaufmann.
Die Gestapo verhaftete Franz Acker und brachte ihn im Februar 1943 in das KZ Sachsenhausen, wo er laut Sterbeurkunde am 26. Mai 1943 starb. Die genauen Todesumstände sind unklar.
Anzahl der Buchstaben in der vorletzten Zeile auf dem Stein = D
Station 5
Der Zimmermann Paul Karl Bach lebte in der Detmerstraße 28. Er wurde am 20.7.1934 im Konzentrationslager Fuhlsbüttel ermordet.
Sein Gedenkstein liegt vor dem Haus Detmerstraße Ecke Hellbrookstraße (Südeinmündung).
Anzahl der Buchstaben in der vorletzten Zeile auf dem Stein = E
Station 6
In der Diesterwegstraße 4 wohnte Rudolf Müller. Er wurde wegen seiner bisexuellen Veranlagung verhaftet und verurteilt. Im KZ Fuhlsbüttel erhängte er sich mit einem Schal.
Anzahl der Zeilen auf dem Stein = F
Das Final findest Du hier:
53° 35.(A-4)(B+1)(C-3)
10° (D-11).(E-5)(F-4)(A-2)
Weitere Informationen zu dem Projekt Stolpersteine und zu den Schicksalen der Opfer findest Du mit Klick oben links auf den Link "Zugehörige Webseite"/"related Web Page" unterhalb der D/T Bewertung.